Stoppt die "Sex Work"-Ausstellung!

Entschlossener Protest vor der Bundeskunsthalle in Bonn: "Wir fordern die sofortige Beendigung der Sex Work-Ausstellung."
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Die glühende Hitze konnte sie nicht abhalten: Am Samstag forderten Vertreterinnen mehrerer Organisationen bei einer Kundgebung auf dem gepflasterten Vorplatz und im Museum ein sofortiges Ende der "Sex Work"-Ausstellung in der Bundeskunsthalle, die in ihren Augen ausschließlich der Verschleierung der Missstände und der massiven Gewalt zugunsten der Profiteure der Prostitution dient. In sengender Sonne protestierten auf dem Museumsvorplatz rund zwei Dutzend Frauen und einige Männer von NRW pro Nordisches Modell, der Initiative lasst Frauen Sprechen, den Femen, den Sisters e.V. und dem Netzwerk Ella sowie dem Bundesverband Nordisches Modell. Sie schwenkten bunte Plakate und hielten Reden gegen die verharmlosende Darstellung des Gewalt-Systems Prostitution in der Ausstellung. Namen von Frauen wurden verlesen, die in der Prostitution ermordet oder schwer verletzt wurden, und in einer Schweigeminute an sie erinnert.

Auf Suche nach der Realität leider nicht fündig geworden: Femen-Aktion in den Ausstellungsräumen. der "Sex Work"-Ausstellung.
Auf Suche nach der Realität leider nicht fündig geworden: Femen-Aktion in der "Sex Work"-Ausstellung.

Auch drei Femen stürmten die Ausstellungsräume und machten sich, als Detektivinnen verkleidet und mit der Lupe in der Hand, „auf die Suche nach der Wahrheit: Tatort: Bundeskunsthalle. Verdacht: einseitige Darstellung.“

Denn die Realität fehlt in der mit 400.000 Euro Steuergeld geförderten „sex work“-Ausstellung, die den Anspruch hat, die „Kulturgeschichte der Prostitution“ aufzuzeigen. Kein Wort darüber, dass rund 90 Prozent der Frauen nicht freiwillig in der Prostitution sind. Kein einziges Ausstellungsstück über die Rolle von Menschenhändlern und Zuhältern. Und auch nichts zur Gewalt der Freier. Stattdessen Pro-Prostitutions-Propaganda pur über die ach so „selbstbestimmte Sexarbeit“ (EMMA berichtete).

Während in Frankreich und weiteren Nachbarländern Freier bestraft, Frauen entkriminalisiert und beim Ausstieg unterstützt werden, also das so genannte Nordische Modell eingeführt wurde, leistet sich Deutschland in der Bundeskunsthalle eine als Ausstellung getarnte Propagandaveranstaltung der Prostitutionslobby. Deshalb appellierten die Protestierenden in einem Offenen Brief an Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, dass er dazu beitragen soll, „die aktuelle Ausstellung ‚Sex Work – Eine Kulturgeschichte der Sexarbeit‘ in der Bundeskunsthalle vorzeitig zu beenden“.

Gleichzeitig starteten die DemonstrantInnen auf Change.org eine Online-Petition, die sich an die Direktorin der Bundeskunsthalle richtet: „Indem Sie die grausamen Lebensrealitäten von versklavten Frauen unter dem Begriff ‚Sexarbeit‘ romantisieren, betreiben Sie eine bewusste Geschichtsklitterung“, heißt es da. Und weiter: „Viele von uns Aktivistinnen stehen in direktem Kontakt mit Frauen aus der Prostitution, arbeiten mit Betroffenen oder haben selbst die Prostitution überlebt. Wir sind fassungslos darüber, wie auch die Lebensrealität eines Großteils der Prostituierten in der Ausstellung übergangen wird.“ Auch diese Petition will die sofortige Beendigung der Ausstellung, die noch bis zum 25. Oktober laufen soll (hier kann unterschrieben werden).

PS Doppelmoral lässt grüßen: Bereits als die drei Femen nach ihrer Aktion eskortiert von der Polizei die Ausstellungsräume wieder verließen, stellte sich heraus, dass gegen sie eine Anzeige wegen „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ erstattet worden war. Der Grund: BesucherInnen der Ausstellung fühlten sich über die mit nacktem Oberkörper protestierenden Femen gestört…

Petition: Sofortige Beendigung der "Sex work-Ausstellung" in der Bundeskunsthalle!

 

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