Ein neuer Antisemitismus

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Alice Schwarzer spricht mit Elisabeth Badinter über das beunruhigende Ausmaß und die zunehmend tödlichen Folgen dieses neuen Antisemitismus, der in der Regel von Muslimen und aus der Linken kommt. mehr

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Und sie redet mit einer Überlebenden von Auschwitz, der 94-jährigen Renate Lasker-Harpprecht, die mit ihren Nachbarn nur gute Erfahrungen macht. Sie lebt in Frankreich und sagt: "Ich will mir nicht den Rest meines Lebens von Hitler diktieren lassen." mehr

In dem Dossier zum Jahrestag der Befreiung des Frauen-KZs Ravensbrück geht es um den Umgang mit der Vergangenheit, die lebendig ist bis in die zweite und dritte Generation. mehr

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In der aktuellen EMMA

Eine Überlebende spricht

Renate Lasker-Harpprecht im Sommer 2018 in Frankreich. - Foto: Bettina Flitner
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Alice Schwarzer Renate, du hast zwei Jahre deines Lebens in Auschwitz und Bergen-Belsen verbracht. Erst in den letzten Jahren hast du in Interviews und vor Schulklassen über das Grauen gesprochen. Ich will dir das jetzt nicht noch einmal zumuten. Wir alle können wissen, was Auschwitz war – zum Beispiel, indem wir das Buch deiner Schwester Anita lesen. Ich möchte heute von dir wissen, was diese Jahre für dein heutiges Denken, Fühlen und Leben bedeuten.

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Renate Lasker-Harpprecht Eine gute Frage! Diese zwei Jahre sind Vergangenheit. Ich bin ein Mensch, der optimistisch ist. Aber es gibt natürlich Dinge, die man nicht unterdrücken kann.

Zum Beispiel?
Ich träume viel. Und fast immer schlecht.

Und was träumst du?
Ich träume … Jetzt spreche ich davon, mit der Folge, dass ich heute Nacht wieder davon träume!

Entschuldige.
Also ich träume, dass der Krieg vorbei ist, und ich wieder in unserer alten Wohnung in Breslau bin. Und dann klingelt es an der Türe – und da stehen meine Eltern. Und die Eltern machen mir schreckliche Vorwürfe, dass ich sie nie gesucht habe. Dass ich nichts unternommen habe, um zu wissen, was man mit ihnen gemacht hat.

Deine Eltern sind 1942 deportiert worden.
​Ja. Sie haben einen Brief bekommen, dass sie sich in 24 Stunden da und da einzufinden hätten, mit maximal 20 Kilo Gepäck. Und dann hat es eine schreckliche Nacht bei uns gegeben. Meine älteste Schwester, Marianne, war ja schon in London. Und Anita und ich, wir haben nicht wirklich Abschied von unseren Eltern genommen. Ich bin irgendwann ins Bett gegangen und habe geschlafen.
 

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Alice Schwarzer im Gespräch mit Renate Lasker-Harpprecht im Sommer 2018. - Foto: Bettina Flitner
Alice Schwarzer im Gespräch mit Renate Lasker-Harpprecht im Sommer 2018. - Foto: Bettina Flitner

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