Mann-Sein für einen Tag!

Sophie Passmann löste den Wunschstorm aus. #mannfuereinentag - Foto: © Jule Markwald
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Was gängige Männerphantasien sind, ist bekannt. Jetzt aber wissen wir auch, was Frauen sich offenbar schon so oft herbeigesehnt haben, dass sie es nun unbedingt massenhaft loswerden wollen. Nämlich unter dem Hashtag #MannfuereinenTag.

Ein Recht auf Körperbehaarung! Kommentarfrei Einparken!

Die Frage lautet: Was würde passieren, wenn ich einen Tag lang ein Mann wäre?

Kleine Kostprobe: „Dafür gefeiert werden, dass ich am Wochenende die Spülmaschine ausräume“, wünscht sich Johanna. „Ich würde den ganzen Tag parken, ohne dass ein Mann einfach stehenbleibt und mich ungefragt einwinkt“, würde Doppelleben gern mal erleben. Und M. stellt sich vor: „’Vielleicht möchte ich gar keine Kinder haben’ sagen können, ohne entsetzte Ausrufe und ungefragte Meinungen zu hören.“

Auslöserin des Wishstorms ist die Radio-Moderatorin und Poetry-Slamerin Sophie Passmann. Die 23-Jährige gehört zur Crew des Baden-Badener Jugendradios „DASDING“. Kürzlich postete sie auf Twitter den Auszug aus einem Tinder-Chat. Auf die Frage „Moin. Wenn du einen Tag ein Mann wäst, was würdest du machen?“ antwortete Sophie prompt: „Den vollen Lohn für meine Arbeit bekommen.“

Die Hamburger Journalistin Anna Aridzanjan begriff, welches Potenzial in diesem Tweet schlummerte und machte einen Hashtag draus. Sie hatte den richtigen Riecher: So viele Frauen twitterten unter #MannfureinenTag ihre sehnlichsten Wünsche, dass der Tweet prompt trendete.

Kerstin will „Nicht gefragt werden, wie ich das denn mit drei Kindern organisiere und wer sie betreut, während ich arbeite.“ Swisshealthmed möchte „am Telefon nicht hören müssen: Würden sie mich mal mit Ihrem Chef verbinden“. Und auch Anna Aridzanjan selbst steuerte einige ihrer Phantasien bei: „Zu allen Panels, Workshops und Diskussionrunden eingeladen werden. Und nicht, um über ‚die männliche Sicht’ zu reden“, wünschte sich die Journalistin. Aber auch: „Mit unrasierten Beinen rumlaufen, ohne blöd von der Seite angelabert oder angestarrt zu werden“.   

Natürlich ließen die Tweets saurer Männer nicht lange auf sich warten. Zum Beispiel dieser von Elly Rockhard: „Ich hasse wirklich viele Menschen, aber ihr Hyper-Emanzen, mit eurem Geflenne hier, treibt es an die Spitze.“ Und so war die Lieblingsphantasie von Anna folgerichtig: „Mir nicht von Männern diesen Tweet erklären lassen.“

Und was ist eure liebste Frauenphantasie?

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„Unsere Idole posten Bullshit!“

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Es ist wirklich schwierig zu entscheiden, welche ihrer Parodien die komischste ist. Die von Model Lara Stone, die ein Tablett mit zwei Rotweingläsern vor ihre Brüste hält und dabei lasziv die Lippen schürzt? Auf dem Tablett von Celeste Barber geht es hingegen bodenständiger zu: Orangensaft und Ahornsirup, und dazu ein völlig verpennter Montagmorgen-Blick.

Oder die von Cara Delevingne, die eine Blume auf ihrer rasierten Vulva platziert hat und auf ihrem Pulli einen Pfeil, der nach unten Richtung „Lady’s Garden“ deutet? Celeste Barber hingegen hat ihr Geschlecht mit undefinierbarem, hässlichem Gestrüpp dekoriert. Auf ihrem Pfeil steht: „Weeds and all“ – Unkraut und all so was.  

