Ask Alice!

Ask Alice: Habe ich überreagiert?

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Liebe Sofie,

nein, ich finde überhaupt nicht, dass du überreagiert hast. Im Gegenteil: Ich finde es großartig, dass du so konsequent warst! Wenn deinem Ex-Chef sowas zwei-, dreimal passieren würde, würde er vielleicht nachdenklich werden. Aber leider gibt es nicht viele mit deinem Mut.

Wobei du, seien wir ehrlich, eigentlich gar nicht sooo viel Mut brauchtest. Du studierst noch, hast ein Praktikum gemacht und das abgebrochen, weil du dich nicht wohl gefühlt hast in der Atmosphäre. Eigentlich hast du also nicht wirklich viel riskiert. Aber viele trauen sich eben schon das nicht. Darum ist es großartig, dass du es getan hast. Denn nur so, wenn wir anfangen, konsequent zu sein, hat unsere Umwelt auch die Chance - oder ist gezwungen – zu begreifen, was da im Argen liegt.

Ich muss zugeben, dass ich heutzutage manchmal weniger konsequent bin als du. Ich lache auch schon mal höflich über einen unpassenden, weil sexistischen, Witz oder gucke einfach weg bei so einem Plakat. Ganz einfach, weil es mir manchmal zu viel ist. Aber das ist falsch. Du machst es richtig!

Auf meinem beruflichen Weg zum Beispiel war ich immer konsequent. Ich habe immer nur das gemacht, was ich richtig und wichtig fand – und nie das, womit man mehr Geld verdient hätte. Und ich bin trotzdem bzw. gerade darum weiter gekommen.

Wenn auch du irgendwann an dieser oder jener Stelle trotzdem mal eine kleine Konzession machen musst – weil es gerade nicht dafür steht – nimm dir das also nicht übel. Aber, liebe Sofie, bleibe so empfindsam, wie du bist, und lass dich nicht verbiegen.

Ich wünsche dir alles Gute!

Deine Alice Schwarzer

 

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Kommentare

Ich habe mal in einer Firma gearbeitet, in dessen Lager ein Kalender mit nackten Frauen hing. Ich fand das schon immer sehr sexistisch, dass wir Frauen für Männer wie Begierde-Objekte behandelt werden.
Ich habe den Kalender abgehängt, jedoch wurde er wieder aufgehängt. Irgendwann reichte es mir und ich begrub ihn mit unter dem Baumüll, wo ihn niemand mehr rausholen konnte. Ab da hing nie wieder einer dran.
Doch in mir steigt blanke Wut und Anspannung hoch, wenn ich daran denke, dass viele Männer immer noch denken wir wären Spielzeug und zu ihrem Vergnügen da!

Cisfrau ist der Begriff für Frauen die in einem weiblichen Körper geboren werden, im Gegensatz zu Transfrauen bei denen es sich um Frauen handelt die in einem männlichen Körper geboren wurden.

Profilfoto von maxima8

NEIN! Frauen müssen nicht immer wieder eklären, warum sie diesen ganzen sexistischen Mist nicht mehr haben wollen. Wir haben das so unendlich oft gesagt, dass es mir unbegreiflich ist, wie es noch einen einzigen Menschen auf der Welt geben kann, der es noch nicht kapiert hat.

Es ist an der Zeit, dass Männer wie dieser Chef erklären müssen, warum es für sie so wichtig ist Frauen als Objekte zu behandeln. Warum müssen sie am Arbeitsplatz halbnackte Frauen aufhängen?
Hatten sie Sex mit der Halbnackten und möchten das kundtun? Haben sie berechtigte Hoffnung auf Sex mit der Halbnackten und möchten das demonstrieren. Möchten sie, dass das ganze Büro und alle Besucher mit der Frau Sex haben?
Was soll der Sinn und Zweck eines solchen Bildes sein?

Sexismus ist kein simpler Sachverhalt. Außer für die Täter. Sollen die erklären, warum sie es nötig haben nackte oder halbnackte Frauen an die Wand zu hängen. Aber ohne den Mist vom gern-haben. Sie hängen ja selten ihre eigene Frau nackt ins Büro.

Profilfoto von maxima8

Mir ist es letztlich egal, wie ein Mensch sich bezeichnet. Allerdings konnte mir noch kein Transsexueller erklären, wie sich eine Frau fühlt. Mich würde das persönlich interessieren, weil ich mich immer nur als Mensch gefühlt habe. Allerdings hatte ich mutige Vorkämpferinnen, die mir die Freiheit erkämpften, mich aus der "Weibchendefinition" zu befreien und aus dem gesamten menschlichen Spektrum von Handlungsweisen zu bedienen, von Schweißen bis Stricken, vom Hosen- bis zum Bikinitragen, vom Fels in der Brandung bis zum Weichei. Männer müssen in die Reihen der Frauen emigrieren, um aus dem extrem begrenzten Handlungsraum auszubrechen. Mir solls recht sein. Wenn sie es nicht schaffen ihre eigenen Rollenmodelle zu variieren, sollen sie halt alle Frauen werden, vielleicht schaffen wir dann die Gleichberechtigung. Allerdings bringen sie altbackenen Männeransichten mit, nach denen es angeblich etwas mit "gerne haben" zu tun hat, sich halbnackte Frauen an die Wand zu hängen.

