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Alice Schwarzer
Alice Schwarzer hat 1977 EMMA gegründet und ist seither ihre Verlegerin und Chefredakteurin.
Mehr über Schwarzer - Termine, Blog, Biografie - unter www.aliceschwarzer.de

Sie liegen an der Nordsee am Strand...
... oder wandern durch die Tiroler Berge? Sie hüten eine Wohnung in Berlin oder pulen Krabben in der Bretagne? Sie haben nur zwei Bücher mitgenommen - und eines erwies sich nach Seite eins zum Wegschmeißen? Jetzt hätten Sie so richtig Lust, EMMA zu lesen! Aber die liegt zu Hause im Briefkasten - bzw. der Nachbar hat sie mal wieder rausgefischt! Selber schuld. Sie könnten sich Ihre Sommer-EMMA, die immer Ende Juni erscheint, nachschicken lassen. Aber dafür müssen Sie Abonnentin sein. Schon abonniert?
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Die aktuelle EMMA
Inhaltsverzeichnis
Die Kanzlerin verneigt sich
Alice Schwarzer über tote Soldaten, Kriegsheimkehrer und „gerechte Kriege“. lesen
Diva Herb: Gendersound
Die Opern-Kabarettistin sprengt die Geschlechtergrenzen des Gesangs.
Hilary Swank: Rollenbruch
Jetzt spielt die Oscar-Preisträgerin die Pilotinnen-Legende Amelia Earhart. lesen
Aylin Korkmaz: Entkommen
Die Türkin hat den Mordversuch ihres Ex-Mannes nur knapp überlebt.
Helen Zille: Gerecht
Die südafrikanische Politikerin ist Präsident Zumas schärfste Gegnerin.
Alice Schwarzer: Hatun & Can
Wie die betrügerischen Machenschaften des Udo D. aufgedeckt wurden.
Null Drive im Kanzlerinnenamt
Merkel hat es schwer. Aber wir Frauen haben es noch schwerer – mit ihr.
Sex and the City
Sie war ein echter Fan. Zwölf Jahre später zieht Ana Tajder Bilanz. lesen
Krieg der Geschlechter?
In der virtuellen Welt des Internet geht es beim Thema Sexismus zur Sache. mehr
Romeos im Netz
Sie umgarnen Frauen in Single-Börsen - und die überweisen ihnen Unsummen.
Gisela Friedrichsen verurteilt
Kevins Pflegemutter Fehrer gewann den Prozess gegen die Spiegel-Reporterin. lesen
Runder Tisch bei EMMA
Was Frauen an der Beratungs-Front zum Thema Missbrauch zu sagen haben. mehr
Heim-Opfer sind das Letzte!
Ihr Runder Tisch verlief ergebnislos. Denn sie haben keine Lobby.
Leugnung der Machtverhältnisse
Wie linke Sexualforscher heute immer noch über „kindliche Erotik“ schwärmen. lesen
Auf Spurensuche im Ruhrpott
Die Kulturhauptstadt hat vor lauter Helden die Heldinnen vergessen.
Mein Pott
Chantal Louis über ihre Bergmanns-Siedlung und Männer mit großer Fresse.
Hömma, du Pannemann!
Die Ruhrgebiets-Sprache ist direkt -auch was die Geschlechter anbelangt.
Wat iss?
Die Kabarettistin Uta Rotermund lässt „Gitta vonne Bude“ vom Leder ziehen.
Albus trifft Goosen
Die Kabarettistin und der Autor aus dem Ruhrgebiet über Ommas und Ömmesse. mehr
Gipfel-Stürmerinnen
Sie bezwingen Achttausender – und die Häme ihrer Bergsteiger-Kollegen.
Die Burka: Ein öffentliches Ärgernis
Barbara Sichtermann über das hart erkämpfte (Frauen)Recht auf Öffentlichkeit.
Die Burka & die Menschenrechte
Alice Schwarzer zum Burka-Verbot in Frankreich. lesen
Wo sind die Frauen?
Kriegsreporterin Antonia Rados über ihre Erlebnisse in Afghanistan.
In Ohnmacht erstarrt
Die EMMA-Reporterin sprach mit den todesmutigen Frauen des iranischen Widerstands.
Das Südafrika der Frauen
IM WM-Land spielen auch die Frauen Fußball, zum Beispiel im Township Khayelitsa. lesen
Die armen Männer!
Sie sollen alles sein: Alleinverdiener und Familienpapis. Klagt Annette Anton. lesen
Frauen auf dem Spielplatz
Mütter, die Teilzeit arbeiten wollen, werden oft aus ihrem Job gedrängt.
Kaiserschnitt: Ja oder Nein?
Ist er ohne Not das Richtige? Oder schadet er Mutter und Kind?
Protest der Hebammen
Wegen gigantischer Versicherungsprämien ist ihr Berufsstand gefährdet. lesen
Der Feind der Mutterschaft...
…ist der Mutterwahn. Sagen die Philosophinnen Badinter und Vinken.
Ariane Sommer gesteht
Das Ex-It-Girl ist jetzt 33 und erzählt in EMMA über ihre Angst vorm Altern. lesen
Mitscherlich: Ich bin uralt!
Die große Psychoanalytikerin im Gespräch mit Freundin Alice. mehr
Homo-Mahnmal: Schon wieder?
Nach zwei Jahren geht der Streit um die vergessenen Frauen wieder los. lesen
Die Herrscherinnen
Teil 5 der EMMA-Serie: Maria Theresia, die fromme und mutige Habsburgerin.
Dossier: Der 11. JournalistInnenpreis
Der 11. JournalistInnenpreis…
…feiert 20jähriges Bestehen. Und die sieben PreisträgerInnen. mehr
Bringt mich doch um!
Petra Reski berichtet seit 20 Jahren unerschrocken über die Mafia.
Die Bienenkönigin
Ulrike Posche analysiert die Kanzlerin mit Humor und Scharfblick.
Der Ludwig lacht
Beate Lakotta über ein Paar, das ein schwerbehindertes Kind austragen musste.
Alles auf Anfang!
Gabriele Riedle über die imposanten Frauen, die Liberia wieder aufbauen.
Die Hurenkinder
Wolfgang Bauer hat sie getroffen: Die Kinder der Sextouristen.
Die Macht der Frauen
Mathias Mesenhöller über Herrscherinnen quer durch die Jahrhunderte.
Zeugnistage
Tanjev Schulz hat Hartmut von Hentig besucht. Und ist mehr als irritiert.
Top-Themen
Dossier
News
GENDER PAY GAP
Frauenpolitikerin Schyman verbrennt 10.000 Euro