Oder doch die von Model Kate Upton, die sich elegant auf einen Poolrand stemmt, bekleidet mit einem nassen weißen T-Shirt, das ihre Brüste mehr zeigt als verbirgt? Celeste Barber hingegen wuchtet sich mehr schlecht als recht aus dem Pool, ein Bein auf dem Poolrand, ihren keineswegs modelkonformen Po in einer gepunkteten Bikinihose in die Kamera gereckt.

Genau deshalb lieben inzwischen fast zwei Millionen Follower – vermutlich die meisten davon weiblich - Celeste Barber: Weil die Australierin mit ihren Instagram-Parodien die Kunstwelt der Stars und Sternchen mit ihren Superbodys und Schwachsinnsposen auf den Boden der Tatsachen zurückdonnert.

Sie hat den unerreichbaren Körperbildern den Krieg erklärt

Nein, niemand bei Verstand führt in Dessous einen Hund spazieren wie Model Emily Ratajkowski. Nein, frau steigt nicht aus dem Bett, indem sie kopfüber auf den Boden rutscht und dabei auch noch umwerfend aussieht wie Bella Hadid. Celeste Barber jedenfalls sieht dabei völlig bescheuert aus, wie 99 Prozent der Weltbevölkerung. Ihr lakonischer Kommentar zur Parodie: „I’m not a morning person.“ (Ich bin halt kein Morgenmensch.)

Und nein, die meisten Frauen sind nicht so untergewichtig und cellulitefrei wie Rihanna, Kim Kardashian oder Kendall Jenner. Und so hat Barber, als sie vor anderthalb Jahren mit ihren Parodien begann, nicht nur der Selfie-Mania den Krieg erklärt, sondern auch den unerreichbaren Körperbildern, die die Celebritys über Instagram, Facebook & Co. Millionen Mädchen in die Köpfe posten.

Pancakes and a Sloppy Joe thanks. #celestechallengeaccepted #celestebarber #funny #alexisren (📸 @mrsmillahs )

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Dabei hatte alles als eine Art Scherz angefangen. Aus Jux hatten sich Celeste und ihre Schwester Selfies hin- und hergeschickt, wenn sie mal wieder über eine besonders absurde Promi(Selbst)Darstellung gestolpert waren. Als Celeste merkte, wie gut die Bilder ankamen, machte sie weiter und nannte das Projekt #celestechallengeaccepted. Dass ihr ihre Parodien bei allem Anschein von Beiläufigkeit so professionell gerieten, liegt daran, dass die 35-jährige Australierin tatsächlich Profi ist: Die gelernte Schauspielerin spielte in bekannten Serien mit und wurde, nachdem sie ihr komisches Talent entdeckt hatte, Stand up-Comedian. Aktuell spielt die zweifache Mutter in der Netflix-Serie „The Letdown“ über eine Gruppe Mütter und die Freuden und vor allem Plagen des Mutterseins.          

Celeste: "Mir ist es schnurz, wie ich auf den Fotos aussehe"

Was als Zufall begann, ist inzwischen ein Meilenstein in der sogenannten Bodypositive-Bewegung. Menschen, vor allem junge und weibliche, sollen wieder ein positives Verhältnis zu ihrem Körper bekommen, der ihnen durch das Bombardement mit fotogeshoppten Bildern ständig als defizitär suggeriert wird. Celeste Barber freut sich über den Zuspruch ihrer Fans, die sich bei ihr bedanken. „Es fühlt sich großartig an, dass ich so viele Leute erreiche“, sagt die bekennende Feministin. „Mütter junger Mädchen schreiben mir E-mails und berichten, dass ihre Töchter jetzt wieder einen ganz anderen Blick auf sich und ihren Körper haben.“

Inzwischen hat die Stand up-Comedian aus dem „Insta-Fame“ ihrer Parodien und den Geschichten drumherum sogar einen Comedy-Abend gemacht. Titel: „Challenge accepted“. Ihr selbst, sagt Barber, sei es „völlig egal“, wie sie auf ihren Fotos aussehe. „Ich war schon immer eine, die einen Bikini angezogen hat und der es schnurz war, ob jemand fand, dass ich das besser nicht tun sollte. Die Leute sollen nicht darauf achten, wie ich aussehe, sondern darauf, was ich zu sagen habe.“