Profilfoto von CIm

http://atheisten.org/forum/viewtopic.php?f=15&p=451362&sid=2effbf73c5e7f... Link von dort auf http://www.ortneronline.at/?p=40060&cpage=1#comment-131761
Und was wenn ich keine Lust habe, mich als Frau zu fühlen? Wenn ich da einfach mich erniedrigt fühle im Frauenabteil auch! Darf ich dann sagen, ich sei transsexuell oder fühle mich schon immer mehr als Mann? Nützt mir das was? @Elagabal Was ist denn eine Cisfrau? Ist man nun komplett irre?

Entweder hat Sofie eben nicht wirklich darlegen können wieso ihr das Poster so unangenehm ist das es abgehongen werden sollte, zumindest nicht in einer Weise die es dem Chef möglich macht sie zu verstehen, dann hat Sofie überreagiert oder der Chef wollte einfach keine Rücksicht auf die Gefühle seiner Praktikantin gezeigt, das Poster zumindest solange sie da ist abzuhängen damit sie sich wohler bei der Arbeit fühlt, dann ist der Chef rücksichtslos und sie hat richtig gehandelt da es ihm scheinbar nicht an einer gesunden Arbeitsatmosphäre gelegen ist. Das sind die beiden Szenarien die ich nach den Informaitonen die wir gewinnen sehe.

Das es einem persönlich in die ideologische Agenda nicht passt ist für mich dabei kein Grund und vor allem sollte die Person, die sich an so etwas stört eben auch in der Pflicht stehen es zu begründen, damit andere Menschen es nachvollziehen und entsprechend handeln können. Auf der anderen Seite sollte es für eine Gesellschaft mit Anstand, ungeachtet ob es jetzt um Mann und Frau oder sonst etwas geht, in der Lage sein Rücksicht zu zeigen und eben am Arbeitsplatz auf solche Bildchen zu verzichten, wenn sich einer der Angestellten damit unwohl fühlt. Das selbe sollte in meinen Augen auch im umgekehrten Fall oder bei anderen Szenarien zutreffen. Man muss den Fall dabei nicht komplexer machen und sich kritischer geben als angemessen ist.

Die restlichen Beiträge wurden irgendwie nicht durchgelassen. Sollte ein Rundumschlag sein, aber um es mal kürzer zu halten, ich finde hier wird viel zu komplex über Patriachat und Feminismus debatiert bei einem viel zu simplen Sachverhalt: 1. Die meisten Männer mögen Frauen. Werden sie immer. Also mögen sie auch Poster mit attraktiven Frauen, eine Claudia Schiffer wird für diese Bikini-Aufnahmen fürstlich bezahlt. Umgekehrt mögen die meisten Frauen Männer, dementsprechend währen umgekehrte Poster auch etwas eher natürliches. 2. Die Welt ist kein Pony-Hof. Andere Menschen werden immer Dinge tun und mögen die einem nicht passen, das gilt es einfach zu ertragen. 3. Umgekehrt ist dieser Fall keine Frage von Frauen und Männern, sondern von Rücksichtsnahme. Der Fall ist für mich von daher sehr sehr einfach: Wenn man solche Poster als unangenehm empfindet, dann sollte man schlichtweg fragen ob sie abgehängt werden können und dabei bestmöglich auch erklären wieso es einem so unangenehm ist.

Was ist denn deine Sichtweise als Transfrau? Ernstgemeinte Frage, denn aus deinem Beitrag konnte ich lediglich herauslesen, dass dir der Pseudo-Geschlechterkritische Mist etc. pp nicht passt. Dein Standpunkt fehlt mir.

Hier mal meine Sichtweise als Transfrau (falls ich von den ganzen Hags hier überhaupt als Frau anerkannt werde obwohl ich mit einem Penis geboren wurde).
Die Welt ist nunmal kein liberales Kunstcollege oder eine Gender Studies Vorlesung, Leute tun nun einmal Dinge, die einem nicht immer ganz angenehm sind und manchmal ist auch das eigene Empfinden nicht das Maß aller Dinge, denn die anderen besitzen, unglaublich aber wahr, ja irgendwie auch noch Freiheit. Ist nicht so als ob die Feministinnen sensibler wären wenn sie ihre freie Meinung hinausposaunen, denn glaubt mir als Transgender ist es schon ziemlich scheiße hier bei der Emma irgendeinen Pseudo-Geschlechterkritischen Mist und Geschwärme über Transgender als drittes Geschlecht oder zwischen Mann und Frau zu lesen, von Cisfrauen die so privilegiert sind, im richtigen Geschlecht geboren zu sein und sich keiner demütigenden und langen Behandlungen unterziehen zu müssen, um im richtigen Geschlecht leben zu dürfen.

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