Das politische Magazin für Menschen

Alice Schwarzer bei den Protestierenden, die gegen den Kopftuch-Kongress an der Frankfurter Uni demonstriert haben.

Liebe unbekannte Muslimin,
ich staune. Ich staune, wie ihr die Tatsachen verdreht. Ich war während der Konferenz die Einzige, die raus zu euch gegangen ist, um mit euch zu reden. Und ich habe keineswegs gesagt: „Was wollen Sie hier!“, sondern: „Was wollt ihr? Ich will mit euch reden.“ Das tönt schon ganz anders, oder? Ich habe mich dann mitten unter euch gestellt. Sie und zwei weitere Frauen fingen sofort an, sehr erregt zu schreien. Ich habe versucht zu argumentieren und dabei Ihren linken Arm leicht angetippt. Daraufhin haben Sie noch lauter geschrien: „Fassen Sie mich nicht an!“ – und ich habe ironisch geantwortet: „Ich dachte, nur Männer dürften Sie nicht anfassen.“ Egal. Eigentlich zu läppisch, überhaupt darüber zu reden. Ich habe mich aber nicht entmutigen lassen, eine Zeitlang zugehört und dann vorgeschlagen, dass ihr mich einladet, damit wir in Ruhe miteinander reden können. Und was macht ihr aus diesem Versuch, zu verstehen? Eine Diffamationskampagne. Echt traurig. Und aufschlussreich.
Alice Schwarzer

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KollegInnen über die Konferenz
zum "Islamischen Kopftuch"
an der Frankfurter Goethe-Uni.

Für "einen Wendepunkt" hält die FAZ die Kopftuch-Konferenz in Frankfurt. "Susanne Schröter hat mit großer Widerstandskraft einen Raum geschaffen, in der Meinungen ausgesprochen werden, die sonst zurückgehalten werden oder mit Rassismus-Parolen niedergehalten werden (sollen)." weiter

In der Welt lobt Cigdem Toprak die Frankfurter Konferenz, die "Kritikern sowie den Verteidigern des Kopftuchs gezeigt hat: Es geht nicht um das Individuum, sondern um das System, das wir alle, ob mit oder ohne Kopftuch, kritisieren müssen." Sie ist sicher: "Von nun an bewegt sich etwas." weiter

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