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Kommentare

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mit dem mich nichtmal gern identifiziere. Ich gebe voll zu, dass ich das körperliche Frausein psychisch für extrem anstrengend empfinde, schon mein Leben lang! und eben weil ma dadrin oder damit sich selber schon vergewaltigt geisztig. Männer wissen echt nicht wovon sie reden, wenn sie *über* Frauen reden. Sie dozieren eben doch mehr als dass sie wirklich verstehen, sie sollten sich bei jedem Satz vorstellen, sie wären selber "genderideal" eine Frau, also die Frau, die sie sich wünschen oder ideologisch in der Mangel haben, ob sie das dann so akzeptieren täten für sich persönlich, was sie so schön alles über diesen Geschlechtsstand aussagen und bekräftigen als seis das Normalste von der Welt. Ich stell mir z.B. immer vor, wie ich das/was/ggflls. __als Mann__ empfinden, denken ... würde.

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@benutzERfrank: Es geht aber um die freie Entscheidungs_möglichkeit. Mäh
ich mit nacktem Oberkörper oder nicht, zieh ich mir jetzt extra was über deshalb, weil ich im Vorgarten Rasen mähen muss, oder nicht. Muss ich vorher immer als Frau dreimal mehr schauen, ob ich öffentlichkeitstauglich bin? Als Frau ist man echt voll mit Sexuellem Aussehen bestraft!

Und was die Leute angeht, die im Transgenderneusinn nun glauben, alles ist Frau, was sich so fühlt, unabhängig von primären/sekundären/tertiären Geschlechtsmerkmalen, dann meine ich, dann kann ich auch den Begriff Frau voll für mich persönlich zur Kennzeichnung ablehnen und alle bitten, mich mit weibl. Verhaltenszuschreibungen in Ruhe zu lassen.
Leider aber trau ich mich trotzdem nicht, oben nackt zum Briefkasten vor oder sichtbar bei der Bauarbeit mit nackichter Brustneutralität meine Muskeln zu sonnen vor allen Leuten. Ich bin da NICHT FREI IN DER ENTSCHEIDUNG, bloss weil einen Frauenkörper habe.

Lauthals schneuz, ausspuck, Hauswände anpinkel... (Schade, kein Winter, Name in Schnee ist noch schöner!). Ja, wir sind schon alle einfach gestrickte Individuen, die XY-Lebewesen. Darf man uns unserem Entwicklungsstand nach eigentlich Mensch nennen? (LOL). Wir können uns alle glücklich schätzen, dass wir diese Vorrechte genießen. Oben ohne Rasen mähen, herrlich. Gibt mir zwar Sonnenbrand, aber egal...

Profilfoto von CIm

beim Nachbarn im Garten Kaffee trinkend im Sommer mit einer gottgegebenen Selbstverständlichkeit *oben ohne* ihm meinen Oberkörper nackt präsentieren, so wie er das bei mir regelmäßig tut, als obs fraglos angeboren sein gutes Recht ist. Das ist auch eine seelische Raumeinnahme, es kommt an bei mir wie ätsch "ich darf das und du nicht" und erzeugt in mir Unwohlgefühl der Unfreiheit. Und reisen als Mann durch die Welt, ohne extra Rücksicht auf mein Geschlecht zu nehmen bzw. deshalb spezif. Angst zu entwickeln, in bestimmte Länder lieber gar nicht erst zu reisen. Wohin kann man "als Frau" eigtl. noch guten Gewissens alleine hinreisen - außerhalb der Kern-EU ? Als Mann stände ich garantiert nicht derart unter Druck, mich angepasst sozial unauffällig zu verhalten. Der Moral-u.-Verhaltenskanon, dem man "als Frau" unbewusst schon in unendlich vielen AlltagsSituationen unterliegt bzw. sich dem fraglos unterwirft, raubt einer schon viel Libido für besondere und eben auch a-kanonsche Leistungen.

