PorNO: 50 Jahre Widerstand!
Am 28. Januar 1975 tritt in der Bundesrepublik Deutschland ein Gesetz in Kraft, das die sozialliberale Koalition zwei Jahre zuvor verabschiedet hatte: Die sogenannte „einfache Pornografie“ ist ab jetzt nicht länger verboten, sondern für jedermann frei zugänglich. „Wer in seinem Kämmerlein Pornografie konsumieren will, kann sie kaufen und für den darf sie hergestellt werden“, erklärt Hans de With, Staatssekretär im Justizministerium. Und er fügt hinzu: „Ich erwarte keine neue Pornowelle.“ Selten dürfte sich ein Regierungsmitglied derart dramatisch geirrt haben.
Genau 50 Jahre später werden allein in Deutschland jeden Monat 43.000.000 mal pornografische Websites aufgerufen. Das macht eine halbe Milliarde Aufrufe im Jahr. 80 Prozent der deutschen Männer geben an, regelmäßig Pornos zu schauen.
Aber es ist nicht nur die erschlagende Masse der Zugriffe. Was auf diesen Seiten zu sehen ist, ist von atemberaubender Frauenverachtung, der Phantasie von Erniedrigung und Gewalt sind keinerlei Grenzen mehr gesetzt. Millionenfach erregen Männer sich nicht über, sondern an misshandelten Frauen. Frauen mit aufgepumpten Brüsten und rasierten Genitalien, die in alle Körperöffnungen penetriert werden, denen Männer ins Gesicht ejakulieren, die gefesselt, geschlagen oder mit Elektroschocks gefoltert werden. Diese Bilder schwemmen via Handy in die Gehirne der Porno-Konsumenten. Und die werden immer jünger. Hatte noch 2023 „nur“ jeder vierte 11- bis 13-Jährige schon Pornografie gesehen, war es 2025 schon jeder dritte, laut einer Studie der „Landesanstalt für Medien NRW“. Und nur einer von vier Jugendlichen – Jungen wie Mädchen – hält Pornos für „unrealistisch“.
Immer mehr Jugendliche, inzwischen 75 Prozent, halten also das, was sie in den Pornos sehen, für eine Vorlage für echten Sex. Und das, noch bevor sie eigene sexuelle Erfahrungen machen. Ist es da ein Zufall, dass bei den insgesamt rund 16.000 Fällen sexuellen Missbrauchs, die 2024 angezeigt wurden, ein Drittel der Täter minderjährig sind?
Als „Riesen-Feldversuch ohne Ethikkommission“ bezeichnet das die Münchner Psychotherapeutin Heike Melzer. Sie gehört zu den TherapeutInnen, die seit Jahren Alarm schlagen, weil ihre Praxen mit pornosüchtigen Männern geflutet werden, die zu Sex mit ganz normalen Frauen gar nicht mehr in der Lage sind (EMMA 4/25). „In ihren Beziehungen haben immer mehr Männer Erektions- und Orgasmusstörungen. Aber nur in Bezug auf die Partnerin. Die kann mit den Pornos nicht konkurrieren“, erklärt Melzer. „Wenn ich Erregung immer mit bestimmten Porno-Sequenzen verknüpfe oder bestimmten Fetischen kombiniere, dann fehlt das bei der Partnerin. Und es gibt natürlich eine Konditionierung auf ein bestimmtes Aussehen und ein bestimmtes Alter. In der Pornowelt ist schon eine 40-Jährige eine verwelkte Zwetschge und läuft unter MILF oder GILF (Mother oder Grandmother I’d like to fuck, Anm. d. Red). Dazu kommt die Vorstellung, dass die Frau sexuell parat zu sein hat und sich den Vorlieben unterordnen soll.“
Feministinnen haben vor den katastrophalen Folgen von Pornografie von Anfang an gewarnt. Als erste gingen die Amerikanerinnen auf die Straße. Im Jahr 1973 – dem Jahr, in dem der Deutsche Bundestag weitgehend geräuschlos die Freigabe der „einfachen“ Pornografie beschließt, ist vor amerikanischen Kinos die Hölle los. Frauen protestieren gegen einen Film, der die Pornografie aus der „Schmuddelecke“ in den Mainstream holt: „Deep Throat“, bis heute der wohl berühmteste Pornofilm aller Zeiten. Die „Handlung“: Eine Frau entdeckt, dass ihre Klitoris im Hals sitzt und findet Befriedigung, indem sie Penisse sehr tief in den Mund nimmt. Erstmalig läuft ein Pornofilm in großen Kinos, Prominente wie Jack Nicholson oder Shirley MacLaine, Warren Beatty oder Jackie Kennedy besuchen ihn demonstrativ. Der Film gilt als cooles Statement gegen Puritanismus und Prüderie.
