Drei in Cambridge pro Frauenrechte
Cambridge gehört zu den Top-5-Universitäten der Welt. Wer hier studiert, wird was. Die britische Elite-Uni versammelt 35 Colleges unter ihrem Dach, eines davon ist das berühmte Newnham College. Es wurde 1871 als erstes Frauen-College gegründet, um Frauen den Zugang zur Hochschulbildung zu ermöglichen. Niemand Geringeres als die Suffragette Millicent Garrett Fawcett, die Anführerin der Frauenwahlrechtsbewegung, hat Newnham mitgegründet. Sie machte ihr College zu einer Bastion des britischen Feminismus. Später hat Germaine Greer dort unterrichtet.
Die Wissenschaftlerin Rosalind Franklin, die Primatologin Jane Goodall, die Schriftstellerin Sylvia Plath und die Schauspielerin Emma Thompson haben hier ihren Abschluss gemacht.
Und heute, 2026? Heute weht von dieser einst feministischen Bastion die rosa-blau-Flagge, die Trans-Flagge. Das College nimmt seit 2017 nämlich auch biologische Männer auf, die sich „non binär“ oder „als Frau identifizieren“. Die heutige Direktorin Alison Rose verteidigt die „transinklu sive” Politik des Hauses mit dem Argument, dass Newnham eigentlich nie eine reine Frauenhoch schule gewesen sei, da die Freunde der Studen tinnen schon immer dort übernachten durften.
Judith Butlers „Queer-Theorie“, nach der auch das biologische Geschlecht „performt“ werde, also keine Realität, sondern beliebig sei, hat an den Unis ganze Arbeit geleistet. Und während im Rest der Welt die Zeiten, in denen Menschen bei Nennung der biologischen Zweigeschlechtlichkeit geächtet werden, langsam zu Ende gehen, scheinen sie an Universitäten noch immer die Norm.
Doch nun sind in Cambridge am Newnham College drei Frauen angetreten, das zu ändern: Maeve Halligan (23), Thea Sewell (21) und Serena Worley (22). Die Drei haben die Nase voll von der Trans ideologie.
Sie sprechen aus Erfahrung. Serena Worley studierte zuvor an einer Uni in den USA, wo eine Transfrau sie bat, ihre Mitbewohnerin werden zu dürfen. Worley willigte ein, verstand sich als LGBTQI*-Verbündete. Doch ihre neue Mitbewohnerin war 1,93 m groß und belästigte sie „unerbittlich“ sexuell. Als Serena darum an einem reinen Frauen-College in Europa studieren wollte und nach Newnham wechselte, drehte sich auch dort alles nur noch um Trans. Selbst als sie in den Ruderverein des Colleges ging, saß schon eine Transfrau im Boot.
Als Kommilitoninnen das Buch „Trans: When Ideology Meets Reality“ von Helen Joyce in Serenas Zimmer entdeckten, ritzte jemand „Terf“ in ihre Tür, sie wurde gemobbt und ausgegrenzt. Ihre TutorInnen konnten nichts für sie tun. Und die Studentenvereinigung verkündete in einem Brief ihre Unterstützung für „Trans-Rechte“.
Echte Unterstützung erhielt Serena nur von zwei weiteren Frauen, Thea Sewell und Maeve Halligan, die sich ebenfalls fragten, wann es bei all dem Trans-Aktivismus an einem Frauen- College denn endlich mal um Frauen gehe. „Die Universitätskultur ist besessen von der Gender-Ideologie”, klagt Maeve und beschreibt das Campus-Leben: „Man sieht nur noch Pronomen-Anstecker, Regenbogenfahnen, Literatur zu Transgender-Themen. Plakate fragen ‚Fühlst du dich geschlechtsunwohl?‘ Und es wehen Trans Fahnen mit Slogans wie 'Meine Existenz ist keine Bedrohung‘".