Ja, ist die Frau denn wahnsinnig? Nein, keinesfalls. Gudrun Schyman, Vorsitzende der schwedischen Frauenpartei „Feministisk Initiativ“ (FI), wusste genau, was sie tat, als sie 100.000 Kronen (10.000 Euro) öffentlich in einem Grill abfackelte: Gegen die „systematische Lohndiskriminierung“ von Frauen protestieren, den so genannten Gender Pay Gap. „Berufe, in denen mehr Frauen arbeiten, sind schlechter bezahlt als Berufe, die von Männern dominiert werden. Diese Diskriminierung kostet die schwedischen Frauen etwa 100.000 Kronen pro Minute.“ Aber muss man diese Summe deshalb gleich verbrennen? Die im Jahr 2005 gegründete FI hatte das Geld von zwei solidarischen Männern gespendet bekommen, um „unsere politische Botschaft zu verbreiten. Und da haben wir überlegt, wie wir es möglichst effizient verwenden können.“ Hätte man eine Annonce geschaltet, so die Parteichefin, hätte man für 100.000 Kronen „nicht einmal eine halbe Seite in einem Boulevardblatt gekriegt“. Zu der Grill-Aktion hingegen waren massenhaft Medien erschienen, Schyman wurde in etliche Sendungen eingeladen, um über den Gender Pay Gap zu sprechen. „Es hat sich also gelohnt.“ Porträt lesen
NOCH BIS 31. JULI
Die Ruhr 2010 ganz in Rosa

