Die lieben KollegInnen

Die lieben KollegInnen 3/2015

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Alice Schwarzers Magazin EMMA hat mit einem Kommentar zum Drama um Flug 4U9525 für Empörung gesorgt. In diesem fordert die Autorin eine höhere Frauenquote im Cockpit. Der Grund: Erweiterte Selbstmorde würden nahezu ausschließlich von Männern begangen. (…) Der ehemalige Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) ließ sich auf Facebook zu einem süffisanten Kommentar Richtung EMMA hinreißen. Er postete „nachdenklich“: Die „EMMA“ fordert jetzt ja die Frauenquote für’s Cockpit. Ob dabei bedacht wurde, daß Frauen häufiger auf die Toilette gehen als Männer und das meistens auch zu zweit??
FocusOnline

„Tote für die Quote?!“ Ein Kommentar (der Sprachwissenschaftlerin Luise Pusch) im Magazin EMMA verlangt mehr Pilotinnen im Cockpit – denn „Amoktrips sind Männersache“. Die Netzgemeinde ist empört, auf Twitter tobt ein Shitstorm gegen das feministische Blatt.
stern.de

Der unbekümmerte Ton, dass der Text zielgenau auf die Quotenforderung hinauslief, ohne zu fragen, was denn eigentlich die Ursachen für diese männliche Selbstmord- und Amok-Tendenz sind und natürlich auch die in der deutschen Bevölkerung weit verbreiteten Ressentiments sowohl gegen „Emma“ als auch gegen „den Feminismus“ – all das sorgte für überhaupt keine Überraschung. Die Menschen flippten also an ihren Tastaturen zuverlässig aus und tippten hasserfüllte Sätze ins Internet.
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Antonia Baum

Ekelhaft oder gar peinlich? Das feministische Magazin EMMA hat mit einem Artikel über den Absturz der Germanwings-Maschine eine kontroverse Diskussion ausgelöst. (…) Tatsächlich regt sich kaum jemand über die reinen Fakten in Puschs Text auf, problematisch sind lediglich die Schlussfolgerungen. ­Offizielle Statistiken geben der Linguistin sogar teilweise recht: Sie besagen, dass sich in Deutschland drei bis vier Mal so viele Männer umbringen als Frauen.
Sueddeutsche.de, Melanie Staudinger

Der mittlerweile berüchtigte, bei der EMMA veröffentlichte, Kommentar zur „Germanwings“-Katastrophe und eine Notiz aus der akademischen Welt der Berliner Freien Universität lassen kaum einen Zweifel: Feminismus, das war einmal.
Cicero, Alexander Kissler

In der EMMA hat eine Autorin angeregt, die Frauenquote unter Piloten zu erhöhen, weil Frauen weniger zu Gewalttaten neigen würden. Sie musste sich vorhalten lassen, das Andenken an die Toten zu missbrauchen. Aber ihr Vorschlag ist nicht schlechter als der, einen Flugbegleiter zu zwingen, den Piloten im Auge zu behalten, wenn sein Kollege auf die Toilette muss.
Der Spiegel, Jan Fleischhauer

Wer ist hier die Konservative? Julia Klöckner und Alice Schwarzer streiten Seit an Seit gegen die Burka. (…) Julia Klöckner und Alice Schwarzer stellen sich nebeneinander vor die Bühne. Klöckner trägt ein giftgrünes, kurzes Kleid und schwarze Stiefel mit sehr hohem Absatz. Schwarzer trägt etwas Dunkles, Wallendes und schwarze Stiefel mit sehr flachem Absatz.
Die Zeit, Merlind Theile
Anm.d.Red.: Die Reaktion von Alice Schwarzer darauf, „Verhüllter Journalismus“, auf www.aliceschwarzer.de

Ich stimme sogar – man mag es kaum glauben – Alice Schwarzer zu, dass das aktuelle Kopftuchurteil geeignet ist, der „Infiltration islamistischen Gedankengutes in alle demokratischen Institutionen“ Vorschub zu leisten.
The European, Sebastian Moll (Theologe)

Wenn Alice Schwarzer fordert, Prostitution zu verbieten, wird sie wohl wissen, dass am Ende des Tages die Prostitution nicht verboten wird – aber alleine die absurde Forderung hat eine Debatte darüber ausgelöst, welche Stellung eine Prostituierte in unserer Gesellschaft hat.
Welt am Sonntag, Dennis Sand

Mildes Urteil gegen ehemalige Bordellchefin vor dem Landgericht: Bewährung. Der Schaden betrug mindestens 1,2 Millionen. (…) Im 50-minütigen Plädoyer fuhr Staatsanwalt Timmers arge Geschütze auf. Auch über Prozess-Fakten hinaus: „Prostitution ist weiße Sklaverei, wie Alice Schwarzer in ihrem Buch erklärt.“
Neue Ruhr Zeitung, Michael Ryberg

Quoten haben stets etwas Verkrampftes an sich. Der Frauentag hätte eigentlich Besseres verdient. Vielleicht hat Alice Schwarzer ja doch mit ihrer Forderung Recht, den Tag ganz abzuschaffen und stattdessen das ganze Jahr über für gleiche Rechte von Frauen und Männern einzutreten.
Cellesche Zeitung, Thomas Gross

Mit Pardon brachte Hans A. Nikel eine ungekannte Bissigkeit in die muffige Adenauer-Ära. Größen wie Loriot, Erich Kästner, Alice Schwarzer und Martin Walser arbeiteten für das Magazin, frech gegen Springer-Presse und den Atomstaat wetternd.
SpiegelOnline, Christoph Gunkel

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