Mery Streep, die Feministin
Der Star wirbt für ein Frauenmuseum in Washington
Wenn Meryl Streep heute Abend um halb elf den „Goldenen Ehrenbären“ im Berlinale Palast entgegennehmen wird, dann gilt er der so intensiven, mitreißenden Schauspielerin, an deren Lippen wir in Woody Allens „Manhattan“ (1979) ebenso gehangen haben wie in der Woolf-Verfilmung „The Hours“ oder „Der Teufel trägt Prada“ (beide 2006). Aber man könnte dem Star mit den zwei Oscars und sieben Golden Globes – für den sie gerade wieder mit ihrem Film über Margaret Thatcher nominiert ist – auch einen goldenen, besser einen Platin-Bären verleihen für Bewusstsein und Engagement als Frau.

- Streep: "Natürlich bin ich Feministin!" - Foto: Vera Anderson/getty images
Befragt von Tobias Kniebe für die SZ erklärte die 62-Jährige ihr Interesse für ihre Rolle als eiserne Lady so: „Der Hass, der sich auf Margaret Thatcher konzentriert hat, war und ist unvorstellbar. Er hat mit diesem unglaublichen Panzer zu tun, den sie aufgebaut hat - um als erste Frau in dieser Position nicht schwach zu erscheinen. Dieses Gefängnis, in das sie sich hineinbegeben hat, um Thatcher zu werden – das hat mich vor allem interessiert.“ Logisch, dass Streeps Antwort auf die Frage, ob sie Feministin sei, lautet: „Natürlich!“ Und sie redet nicht nur, sie handelt auch.
Ihr Ein-Millionen-Honorar, das sie für die „Iron Lady“ erhielt, spendete die Schauspielerin dem Projekt National Women’s History Museum in Washington. Das ist bisher nur online präsent, plant jedoch einen 400-Millionen-Dollar-Bau zum lebendigen Erhalt der Geschichte der Frauen.
Die US-Abgeordneten haben das Projekt schon abgesegnet. Aber noch fehlt die Zustimmung des Kongresses. Und darum rührt Meryl Streep kräftig die Trommel. Sie ist die offizielle Sprecherin des Frauengeschichts-Museums, „weil ich finde, dass die Geschichte der Frauen erzählt werden muss“, erklärte der Star in der Talk-Show von Ellen DeGeneres. Denn: „Geschichte wurde bis in das 21. Jahrhundert von Männern geschrieben. Und für die war die Geschichte der Frauen einfach uninteressant. Es ist notwendig, dass dieser Teil unserer Geschichte, die Mädchen und Jungen nicht kennen, aufgearbeitet, an die Oberfläche geholt wird.“
Schade nur, dass es in Deutschland keine Meryl Streep gibt! Nicht nur der FrauenMediaTurm würde sich freuen.
14.2.2012, EMMAonline

EMMAdigital - 34 Jahre EMMA sind online!
Exakt 25.348 EMMA-Seiten von 300 Ausgaben in 34 Jahren stehen jetzt komplett online. Zum Stöbern und Forschen. Kostenfrei. Im EMMA-Lesesaal.
SchauspielerInnen
blättern. kaufen. lesen.

Die ganze EMMA zum Blättern
Von Seite 1 bis Seite 164 die aktuelle EMMA-Ausgabe zum Blättern im Internet.
In neuem Fenster öffnen
Wer es genau wissen will:
Das EMMA-Heft bekommen Sie am Kiosk, im Zeitschriften- und Bahnhofsbuchhandel.
Wo kann ich die EMMA kaufen?
EMMA direkt nach Hause
Bestellen Sie Ihr persönliches EMMA-Abonnement in unserem Online-Shop
Zur Abo-Bestellung
"Lebenslauf", Vom ersten Tag Alice bis zum ersten Tag EMMA. Wer das Buch jetzt bestellt, erhält gratis die aktuelle EMMA dazu. Lebenslauf" plus EMMA. Nur 22.99 €. Frei Haus.
Das neue EMMA-Buch! Das Beste aus 280 EMMAs + EMMAs Geschichte, 426 S. Großformat (Heyne, 24.90 €)
Hg. Alice Schwarzer:
"Die große Verschleierung" Für Integration, gegen Islamismus.
(KiWi, 9.95 €)
Simone de Beauvoir DVD, ein Film von Schwarzer 1973, 45 Min., deutsche u. franz Version
(EMMA, 10 €)
Die Antwort. Aktueller Essay. Ein Frauenwort, statt Mädchengelaber.
(KiWi, 10 €)
Romy Schneider Mythos und Leben Aktualisierte Neuausgabe der Biografie
(KiWi, 8.95 €)
Marion Dönhoff - Ein widerständiges Leben. Aktualisierte Neuausgabe der Biografie. (KiWi, 8.95 €)