„Von Rosa und anderen Tagen“ heißt eins der wenigen Projekte der Ruhr 2010, das sich ganz den Frauen der Kulturhauptstadt widmet: 52 Bewohnerinnen der Ruhrgebietsstadt Witten und ihren fünf Partnerstädten in Russland, Polen und England führten je eine Woche lang Tagebuch. Als Autorin ausgewählt wurden stets Frauen in den jeweils gleichen zehn Berufen und Lebenslagen – von der Politikerin bis zur Unternehmerin, von der Schülerin bis zur Rentnerin. So entstand ein Dokument, das die Unterschiede und Gemeinsamkeiten des Frauenalltags zwischen Witten und Kursk lebendig dokumentiert. Noch bis zum Samstag, 31. Juli, ist das Projekt, das auch als Buch erschien (klartext-verlag), als Ausstellung in der Wittener Rathaus-Galerie zu sehen. - EMMA ist übrigens im aktuellen Heft auf Spurensuche im Ruhrpott. Und hat dabei auch Lioba Albus und Frank Goosen aufeinander losgelassen. mehr
Heute Abend im TV
Der „Fall Pascal“ & Esther Fehrer

Die ARD zeigt heute Abend um 21 Uhr im Rahmen der Serie „Die großen Kriminalfälle“ den „Fall Pascal“. Darin geht es um den kleinen Jungen, der 2001 spurlos verschwand. Ins Visier geriet die Tosa-Klause, deren Wirtin und etliche Gäste verdächtigt wurden, nicht nur Pascal getötet, sondern auch weitere Kinder missbraucht zu haben. Hauptzeuge im Prozess war der heute 15-jährige Kevin, der aussagte, auch selber in der Tosa-Klause missbraucht worden zu sein. Letztendlich wurden alle Angeklagten wegen Mangel an Beweisen frei gesprochen, wobei die Berichterstattung der Spiegel-Reporterin Gisela Friedrichsen eine Rolle gespielt zu haben scheint. In EMMA 2/2009 sprach Alice Schwarzer mit der Pflegemutter von Kevin, Esther Fehrer (Foto). In der aktuellen EMMA berichten wir über den Prozess, den Frau Fehrer gegen die Spiegel-Reporterin wegen Verleumdung angestrengt und gewonnen hat. mehr
Die armen Männer
Wollen die Frauen von heute alles?

Er ist der am heftigsten und kontroversesten diskutierte Artikel aus der aktuellen Print-Ausgabe von EMMA: Der Text von Annette Anton (Foto) über die „emanzipierten Hausfrauen mit ihren emanzipierten Alleinverdienern“. Das ist keine Überraschung. Immer, wenn die Autorin der „Mädchenfalle“ für EMMA schreibt, geht die Post ab, egal, ob es eine Glosse über die „Kampfmütter vom Prenzlauer Berg“ ist (die EMMA etliche Abos kostete) oder eine Polemik gegen das Männerleben auf Kosten von Frauen („Mein Leben als Mann“). Diesmal nun knöpft sich Anton ein ganz besonderes Tabu vor: Die Vollhausfrau, die am Abend von ihrem Schatz selbstverständlich erwartet, dass er mitwindelt und mitkocht. Die Debatte kann weitergehen. EMMA stellt den Text online: mehr.
JETZT NOCH ANMELDEN!
Informatica Feminale startet am 27. Juli

Endspurt für technikinteressierte Schülerinnen und Studentinnen, Wissenschaftlerinnen und solche, die es werden wollen: Am Freitag, 23. Juli, endet die Anmeldefrist für die Informatica Feminale. Zum zehnten Mal findet die Sommeruni für (potenzielle) Informatikerinnen und IT-Fachfrauen statt, diesmal an der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität. Fünf Tage lang kann frau sich in Workshops von Java-Programmierung bis Roboter-Forschung weiterbilden. Am Dienstag steht für Schülerinnen ab Klasse 10 ein Schnupperstudium auf dem Programm: „Informatikerin? – Wieso nicht!“ Der Frauenanteil unter den Informatik-Studiengängen liegt immer noch unter 15 Prozent. Also: Auf nach Freiburg! www.informatica-feminale-bw.de
NRW-MINISTERIN FÜR EMANZIPATION
„Meine Söhne sind begeistert!“

