Magazin
Nachfolgend eine kleine Auswahl aus den zwei Magazin-Seiten der aktuellen EMMA.
Isabellas sexy animals

Als der Kosmetikkonzern Lancôme sie im Alter von 43 Jahren als sein „Gesicht“ gegen eine Jüngere eintauschte, da hat sie sich „total erniedrigt“ gefühlt. Aber Isabella Rosselini wäre nicht die Tochter einer eigenwilligen Schauspielerin (Ingrid Bergman) und eines radikalen Regisseurs (Roberto), wenn sie resigniert hätte. Sie bringt die Erfahrungen ihrer diversen Berufe – Journalistin, Model, Schauspielerin – jetzt mit Ende Fünfzig in die Inszenierung grotesker Kunst ein und machte gleich ein Buch plus DVD daraus. In den von ihr so genannten „Green Pornos“ erkundet Isabella unter Einsatz ihres eigenen Leibes das Sexleben von Napfschnecken, Walen oder Shrimps. Allen, denen Menschenpornos zu öde sind, sei ein Blick in Rosselinis knallbunte Welt der Green Pornos ans Herz gelegt. Die sind nicht nur schweinisch-komisch, sondern zeigen auch das schöne Gesicht von Isabella, das ohne die Lancôme-Creme tausendmal aufregender aussieht.
Sandras Helen

„Was hat sie, was ich nicht habe?“ fragt David und seine Frau Helen antwortet: „Sie fragt mich nicht, wie ich mich fühle, sie weiß es.“ „Helen“, der neue Film der „Bella-Martha“-Regisseurin Sandra Nettelbeck, 43, ist nicht nur das Psychogramm einer klinischen Depression, es ist auch die Geschichte einer Begegnung zweier Frauen. Helen (Ashley Judd), erfolgreiche Musikprofessorin, gleitet allmählich in die Depression. Mehr und mehr verschließt sie sich vor ihrem Mann David, einem smarten Anwalt, und ihrer Tochter. Als Helen schließlich in der Psychiatrie landet, trifft sie dort auf Mathilda (Lauren Lee Smith), eine ihrer Studentinnen. In ihr findet sie den Menschen, der sie versteht. Nettelbecks leiser, in beeindruckenden Bildtableaus gedrehter Film steht auch für ihren langen Atem. Schon 1998 begann sie mit der Arbeit an „Helen“ – drei Jahre, nachdem ihre beste Freundin nach einer klinischen Depression Selbstmord beging. Aber die „Frauenkrankheit“ (zwei Drittel aller klinisch Depressiven sind Frauen) gilt nicht als attraktiver Erfolgsstoff fürs Kino. Wer konnte ahnen, dass ganz Deutschland sich zum Filmstart (26.11.) mit dem Thema befassen würde?
Anne Siegel
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Marion Dönhoff - Ein widerständiges Leben. Aktualisierte Neuausgabe der Biografie. (KiWi, 8.95 €)
Hg. Alice Schwarzer:
"Die Gotteskrieger - und die falsche Toleranz". Über die Gefahr der Islamisierung.
(KiWi, 9.95 €)







