WHITNEY HOUSTON
„Ich habe nichts ohne ihn getan!“
Sie war die erste Sängerin, die sechs Singles hintereinander auf Platz 1 der Charts hatte und schlug damit sogar die Beatles und die Bee Gees. Mit 170 Millionen verkauften Platten und ihrer sensationellen Drei-Oktaven-Stimme war sie eine der erfolgreichsten Sängerinnen aller Zeiten. Ein halbes Jahr nach dem Tod von Amy Winehouse reiht sich die am Samstag verstorbene Whitney Houston ein in die Riege der weiblichen Supertalente, die an ihrem Erfolg gescheitert sind – weil sie ihn nicht ausgehalten haben? Weil sie einen Mann an ihrer Seite hatten, der ihn nicht ausgehalten hat? „Ich habe die ganze Zeit versucht, meinen Ruhm herunterzuspielen. Irgendwas passiert mit einem Mann, wenn seine Frau so berühmt ist“, erzählte Houston 2007 bei Oprah Winfrey über ihre Ehe mit Bobby Brown, den sie 1992 auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs mit dem Film „Bodyguard“ und dem Megahit „I Will Always Love You“ geheiratet hatte. „Wenn er etwas sagte, hörte ich ihm zu. Ich habe nichts ohne ihn getan“, berichtete der Weltstar.

Es war Whitney Houstons Mutter Cissy, eine Gospel-Sängerin im Background-Chor von Elvis Presley und Jimi Hendrix, die ihre drogenabhängige Tochter vom gewalttätigen Ehemann wegholte und in eine Entzugsklinik brachte. 2007 ließ sich Houston scheiden. Zwei Jahre später veröffentlichte sie ihr erstes Album nach sieben Jahren, „I look to you“ kletterte in den USA und in Deutschland auf Platz 1. Das musikalische Comeback gelang, das psychische aber offenbar nicht.
Am Vorabend der Grammy-Verleihungen starb die „Queen of Pop“, vermutlich an einem Tabletten-Cocktail, in der Badewanne ihres Hotelzimmers. „Keine Worte, nur Tränen!“ kondolierte Rihanna per Twitter, der das Phänomen des brutalen Lebensgefährten mit Unterlegenheitskomplex bekannt vorkommen dürfte. Am Vorabend der Grammy-Verleihung 2009 hatte Rihannas Freund Chris Brown die für sechs Trophäen nominierte Sängerin krankenhausreif geschlagen.
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Bei den diesjährigen Grammys räumte eine Sängerin ab, die ebenfalls die Beatles aus dem Feld geschlagen hat, in diesem Fall mit vier gleichzeitigen Charts-Platzierungen: Adele. „Ich treffe alle Entscheidungen in meiner Karriere selber“, erklärt die „Soul-Sensation“ aus Großbritannien, die in diesem Jahr mit sagenhaften sechs Grammys ausgezeichnet wurde und deren Megahit „Rolling in the deep“ ein wütender Abgesang auf eine gescheiterte Beziehung ist. Beides womöglich eine gute Voraussetzung dafür, dass Adele ihren Erfolg genießen kann.
EMMAonline, 13.2.2012

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