Warnung an alle Eltern!
Die Cinderella Industrie
Zum Wohle ihrer Profitraten vermüllt die Pink-Industrie den kleinen Mädchen das Gehirn. Heraus kommen dämliche kleine Prinzessinnen, die nur noch eins im Kopf haben: Konsum, Konsum, Konsum. Und sie kriegen noch nicht mal einen Prinzen!

- Wie schön: Auf dem Markt sind zurzeit 25 000 Prinzessinen-Produkte - und es werden täglich mehr! Foto: Jeong Lee Moon, The Pink Project.
"Um Spuren zu hinterlassen, muss man Dinge tun, die andere für krank halten.“ Dieser Satz stammt vom Disney-Manager Andy Mooney, der vor zehn Jahren ein neues Label anregte, das fortan die neun beliebtesten Prinzessinnen des amerikanischen Großkonzerns unter dem Namen „Disney-Princess“ vereinte. In der Zwischenzeit weiteten 25000 Prinzessinnen-Produkte den Markt „frühkindliche Weiblichkeit“ aus und bescheren Disney einen Umsatz von vier Milliarden Dollar im Jahr.
Egal ob in New York, Hamburg oder Tokio: pinkfarbene Himmelbetten, verschnörkelte Mini-Frisierkommoden und höfische Garderoben sind heute unentbehrliche Bestandteile im Leben zahlreicher kleiner Mädchen. Um ästhetische bzw. pädagogische Kriterien kümmern sich die Profiteure der so genannten Girlie-Girl-Kultur dabei wenig. „Hello Kitty“, die rosarote Katze aus Japan, spült pro Jahr 500 Millionen Dollar in die Kassen des Spielzeugkonzerns Sanro. Prinzessin Lillifee aus dem deutschen Coppenrath-Verlag ist millionenfach auf Haarspangen und Schminktaschen verewigt.
Doch was vordergründig ein harmloser Spaß sein könnte, verbindet sich im Cinderella-Universum immer öfters mit Aktionen, die aus kleinen Mädchen potenzielle Schönheitsköniginnen machen – und sonst gar nichts. Beauty-Spa und Wellnessanlagen, die Maniküre und Pediküre, Schokoladenmaske und Zapfenlockenfrisuren anbieten, werden inzwischen nicht nur in den USA, sondern auch in England, Österreich und der Schweiz schon von Mädchen im Vorschulalter überrannt.
Der vollständige Artikel von Franziska K. Müller steht in EMMA Winter 2012. Thema im Forum diskutieren. Geht auch: @EMMA schreiben.
Die Autorin ist eine Schweizer Journalistin und Co-Autorin von „Nicole Dill: Leben! Wie ich ermordet wurde“.
Weiterlesen
Der Lillifeekomplex (4/10)
Julia Heilmann/Thomas Lindemann: „Babyschiss – Wie Eltern über den Wickeltisch gezogen werden“ (Hoffmann und Campe)
Katharina Weiß: „Schön!?“ (Schwarzkopf & Schwarzkopf)
Peggy Orenstein: „Cinderella ate my daughter“ (Harper Collins).

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