Und Thea Sewell sagt: „In Cambridge habe ich viele Freundschaften geschlossen, darunter auch mit Trans-Aktivisten. Ich dachte nicht, dass das ein Problem sein würde. Ich dachte, wenn ich ihre Ansichten toleriere, würden sie hoffentlich auch meine tolerieren.“
Aber wie Worley fühlte auch sie sich auf dem Campus schnell von der Transideologie „überflutet“. Während ihres dritten Semesters in Cambridge zeigte Thea einer Freundin neue Bücher, darunter „Material Girls“ von Kathleen Stock, der Wissen schaftlerin, die von Transrechtsaktivisten aus der Universität Sussex vertrieben wurde. Die „Freundin“ informierte daraufhin Trans-Aktivisten der Hochschule, weil sie der Meinung war, „dass sie ein Recht darauf hätten, meine Ansichten zu kennen“.
Das Resultat: „Der Vorfall führte zu vollständiger Ausgrenzung, demonstrativ feindseligen Reaktionen in öffentlichen Räumen und Terf Graffitis an meiner Tür“, erzählt Thea. Die weni gen Freundinnen, die weiterhin mit ihr sprachen, mieden die Öffentlichkeit mit ihr, aus Angst, mit ihr gesehen zu werden. Maeve Halligan kam schließlich auf die Idee, eine feministische Frauen-Organisation zu gründen, die „Cambridge University Society of Women“ (CUSW), um sich für Frauenrechte und geschlechtergetrennte Räume einzusetzen.
Das Gründen von Organisationen hat in Cambridge Tradition, es gibt sie für alles Mögliche – nur für Frauen nicht (mehr). Die drei kündigten ihre Initiative auf den Social-Media-Kanälen mit folgenden Worten an: „Als einzige offen und stolz gleichgeschlechtliche Vereinigung für Frauen an der Universität ist es unsere Absicht, Frauen zu ermöglichen, sich in einer rein weiblichen Umgebung frei zu äußern. Wir werden Kampagnen durchführen und Spen den sammeln, um Frauen in geschlechtsspezifi schen Belangen zu unterstützen.“
Prompt folgte die Gegenreaktion. Wellen des Frauenhasses, bis hin zu Vergewaltigungsfantasien und Morddrohungen rollten an. Queerfeministische Vereinigungen mobilisierten gegen die drei mit den Worten: „Transgender- und genderqueere Personen waren und sind für unsere Sache als Feministinnen von entscheidender Bedeutung.“ „Ich denke, das ist ein grundsätzliches Problem des Feminismus“, sagt Serena Worley, „dass wir nicht auf dem aufbauen können, was wir bereits erreicht haben. Es wird immer wieder zerstört und dann muss wieder von vorne angefangen werden.“
Und Maeve Halligan ergänzt: „Die Art und Weise, wie manche junge Frauen über ältere Frauen sprechen, ist frauenfeindlich und alters diskriminierend. Und ich finde das arrogant.“ Doch bald schon folgte auch etwas anderes: eine Flut von Unterstützung. Die drei Frauen wur den mit Mitgliedschaftsanträgen überschüttet, darunter auch von vielen weiblichen Absolventinnen. Die „Free Speech Union“, die sich in ganz Großbritannien gegen die „Cancel Culture“ ein setzt, sprang ihnen zur Seite. Anonyme Frauen haben privat gespendet. Joanne K. Rowling folgt ihnen auf Social Media.
Und ein Professor sagte den dreien: „Als Akademiker haben wir darauf gewartet, dass Studentinnen eine solche Gruppe gründen.“ Die drei bleiben skeptisch: „Sie haben all die Jahre nichts getan. Außerdem müssen wir uns mit der Arroganz der akademischen Welt auseinandersetzen. ProfessorInnen wollen nicht zugeben, dass sie sich geirrt haben“, schimpft Halligan. Die drei Frauen gelten in Cambridge nun einerseits als „Faschistinnen“, andererseits als „Revolutionärinnen“. Dass es eine Revolution ist, wenn Frauen für Frauen einstehen, ist in Cambridge ja auch gerade mal nur 155 Jahre her.
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