Haltung gegen Islamismus
„Es sollte ein Fest für die Demokratie werden“, schreibt Der Spiegel. „Eine Antwort auf die zunehmenden Anfeindungen in diesem Land, verpackt in ein typisch buntes Motto: "Haltung ist hot.“ Wir alle wissen, was damit gemeint ist. Für die Demokratie heißt: gegen rechts. Und rechts ist die AfD. Da sind die Guten sich alle einig.
Nun erinnerte der 21-jährige Abdul B., geboren in Berlin als Kind libanesischer Eltern, daran, wo ein vielleicht noch größerer Feind steht. Abdul ist kein Rechter, er ist ein Islamist. Er ist „polizeibekannt“, gewalttätig und gilt als „Gefährder“. Im Mai dieses Jahres wurde Abdul B. wegen "Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Tat" zu einem Jahr und zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Da er schon neun Monate abgesessen hatte, wurde ihm die Strafe zur Bewährung erlassen.
Drei Monate der bereits verbüßten Strafe saß der Islamist im Libanon. Er wurde nach Deutschland zurückgebracht, weil der hier geborene Abdul B. die deutsche Staatsangehörigkeit hat. Reportern antworteten Nachbarn, Abdul B. sei im Viertel allgemein als Islamist bekannt. Außerdem seien alle im Viertel radikale Muslime. Das Viertel liegt im Zentrum von Berlin. - Wie kann das sein? Wie kann mitten unter uns eine radikalmuslimische Kultur wachsen? Und wie kann ein muslimischer Junge Fundamentalist sein, ohne dass unsere vielbeschworenen demokratischen Werte auch nur die geringste Chance hatten, auf ihn abzufärben? Er scheint in seinem Glauben kaum erschüttert worden zu sein.
Abdul B. erinnert jetzt nicht nur die Feiernden vom CSD schmerzlich daran, dass der Feind nicht vage rechts steht, sondern sehr konkret aus dem ultrakonservativen und radikalen muslimischen Milieu kommt. Für Islamisten sind Homosexuelle Abschaum und zusammen mit Juden und Frauen zu verachten.
Exakt die Szene, die unter dem Motto „Haltung ist hot“ so fröhlich feierte, jubelt so manches mal auch: „queer for palestine!“ Wann aber wollen sie endlich begreifen, dass gerade sie im Visier der Abduls dieser Welt sind, dieser selbstgerechten, fanatisierten Islamisten, die einen Kreuzzug führen gegen alle Werte, die uns teuer sind? Und sie haben uns nicht nur im Nahen Osten im Visier. Sie agieren auch in den Metropolen des Westens, und das seit Jahrzehnten. Aber die Politik schweigt und schaut weg.
„Der Westen und der Islamismus: Eine Ideologie erklärt unserer Gesellschaft den Krieg. Aber statt sich zu wehren und mit aller Härte zurückzuschlagen, weigern wir uns, die Kriegserklärung zu hören.“ Der das sagt, heißt Johannes Winkel und ist der bisher unbekannte Vorsitzende der christdemokratischen Jungen Union.
Wir dürfen gespannt sein, ob wir von all den bekannten Politikern, die jetzt wieder einen „Anschlag auf die Demokratie“ beklagen werden, so klare Worte hören werden.
ALICE SCHWARZER
Aktualisiert um 19 Uhr