Sie ist alleinerziehende Mutter mit Patchworkfamilie und seit einer Woche „Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter“. Die 48-jährige Barbara Steffens ist gelernte Biologisch-technische Assistentin, trat mit 27 bei den Grünen ein und sitzt seit zehn Jahren im NRW-Landtag, wo sie frauen- und gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion war. Mit EMMA sprach die neue Ministerin darüber, warum Emanzipation nicht retro ist, weshalb Frauenpolitik nicht gleich Familienpolitik ist - und was ihre Söhne zu Mamas neuem Job sagen. Interview lesen
Internet-Kinderpornos
Löschen UND Sperren ist die Lösung

Das Bundeskriminalamt (BKA) ist im Begriff, für das Jahr 2010 eine Statistik zu erstellen, die zeigen soll, wie wirksam die Forderung „Löschen statt Sperren“ im Netz ist. Die Bilanz nach dem ersten Halbjahr ist eindeutig: Das BKA erhielt rund 900 Hinweise – davon konnten 20 der inkriminierten Seiten gelöscht werden. Das sind 2,2 Prozent. Die Fahnder könnten die zuständigen Provider wegen Untervermietung oder Umleitungen ins Ausland oft nur schwer ermitteln, heißt es in der Studie. Das BKA sieht sich damit schon jetzt in seiner Auffassung bestätigt, dass nur Löschen UND Sperren beim Kampf gegen die Kinderpornos etwas bringt. Ein entsprechendes Gesetz war auch von der früheren schwarzroten Koalition bereits verabschiedet, von den Schwarzgelben aber wieder aufgehoben worden. Die Liberalen sind – mit Schielen auf die jungen Wilden im Netz – strikt gegen das Sperren. FDP-Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger allen voran. Und die Kanzlerin hat mitgemacht beim Verhindern erster effektiver Maßnahmen. Doch inzwischen rudert CDU-Innenminister de Maizière zurück. „Beides muss möglich sein“, erklärte er. „Insofern wollen und müssen wir noch nachbessern.“ – Was wohl irgendwann im Jahr 2011 geschehen wird. Womit zwei Jahre verloren gegangen wären. Auf Kosten der im Netz gezeigten und aller zukünftigen Opfer. mehr zum Thema
Sexismus 2.0
Geschlechterkrieg im Internet?

Im Netz tobt eine alte, neue Debatte: Die Männer haben das Sagen, aber die Frauen wollen mitreden - und werden nun von so manchem Netz-Macho als „schwanzloses Gesindel“ beschimpft. In der aktuellen Print-Ausgabe berichtet EMMA ausführlich über diese Debatte und ihre Protagonistinnen und Protagonisten. Was zu verstärkten Diskussionen im Netz führte. Und vor allem zu dem dringlichen Wunsch, den Text auch online zu lesen. „Dann würden wir ihn alle verlinken“, twitterte Entrepreneuse gleich bei Erscheinen des Heftes. Hier also ist der Volltext des Artikels. Der Rosenkrieg kann weitergehen. mehr
alles wird gut
Missbrauchs-Ausstellung im ZKM

