Eltern- und Betreuungsgeld
So ein absurdes Theater!
Es war Thomas Bareiß, ein Hinterbänkler aus der CDU, der es schaffte, dass von Grün über Rot bis hin zur CSU eine Einheitsfront fürs Elterngeld aufstand! Der 37-Jährige Wirtschaftspolitiker, ein strammer blonder Recke, verheiratet, aber laut offiziellem Lebenslauf kinderlos, hatte es vor allem auf die „Vätermonate“ abgesehen, die von vielen „einfach so mitgenommen“ würden. Volker Kauder, Fraktionschef der Union, sprang dem Kollegen bei, blieb aber der einzige. „Gerade in der Union mag sich mancher über die Gelegenheit gefreut haben, einmal das Elterngeld verteidigen zu können und nicht immer nur für das Betreuungsgeld die Hand ins Feuer legen zu müssen“, spottete die FAZ.

Die Zweidrittel-Lohnersatzzahlung für pausierende Mütter bzw. Väter – maximal 1.800 Euro – wird also weitergezahlt. Vorläufig. Und das rückschrittliche, für Frauen wie Kinder kontraproduktive Betreuungsgeld, an dem sich die Konservativen gerade die Finger verbrennen, das jedoch in der großen Koalition von der SPD mitbeschlossen worden war? Bei dem war doch eigentlich von Anfang an klar, dass das so nicht durchgehen würde. Aber CSU-Seehofer besteht darauf – und die CDU-Kanzlerin verschätzt sich immer wieder in Frauenfragen. Nach der Sommerpause wird das Theater also weitergehen. Und vermutlich mit faulen Kompromissen enden.
EMMAonline, 9.7.2012
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