Magazin
Nachfolgend eine kleine Auswahl aus den sechs Magazin-Seiten der EMMA September/Oktober 2006.
Letzte Ehre für Duygu Asena
| „Geht nach hinten“, herrschte der Imam die weiblichen Trauergäste an – doch die bleiben in der ersten Reihe vor dem Sarg stehen. Traditionell beten in der Türkei nur Männer vor dem Sarg, doch das war kein normales Begräbnis. Mehrere |
tausend Frauen (und Männer) trauerten in Istanbul um die feministische Pionierin Duygu Asena. Asenas Mitstreiterinnen trugen den Sarg auf ihren Schultern zum Grab. Damit wurde das Begräbnis der engagierten Journalistin und Schriftstellerin zu einer Demonstration für Frauenrechte. Bei der Trauerfeier in Istanbul kam der Imam nicht nur wegen der Sommerhitze sichtlich ins Schwitzen. Frauen umringten den über und über mit gelben Rosen geschmückten Sarg Asenas, die im Alter von 60 Jahren an einem Gehirntumor gestorben war. 1974 hatte Asena die feministische Zeitschrift Kadinca (Aus Sicht der Frauen) gegründet, 1987 den Roman ‚Die Frau hat keinen Namen‘ veröffentlicht, der zum Bestseller wurde. Zehn Jahre später wurde das Buch verboten. Asena kämpfte erfolgreich gegen das Verbot. In der Türkei ist das Buch heute wieder im Handel. Ein islamistischer Abgeordneter ließ jüngst eine Borschüre verteilen, in der stand, eigentlich seien alle Frauen qua Geschlecht zu einem ewigen Leben in der Hölle verdammt. In den Himmel kommen Frauen nur dann, wenn sie fleißig beten – und wenn ihr Mann ein gutes Wort für sie einlegt. Bleibt nur zu hoffen, dass das Wort von tausend Frauen für Asena im Himmel schwerer wiegt als das eines Mannes. Susanne Güsten Auszug aus Asenas Bestseller ‚Die Frau hat keinen Namen‘ siehe EMMA 5/92.
Welcome, Ms President!
| Die erste Amtshandlung der frischgebackenen Präsidentin der Vereinigten Staaten: Sie schickt ihre Hubschrauber aus, um eine nigerianische „Ehebrecherin“ vor der Steinigung zu retten. Seit dem 15. August lässt |
Mackenzie Allen in der Serie ‚Welcome, Mrs. President‘ also nun auch in Angie-Land die Zuschauerinnenherzen höher schlagen. Schon nach Serienstart in den USA im Oktober 2005 machten 16 Millionen AmerikanerInnen das emanzipierte Szenario von der Präsidentin und ihrem First Gentleman zur meistgesehenen Serie der Saison (EMMA 1/06). Gespielt wird Präsidentin Allen taff, aber einfühlsam von Geena Davis, 49, die für ihre Rolle einen Golden Globe bekam. Davis ist auch Coproduzentin der Serie, die ansonsten von einem komplett männlichen Team gemacht wird. Die bekennende Feministin (die Thelma aus ‚Thelma & Louise‘) scheint für die nächsten Wahlen zuversichtlich: „Dank unserer Serie können sich die Zuschauer zum ersten Mal ein Bild davon machen, wie es sein könnte, eine Präsidentin zu haben. Und das erhöht die Chancen, dass es eines Tages tatsächlich passiert!“ 2008 wissen wir, ob aus Fiktion Realität wird. ‚Welcome, Mrs. President‘, dienstags 22.15 Uhr, bis Dezember, SAT1.
Spruch des Monats
| „Im Gegensatz zu so vielen Männern sind mir Frauen kein Rätsel. Ich sehe auch den angeblichen Unterschied zwischen den Geschlechtern nicht. Jedenfalls käme ich nie auf die Idee, mich wie ein tumber Macho zu benehmen und den Respekt jeder intelligenten Frau zu verlieren.“ Orlando Bloom Schauspieler (Fluch der Karibik) |
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