Das Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe zeigt noch bis zum 25. Juli eine ungewöhnlich beeindruckende Ausstellung zu Kindesmissbrauch und Sextourismus. Die in Frankreich lebende deutsche Fotografin Katrin Jakobsen war für Elle in Thailand und Kambodscha – und wurde die Bilder nicht mehr los. „Hinter meinen geschlossenen Lidern sah ich, wie diese Männer kleine Jungs begrabschten. Wie sie sich nackt in einem schäbigen Hotelbett aalten und von tapfer lächelnden Mädchen verlangten: ‚Komm, sei lieb zu mir.’“ Sie hat diese Bilder nachgestellt, unter anderem mit dem Puppenhaus ihrer Tochter, und fotografiert. Die Serie „alles wird gut“ wird auch öffentlich plakatiert – und beschmiert. Am 17. und 18. Juli finden im ZKM begleitend zur Ausstellung Vorträge und Veranstaltungen statt (um 20 Uhr und 14.30 Uhr). Jakobsen nimmt selber teil. - www.zkm.de
Kraft macht halbe-halbe
Im neuen NRW-Kabinett steht es 6 : 6

Das fängt ja schon mal gut an: Die frischgewählte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat ihr Kabinett je zur Hälfte mit Ministerinnen und Ministern besetzt (mehr). Einziger Wermutstropfen: Es fällt deutlich ins Auge, dass die Frauen durchweg die sogenannten „weichen“ Ressorts besetzen und die „harten“ - Finanzen, Justiz, Arbeit, Innen und Wirtschaft - von den Herren übernommen werden. Nun wird also Vize-Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann (Grüne) Schulministerin, die ehemalige grüne familien- und gesundheitspolitische Sprecherin Barbara Steffens Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter. Umweltpolitikerin Svenja Schulze (SPD) leitet das Wissenschaftsministerium, die stellvertretende NRW-SPD-Landeschefin Ute Schäfer übernimmt den Job der Familienministerin, den sie in der alten rot-grünen Koalition schon einmal hatte. Und Angelica Schwall-Düren, stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende in Berlin, kommt aus der Hauptstadt nach Düsseldorf, um Europaministerin zu werden. Eine Besetzung gegen den Geschlechter-Strich, wie sie Vorgänger Jürgen Rüttgers wagte - der das Familienministerium mit Armin Laschet und die Wirtschaft mit der wackeren Christa Thoben besetzte – hat die neue Landesmutter Kraft nicht hingelegt.
JETZT IM KINO
„Eclipse“: Bis(s) ins Hirn

In den USA war es der erfolgreichste Filmstart aller Zeiten und auch in Deutschland werden Millionen Teenagerinnen in den Kinos schmachten, wenn Vampir Edward und Menschenmädchen Bella zu „Eclipse“, Teil 3 ihrer Liebes-Schmonzette antreten. Auch die Bücher von Stephenie Meyer stehen unverwüstlich auf den Bestseller-Listen. Dabei sind die Romane der amerikanischen Mormonin geschlechterrollenmäßig nicht nur retro, sondern regelrecht reaktionär. mehr
Vive la liberté!
Burka-Verbot in Frankreich

Nicht zufällig zum Jahrestag der Französischen Revolution verabschiedete das französische Parlament mit großer Mehrheit ein Verbot der Burka. Die rechtlich vorsichtige Formulierung lautet: „Niemand darf im öffentlichen Raum eine Kleidung tragen, die dazu bestimmt ist, das Gesicht zu verhüllen.“ Die Sozialisten, Kommunisten und Grünen enthielten sich – bis auf 20 AbweichlerInnen – der Stimme.
82 Prozent aller FranzösInnen begrüßen das Burka-Verbot ebenso wie die Mehrheit der sechs Millionen MuslimInnen in Frankreich. Präsident Nicolas Sarkozy hatte das Gesetz vorangetrieben und erklärt, die Burka verstoße „gegen die Würde der Frau“. Im September 2010 muss das Gesetz noch durch den Senat. mehr
Kraft! Kraft! Kraft!
Starkes Frauen-Duo regiert NRW!

