Meine Geschichte

Das Problem am Queerfeminismus

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Liebe Alice Schwarzer, dies ist ein feministischer Liebesbrief an Sie von zwei Frauen (28 und 31 Jahre), die in Ihnen ihre Stimme in der Öffentlichkeit vertreten sehen. Für Ihren unerlässlichen Mut, sich zu äußern, möchten wir Ihnen von Herzen danken. Wir finden es äußerst bedauerlich, dass Frauen in unserem Alter die Realität dermaßen verkennen und Ihnen gegenüber nichts anderes als Missgunst empfinden. 

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Eine von uns hat dem neueren deutschen Feminismus (wir nennen ihn hier Queerfeminismus) nie etwas abgewinnen können. Die andere hat sich irgendwann mit der Einsicht von ihm abgewandt, der Indoktrinierung nahe gewesen zu sein. Uns erinnern die wiederkehrenden Diffamierungskampagnen gegen Sie (aber auch gegen Frauen wie Necla Kelek) an Hexenverfolgung, bei der hinter strittigen Äußerungen von Frauen sofort das absolut Böse (Rassismus, Rechtspopulismus) vermutet wird, während strittige Äußerungen von Männern nach anderen moralischen Maßstäben bewertet werden. 

Uns erfüllt es mit Scham, dass die Errungenschaften, die Sie und viele andere Frauen in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten erkämpft haben, von unseren Altersgenossinnen mit Füßen getreten werden. Auch, wenn für Deutschland noch lange nicht alles erkämpft wurde (hier denken wir beispielsweise an die Prostitution oder den Abtreibungsparagraphen), so blicken wir hierzulande doch auf eine Infrastruktur, die Frauen Schutz und Entfaltungsmöglichkeiten bietet. Unserer Meinung nach vertreten viele dieser „Pro-Kopftuch“-Feministinnen ausschließlich gebildete Gruppen von Frauen in diesem Land, während die, die von den Folgen des Islamismus betroffen sind, weitgehend vom Diskurs ausgeschlossen sind.

Wir bedanken uns auch im Namen einiger muslimischer und nicht-muslimischer Männer für Ihre Streitbarkeit, Ihr Durchhaltevermögen und Ihre Nerven!

Lise und Elli, Leipzig

PS: Ebenfalls möchte sich eine, die ihren Hurenpass vor kurzem abgegeben hat, im Namen aller ihr bekannten Nutten bedanken. Da Nutten, Huren, Callgirls seltenst Solidarität erfahren und oft als Gegnerinnen des Feminismus wahrgenommen werden. Hinzufügen möchte ich, Elli, dass während der Diskussion, ob die politisch korrekte Berufsbezeichnung nun „Prostituierte“ oder „Sexarbeiterin“ ist, ich mir beim Ordnungsamt einen Anschaffungsausweis abholen musste, auf dem in großen rot gedruckten Buchstaben „Hurenpass“ stand.

 

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