Magazin
Nachfolgend eine kleine Auswahl aus den sechs Magazin-Seiten der EMMA September/Oktober 2003.
Nationales Coming-out auf Türkisch
| Sie sind doppelt, ja dreifach geküsst: als Türken, als Homosexuelle und die Lesben auch noch als Frauen. Denn in der türkeistämmigen Einwanderer-Community ist Homosexualität stark tabuisiert und ein Coming-Out nicht leicht. Das überrascht nicht. Umso beeindruckender, dass sie jetzt in die Offensive gehen: Vom 7. bis 9. November treffen sich im Schöneberger Rathaus |
Lesben und Schwule aus dem ganzen Land zu ihrem 1. Bundeskongress türkeistämmiger Homosexueller. Bisexuelle, Transsexuelle und Für die französische Presse war es eine Tragödie und sie ein Opfer der Leidenschaft. Dabei ist es so banal: Er hat sie totgeschlagen, sie sah, sagt die Mutter, aus wie nach einem Boxkampf. Auslöser war Eifersucht: Sie wollte am nächsten Wochenende für ein paar Tage mit ihrem Ex-Mann und den beiden gemeinsamen Söhnen verreisen. Und er hat, wie bei der Vernehmung herauskam, nicht zum ersten Mal eine Frau geschlagen. Begleiter: Alkohol und Drogen. Nicht banal ist der Status von Opfer und Täter. Sie ist die in Frankreich bekannte Schauspielerin Marie Trintignant (Tochter von Jean-Louis), er ist der angehimmelte Rocksänger Bertrand Cantat von der Gruppe Noir desir (Schwarzes Begehren). Marie hatte mit ihrer Mutter, der Regisseurin, gerade die Dreharbeiten im litauischen Vilnis abgeschlossen (ein Film über das Leben von Colette, ausgerechnet), Cantat war zur Abschlussfeier angereist. Nachts eskalierte im Hotelzimmer der Streit zwischen dem Paar. Marie schrie vergebens. Cantat ließ sie schwer verletzt noch zweieinhalb Stunden liegen bis es endgültig zu spät war. Übrigens: Cantat galt als besonders sensibel und Marie als besonders emanzipiert.Transgendernde sind auch willkommen, die ganze Queer-Community eben. Zusammengetan haben sich die ersten Queers unter dem deutschen Halbmond Anfang der 90er. 1996 gründeten sie in Köln die TürkGay im LSB, wenig später kamen die Lesbians dazu. (Und wie heißt ihr auf Türkisch?) In Berlin geht es zwei Tage lang für die TeilnehmerInnen um Fragen wie die neue Herausforderung für Migranten-Organisationen oder das Bild in türkischen Medien. Und am Samstagabend startet in der Weißen Rose ein Fest, zu dem auch nicht-türkischstämmige Heteros willkommen sind.
www.miles.lsvd.de», miles@lsvd.de, T 030/44008240
Genossin Zarah
| Das Gerücht tauchte schon mal kurz nach dem Krieg auf, jetzt hat es neue Nahrung: Die Schwedin Zarah Leander, der größte und verehrteste Star in Nazideutschland, soll für die Sowjetunion spioniert haben, ja, heimliches Mitglied der Kommunistischen Partei gewesen sein. Das behauptet der in Paris lebende Historiker Arkadij Waxberg, dem neues Material |
vorliegt. Darunter eine vor dessen Tod besprochene, zweifelsfrei authentische Tonbandaufnahme des sowjetischen Geheimdienstoffiziers Pawel Sudoplatow, der ihr Führungsoffizier gewesen sein soll. Mit im Boot von Goebbels Lieblingen, die hinter den braunen Rücken spionierten, sollen Marika Rökk und Olga Tschechowa gewesen sein. Sollte das stimmen, und es sieht ganz so aus, so macht der Gedanke noch nachträglich Freude und vertreibt auch den letzten Schatten. Endlich darf Genossin Zarah ohne ideologische Vorbehalte genossen werden (denn die dunklen Seiten des realen Kommunismus und Stalinismus werden ihr damals noch nicht bekannt gewesen sein wohl aber die des Faschismus). Die braunen Propagandastrategen hatten Zarah Leander als Ersatz für die 1933 vor den Rassisten in die USA geflüchtete Fritzi Massary aufgebaut. Mit überwältigendem Erfolg. Zarah, Heutigen vor allem wegen ihrer androgynen, wissenden Altstimme präsent, wurde in der so ambivalenten, männerlosen Zeit zwischen Mutterkreuz-Ideologie und Hosenrollen-Realität zum auch von Frauen heiß geliebten Kinostar. Als der Sängerin von Davon geht die Welt nicht unter der Bombenhagel zu dicht wurde, ging sie 1943 in ihre Heimat Schweden zurück und verschwieg auch danach ihre Doppelrolle, denn in der Nachkriegszeit war es alles andere als schick, eine Kommunistin zu sein. Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben? Yes, Sir!