Mutter Anni trocknete sich verstohlen die Tränen, Ehemann Udo küsste etwas schüchtern, Sohn Jan (der schon als Sechsjähriger den Kleistereimer für Mutters Wahlplakate halten durfte) umarmte kräftig. Aus gutem Grund: Hannelore Kraft, 49, ist zur Ministerpräsidentin gewählt worden. Mit allen 67 Stimmen hat die SPD-Fraktion geschlossen ihre Chefin gewählt, plus die 23 Stimmen der Grünen ergab das die relative Mehrheit, die die künftige Chefin des bevölkerungsreichsten Bundeslandes im zweiten Wahlgang benötigte. Damit ist die SPD-Frau (neben CDU-Kollegin Christine Lieberknecht in Thüringen) eine von zwei Chefinnen einer deutschen Landesregierung - und könnte die vierte sein, wären Heide Simonis und Andrea Ypsilanti nicht von den eigenen Genossen zu Fall gebracht worden. Das ist bedeutend. Wahrhaft historisch ist jedoch die Tatsache, dass das größte Bundesland künftig von einem Frauen-Duo regiert wird. mehr
Der Regisseur ist frei
Schweiz liefert Polanski nicht aus

Seit heute ist Roman Polanski ein freier Mann. Statt ihn, wie geplant, in die USA auszuliefern, ließ die Schweiz den in seinem Gstaader Ferienhaus mit Fußfesseln festgesetzten Regisseur frei. Der Pole mit der französischen Staatsangehörigkeit wird also in Zukunft in Europa nichts mehr zu befürchten haben – und Amerika wohl weiter meiden. Justizministerin Widmer-Schlumpf begründete die Freilassung mit einer „mangelnden Kooperation“ der US-Justizbehörden und dem „Vertrauen Polanskis in die Schweiz“. Wo er seit 2006 ein Chalet hat. Der heute 76-Jährige war am 26. September 2009 auf Veranlassung der amerikanischen Justiz bei der Einreise in die Schweiz verhaftet worden. Polanski hatte sich 1977 für schuldig erklärt, mit einer 13-Jährigen Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, saß 42 Tage in Untersuchungshaft und floh vor der Urteilsverkündung nach Europa. Mehr
Alles außer Abseits
Jetzt startet die WM der jungen Fußballerinnen

In diesem Jahr gibt es zwei Fußball-Weltmeisterschaften. Jetzt sind die Jungs in Südafrika fertig und die Mädels in Deutschland legen los. Das ist der Moment, die "Müllerinnen" von Morgen zu entdecken. Am 13. Juli startet in Bochum die WM der U-20-Nationalfrauschaften, das Finale wird am 1. August in Bielefeld ausgetragen, u.a. mit Jessica Wich (Foto re). Traditionell wird die WM der Unter-20-Jährigen im Jahr vor der „richtigen“ Frauen-WM im selben Gastland ausgetragen. Vom 26.–28. August folgt ein Kongress zum Frauen- und Mädchenfußball. Titel: „Alles, außer Abseits!“ WM-Karten: www.fifa.com/deutschland2010
Richterin Heisig erhängt
Ein sehr befremdlicher Selbstmord

Seit Juni wird das von ihr erprobte „Neuköllner Modell“, die zeitnahe Verurteilung jugendlicher Kleinkrimineller, in ganz Berlin angewandt, im September sollte ihr Buch über ihre Erfahrungen als Jugendrichterin in dem Berliner Problembezirk erscheinen: „Das Ende der Geduld“. Das Buch, auf das sie sich so gefreut hatte, erscheint jetzt früher, aus traurigem Anlass: Am 3. Juli wurde im Tegeler Forst die Leiche der so erfolgreichen Jugendrichterin Kirsten Heisig gefunden, erhängt an einem Baum. Ihr Auto stand nur knapp 500 Meter vom Fundort entfernt – und als die Polizei das Terrain Tage zuvor durchsucht hatte, hatte sie die Leiche „übersehen“. mehr
CSD-Motto: Stolz bewegt!
Gay Games in Köln: Der Countdown läuft

