Schulanfang: Lehrerinnen packen aus!

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wir bewundern dich! Wir hier bei EMMA haben einen harten, wenn auch oft vergnüglichen Job. Aber das, was du da wuchtest, scheint uns unvergleichlich – auch wenn es dir trotzalledem immer wieder auch Spaß macht.

Du bist eine ausgebildete Pädagogin und hast gelernt, Kindern Wissen zu vermitteln. Aber das allein war es ja noch nie. Jede von uns kann sich erinnern, wie entscheidend eine einzelne Lehrerin, ein einzelner Lehrer, für unser Leben sein konnte. Und genau das – dem Kind nicht nur Wissen, sondern auch etwas fürs Leben mitgeben zu können – ist für dich heute schwerer denn je.

Zu den üblichen Problemen kommen heute noch so einige dazu: die Unkonzentriertheit wegen der Neuen Medien, der mangelnde Respekt wegen einer falsch verstandenen Antiautorität, schlechte Deutschkenntnisse und kulturelle Zerrissenheit bei Migrantenkindern – und nun auch noch Kinder, die aus Kriegsgebieten geflüchtet sind und kaum Worte haben für ihre Verstörung.

Das alles musst du irgendwie schaffen. Und dabei wollen wir dir hiermit behilflich sein!

Deine EMMAs

In der EMMA September/Oktober 2017 - Das Dossier: Problem Schule

 

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Kommentare

Und ich habe die Befürchtung, dass die Lage für Lehrerinnen nicht besser wird. Durch eine Zunahme des Islams bzw. des durch die Saudi-arabischen Ländern seit den 60er finanzierte Export des Wahhabismus und die erfolgreiche Nicht-Integration der "Zuwanderer", wird das mühsam aufgebaute Frauenbild bei uns in Deutschland einen Rückschritt erleben und der Respekt vor Lehrerinnen durch die Schüler weiter abnehmen.
Das wird die Zukunft sein, wenn wir nicht aufstehen und alle zusammen dagegen ankämpfen!

In vielen -auch schon lange hier lebenden- muslimischen Familien ist es noch normal, dass Kinder geschlagen und sie mit "schwarzer Pädagogik" erzogen werden. Natürlich nehmen Kinder, die nur Gehorchen und Gewalt kennengelernt haben, deutsche Lehrerinnen nicht ernst, sondern begreifen die Schule als Raum, an dem sie selbst richtig "die Sau rauslassen" können und sich nicht an Anweisungen halten müssen. Leider wird diese Problem von Schulen, Bildungsverwaltung und Politik totgeschwiegen. Misshandelnden Eltern wird manchmal selbst von den schon eingeschalteten Jugendämtern "kultursensibel" begegnet, d. h. den Kindern wird nicht geholfen, "weil das bei denen eben so ist". Durch diese Art der "Erziehung" werden patriarchale Gesellschaftsmuster verstärkt und wiederholt und wirkliche Integration verhindert. Dazu kommt noch, dass viele Flüchtlingskinder auch auf der Flucht misshandelt und missbraucht wurden. Was soll mit denen geschehen? Das wird sich nicht von selbst lösen!

Profilfoto von kira m.

@C.P.: Wovon soll das denn alles bezahlt werden? Ich habe heute mehrere Rentner gesehen, die Flaschen aus Mülleimern gesammelt haben und andere, die mit 75 Jahren im Morgengrauen Zeitungen in Briefkästen werfen; weil ihre Rente zu niedrig ist.
Nur - diese Leute haben lebenslang in die Solidarkassen eingezahlt. Es gibt keinen logischen, geschweige denn humanistischen Grund dafür, die Einzahler am Hungertuch nagen zu lassen, um das von ihnen erarbeitete Geld an Zugewanderte auszuteilen, die niemals etwas in die Kassen eingezahlt haben.
Außerdem kann keine pädagogische Arbeit unter diesen unzumutbaren Bedingungen geleistet werden. Ich hätte da schon längst das Handtuch geworfen. Letztlich ist all das eh Merkels alleiniges Problem; sie hat alle eingeladen, nun soll sie das auch lösen. Sie "schafft das" schon!