www.zarah-leander.de»
Rostocker Polizeichefin
| "Gute kriminalistische Arbeit", sagt Anja Hamann betont neutral zu EMMA, sei ihr wichtigstes Ziel. Seit dem 1.1.2002 steht die 37-Jährige als Chefin den 148 Kripo-BeamtInnen vom Landeskriminalamt Rostock vor. Eine Stadt, bei der seit dem Attentat in Lichtenhagen am 24. August 1992 viele, zum Ärger der RostockerInnen, noch immer Ausländerfeindlichkeit, brennende Häuser und |
Neonazis assoziieren. Und in der Tat war die gebürtige Schleswigerin zehn Jahre lang "Frontfrau gegen Jugendkriminalität". Aber, wiegelt sie heute ab, in Rostock machen die rechts motivierten Taten nur einen geringen Anteil der Verbrechen aus. Im LKA der Kriminaloberrätin ist jeder zehnte Polizist eine Polizistin, das liegt unter dem Bundesdurchschnitt (jeder siebte), ist aber nicht untypisch für den Osten. Dennoch: Die Chefin arbeitet dran. Vor allem im Bereich der sexuellen Gewalt wünscht sie sich mehr Beamtinnen, wegen der "sexuellen Feinfühligkeit".
In EMMA zum Thema: Dossier Polizistinnen 4/99.
Behinderte - bitte melden!
2003 wurde von der Europäischen Union (EU) zum "Jahr der Behinderten" erklärt. Und was kam dabei für weibliche Behinderte rum? EMMA appelliert an behinderte Frauen und solche, die mit Behinderten arbeiten/leben, uns bis zum 15. September wissen zu lassen: Über welche Probleme, Themen und Forderungen wollt ihr in der nächsten EMMA lesen? Stichwort: Total normal! - redaktion@emma.de
Rezensionen
Diese Bücher werden u.a. in der aktuellen EMMA besprochen:
Anonyma: Eine Frau in Berlin. Tagebuchaufzeichnungen vom 20. April - 22. Juni 1945. (Eichborn)
Rachel Simmons: Meine beste Feindin. Wie Mädchen sich das Leben zur Hölle machen und warum Frauen einander nicht vertrauen. (Kiepenheuer & Witsch)
Julia Franck: Lagerfeuer. (DuMont)
Joyce Carol Oates: Wir waren die Mulvaneys. (DVA)
blättern. kaufen. lesen.

Die ganze EMMA zum Blättern
Von Seite 1 bis Seite 164 die aktuelle EMMA-Ausgabe zum Blättern im Internet.
In neuem Fenster öffnen
Wer es genau wissen will:
Das EMMA-Heft bekommen Sie am Kiosk, im Zeitschriften- und Bahnhofsbuchhandel.
Wo kann ich die EMMA kaufen?
EMMA direkt nach Hause
Bestellen Sie Ihr persönliches EMMA-Abonnement in unserem Online-Shop
Zur Abo-Bestellung
"Lebenslauf", Vom ersten Tag Alice bis zum ersten Tag EMMA. Wer das Buch jetzt bestellt, erhält gratis die aktuelle EMMA dazu. Lebenslauf" plus EMMA. Nur 22.99 €. Frei Haus.
Das neue EMMA-Buch! Das Beste aus 280 EMMAs + EMMAs Geschichte, 426 S. Großformat (Heyne, 24.90 €)
Hg. Alice Schwarzer:
"Die große Verschleierung" Für Integration, gegen Islamismus.
(KiWi, 9.95 €)
Simone de Beauvoir DVD, ein Film von Schwarzer 1973, 45 Min., deutsche u. franz Version
(EMMA, 10 €)
Die Antwort. Aktueller Essay. Ein Frauenwort, statt Mädchengelaber.
(KiWi, 10 €)
Romy Schneider Mythos und Leben Aktualisierte Neuausgabe der Biografie
(KiWi, 8.95 €)
Marion Dönhoff - Ein widerständiges Leben. Aktualisierte Neuausgabe der Biografie. (KiWi, 8.95 €)