„Stolz bewegt!“ – Unter diesem Motto startet heute der Christopher Street Day in Köln, der schon ganz im Zeichen der Gay Games steht. Mit fünf Wagen und 300 TeilnehmerInnen wird die Homo-Olympiade auf der Parade am Sonntag die größte Gruppe stellen. Der CSD endet mit einer feierlichen Fackelübergabe des Kölner Lesben- und Schwulentages (KLUST), Veranstalter des CSD, an die Organisatoren der Gay Games. Am 31. Juli ist es dann soweit: 12000 Sportlerinnen und Sportler aus 35 Ländern von Afghanistan bis Zimbabwe werden mit ihren Regenbogenfahnen stolz ins Kölner RheinEnergiestadion einmarschieren. Welche Stars die Eröffnungsfeier bestreiten, ist noch streng geheim. Die VeranstalterInnen versprechen jedenfalls eine „fulminante Show“. Also: Schnell Karten besorgen (www.games-cologne.de)! Zum ersten Mal seit ihrer Gründung 1982 in San Francisco finden die Gay Games in Deutschland statt, zum zweiten Mal in Europa. Mehr zum Thema
1. Juli – Tag gegen Tiertransporte
Unterwegs mit den „Animal Angels“

Es ist Sommer, der Grill hat Hochsaison. Und was liegt drauf? 88,4 Kilogramm Fleisch isst der Deutsche jedes Jahr laut Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie e.V., und Männer verzehren fast doppelt so viel Fleisch wie Frauen. Doch bis die Würstchen und Schnitzel auf dem Rost schmoren, ist es ein weiter Weg – für 360 Millionen Tiere, die jedes Jahr nach zumeist quälender Intensivhaltung über Tausende Kilometer durch ganz Europa transportiert werden. Sie werden dabei oft unzureichend versorgt, vegetieren im eigenen Dreck dahin, werden misshandelt und verletzt, bis sie schließlich halbtot im Schlachthaus landen. „Animal Angels“ heißt eine Organisation, die Tiere auch in Deutschland bei den Transporten begleitet. Sie arbeitet dabei eng mit den Behörden zusammen und dokumentiert die Missstände. In unserem Tierrechts-Dossier berichteten wir über die Arbeit der Aktivistinnen. mehr
Brief aus Iran
Gefährlicher Traum von Freiheit

EMMA wurde vielfach gefragt, wie es nun unseren Freundinnen und Freunden im Iran ergangen ist, am 12. Juni, dem Tag des Protestes gegen die manipulierten Wahlen. Den Medien war zu entnehmen, dass die Protestführer die Demonstrationen abgesagt hatten, weil sie ihnen zu gefährlich schienen. Einige wagten es dennoch, auf die Straße zu gehen - mindestens 900 von ihnen sind verschwunden in den Folterkellern des Regimes. Dem Bericht an EMMA aus Iran ist zu entnehmen, was auch wir tun könnten. Mehr
Gabriele-Münter-Preis 2010
Ausstellung „Vorreiterin“ ab 30.6. im Frauenmuseum

In diesem Jahr hat die Berliner Kunstprofessorin, Malerin und Bildhauerin Christiane Möbus den Gabriele-Münter-Preis bekommen. "Ihre Objekte - ob Hirsche, Eisbären, Lastwagengehäuse unter schwarzem Tüll - stets entwickeln sie ihre Aura aus Hochspannung, politischem Bewusstsein und wohldosierter Poesie, Magie und Kalkül", sagt Marianne Pitzen, Direktorin des Frauenmuseums Bonn, über die Preisträgerin. In diesem Jahr hatten sich sage und schreibe 1.362 Künstlerinnen beworben! Das zeigt A, wie viele Künstlerinnen es gibt. Und B, wie wenige Preise, auf die sie hoffen können. Der vom Frauenministerium vor 20 Jahren initiierte Preis wird alle drei Jahre vergeben, ist mit 20.000 € dotiert und für Künstlerinnen über 40 gedacht – nach der „Familienphase“ bzw. nach dem Erwachen. Für die Ausstellung „Vorreiterin“, die vom 30. Juni bis 5. September im Frauenmuseum Bonn zu sehen ist, wurden außerdem die Arbeiten von weiteren 39 Künstlerinnen ausgewählt. www.frauenmuseum.de, www.gabrielemuenterpreis.de