Profilfoto von CIm

GENAU! das würde ich auch gerne oben ohne Rasen mähen, OHNE DARÜBER LANGE NACHZUDENKEN, OB DAS GEHT .... selbst die normalste Freiheit für Männer bleibt mir versAGT logo: wer so frei ist, sich über Alltagsgeformte Normen nicht groß zu grämen oder antizipiert dauerzuschämen *aufgrund des eigenen Geschlechts*, der hat es leichter was hoch komplex Kompliziertes zu denken, denn die Geistige Energie ist nicht schon im Anfangsstadium bei so Lächerlichkeiten wie was ich anzieh verbraucht. Mir fallen noch ganz ganz viele Dinge ein, die ihc tun könnte, ohne Kraft zehrende Vorbereitungssrituale für die ur-teilende Öffentlichkeit, einfach so tun und schaun was bei rauskommt, Versuch und Irrtum, Weitermachen, nicht aufgeben, ein Resultat erzeugen, eine Marke setzen, RISIKOooo, sich durchsetzen mit männlichem Benutzergeist des in die Weltnormative Eindringens und Veränderns nach ei-gen-er Vorstellung. Sich nicht groß kümmern um was die (verblödeten) Leute dazu sagen. Einfach TUN! Machen! Siegen!

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@benutzERfrank: Kann ich verstehen:) Es sind ja auch lauter männliche Karikaturen, die die Foristinnen hier schildern. Nur - so erleben wir Männer tatsächlich im Alltag.
Mir ist auch noch was eingefallen: Ich würde mal einen Tag lang überall lauthals hinschneuzen und ausspucken und nach Herzenslust Hauswände, Bäume und Zäune anpinkeln um so mein Revier zu markieren.

...würde ich auch gerne triefend vor Selbstbewusstsein herumlaufen, ohne dass ich dazu den geringsten Grund hätte. Wieso? Als Mann hätte man doch jeden Grund dazu! Regale zusammenbauen, das Fahrrad reparieren, die Elektroleitung fachgerecht reparieren, ein Haus bauen? Binnen einer Woche. Mein IQ? 140?, ist ja lächerlich, als Mann fängt es vor 160 gar nicht an. Segeln? kein Bock!, aber wenn ich es können wollen würde, maximal einen halben Tag und die Olympischen Spiele brächten mir eine Goldmedaille. Hochgebirge und auch Strand? sehr gerne! Und da ich kein Haus habe und hätte, müsste ich auch nicht mit meiner Plauze (was soll das sein? Kenne nur Waschbrettbauch) den Rasen mähen. Plauzen gibt es bei Männern nicht. Alles wohl-definierte Körpermasse.
Moment...ich bin ja ein Mann. Muss mir also alles nicht vorstellen. Bin amüsiert, was man, oder Frau sich unter "Mann sein" so vorstellt.

oben ohne in Labbershorts Rasen mähen und dabei meine Plauze von der Sonne bräunen lassen.
(Verstehe immer noch nicht, warum männliche Brustwarzen öffentlich präsentiert werden dürfen und weibliche nicht.)

Profilfoto von CIm

wird es niemals geben. Solange die Geschlechter als solche dialistisch-komplementär existieren, sind sie auch der absolute Hauptgrund resp. Basiskatapultierer für all den weltlichen und religiösen Unfrieden. (Den Fehler bitte nicht berichtigen)
Schönen Tag auch - Es ist jeden Tag Krieg, keiner geht hin, wir sind immer und überall mittendrin mit alldem emotionalgeistigen Stress. Es ist ein Geschlechter-Psychothriller - ein Millionen Jahre alter, Lösung nicht in Sicht, aber dafür Verschärfung.

Profilfoto von AnnaK

Friden auf Erden. Dazu muss ich aber zum Glück kein Mann sein. Aber ein frommer Wunsch, der uns alle einen sollte.

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