Das was Sven schreibt, ist richtig. Die meisten Flüchtlingen kennen Schläge aus der Schule, sprich: sie nehmen jetzt höfliche Ansprachen oder Aufforderungen der LehrerInnen gar nicht ernst. Die Disziplinprobleme sind entsprechend enorm. Einige sind durchaus ehrgeizig und fleißig und wollen lernen, z.B. die deutsche Sprache, andere kaspern nur rum. Ein großes Problem ist, dass die ankommenden Flüchtlinge höchstens zwei Jahre in einer DaZ-Seiteneinsteiger-Klasse (ein paar Stunden pro Woche) sind, das ist viel zu wenig, da sie bis dahin nicht das B1-Niveau erreichen. Außerdem ist es völliger Unfug, diese Kinder sofort in die Regelklassen zu stecken, wo sie nur dumm rumsitzen während des normalen Unterrichts, weil sie kein Wort Deutsch verstehen. Man sollte ihnen lieber 8 Stunden täglich allein DaZ-Unterricht geben, damit sie schneller Deutsch lernen können und dann wirklich am normalen Unterricht teilnehmen können. Alles andere ist Zeitverschwendung und falsch verstandene "Integration".

Profilfoto von kira m.

Dazu fällt einem nichts mehr ein. Was für Konsequenzen ergeben sich daraus? Sollen die Lehrer/nnen jetzt während ihres Pädagogik-Studiums auch "am Stock" ausgebildet werden, um damit der Erwartungshaltung ihrer "Kundschaft" gerecht zu werden oder sich doch lieber selber vermöbeln lassen?

Ich zitiere eine Lehrerin, die derzeit Vorbereitungsklassen mit Flüchtlingskindern leitet, aus einem aktuellen Gästebucheintrag in meinem Blog (da sie öffentlich gepostet hat, kann ich das ruhig machen):
"Die Schüler aus den arabischen Ländern sind Schläge gewöhnt. Häufig berichten sie davon, dass sie in der Schule geschlagen wurden und natürlich auch durch Eltern, Großeltern, Onkel, große Brüder, Schwestern, Cousins usw. Hinzu kommen leider auch noch Kriegserfahrungen. (...) Ende des Schuljahres habe ich dann in zwei Fällen zum ersten Mal wirkliche körperliche Misshandlungsspuren bei Schülern meiner Klasse gesehen (...) Ich habe mich mit unserer Schulsozialarbeiterin hierüber unterhalten - und sie vermutet, dass tatsächlich 75%-80% unserer Schüler von ihren Eltern geschlagen werden. Diese Erfahrungen des letzen Jahres haben mich schockiert und zum Nachdenken gebracht."

Diese 75-80 % sind auch wissenschaftlich belegt, u,.a. durch die UNICEF Studie "Hidden in Plain Sight"

Das Thema wurde in den EMMA-Seien angerissen, aber nicht fokussiert. In Syrien, Afghanistan und im Irak etc. herrscht eine komplett andere Erziehungskultur. In Syrien und im Irak z.B. ist Gewalt durch Lehrkräfte gegen Schüler nicht verboten und wird auch praktiziert. Ebenso ist zu Hause elterliche Gewalt erlaubt und wird auch massiv praktiziert. Bzgl. Syrien kam noch hinzu, dass in Schulen die Kinder auf das Untertansein in einem diktatorischem System vorbereitet wurden, mit allem was dazugehört.

Dieser komplett andere Erziehungshintergrund wird zu massiven Konflikten in Schulen führen und Schule muss sich JETZT darauf vorbereiten. Nur redet da kaum einer drüber.... Kinder und Jugendliche, die bisher nur durch Drohungen, Strafe und Gehorsam erzogen worden sind, sind selbstverständlich mit einer demokratischen Schule komplett überfordert.

Zwei meiner besten Freundinnen sind Lehrer und es ist teilweise sehr erschreckend, was sie so von ihrem Berufsalltag berichten. Der Beruf hat definitiv auch seine Vorteile, aber auch viele Nachteile. Einige besorgniserregende Themen sind: sinkender Respekt vor Lehrern durch Eltern der Schüler, kurze Aufmerksamkeitsspanne der Kinder, allgemeiner Mangel an Kollegen...

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