„Porn Hurts Women“ (Pornografie verletzt Frauen) steht auf den Plakaten der protestierenden Frauen und „Deep Throat was not victimless“ („Deep Throat“ war nicht ohne Opfer). Tatsächlich offenbarte die öffentlich gefeierte Hauptdarstellerin Linda Lovelace, eigentlich: Linda Boreman, Jahre später, dass sie von ihrem brutalen Zuhälter mit Schlägen und Todesdrohungen zunächst zur Prostitution und dann zu den Dreharbeiten gezwungen worden war. Ihr Martyrium schilderte sie in ihrem Buch „Die Wahrheit über Deep Throat“ – und stellte sich als Anti-Porno-Aktivistin an die Seite der Feministinnen.
Die Amerikanerinnen protestieren auch gegen das Porno-Magazin Hustler, das Frauen zeigt, die auf einem Billardtisch vergewaltigt oder gleich durch den Fleischwolf gedreht werden. An vorderster Front des Protestes: Bekannte Feministinnen wie Ms.-Herausgeberin Gloria Steinem, Juristin Catharine MacKinnon oder Publizistin Andrea Dworkin, die mit ihrem Buch „Pornography“ das Standardwerk zum Thema veröffentlicht. Gemeinsam mit Juristin MacKinnon legt Dworkin sogar einen Gesetzentwurf gegen den „sexualisierten Frauenhass“ vor. „Pornografie ist ein Instrument des sexuellen Faschismus, sie ist Symbol, Ausdruck, Symptom männlicher Dominanz“, analysiert MacKinnon (siehe S. 66), kurz: „Pornografie macht Sexismus sexy.“ Vergeblich: US-Gerichte entscheiden, Pornografie sei von der „freedom of speech“, der Meinungsfreiheit, geschützt.
Auch in Deutschland regt sich allmählich erster Protest. Als 1975 der Film „Geschichte der O“ startet, stürmen Frauengruppen in mehreren Städten die Kinos. In der Verfilmung des französischen Romans von Pauline Réage lässt sich eine Frau sexuell versklaven und genießt ihre Misshandlung durch ihren „Herrn“ und weitere Männer. „In diesem Film wird Gewalt gegen Frauen verherrlicht“, erklärt eine Frankfurter Frauengruppe in ihrem Flugblatt, „und so ist es kein Wunder, dass in Paris die Vergewaltigungszahlen nach diesem Film erschreckend in die Höhe stiegen!“ In ganz Deutschland fliegen Eier auf Leinwände, müssen Vorstellungen abgebrochen werden, weil die protestierenden Feministinnen Stinkbomben in die Kinosäle geworfen haben.
Ab 1976 bringt die Frauenbewegung, die in Deutschland 1971 mit dem Kampf gegen den § 218 gestartet war, das Thema sexuelle Gewalt gegen Frauen auf die Tagesordnung. Als vom 4. bis 8. März in Brüssel 1.500 Frauen zum Internationalen „Tribunal gegen Gewalt gegen Frauen“ zusammenkommen, ist auch der Kampf gegen Pornografie ein Thema.
Am 26. Januar 1977 erscheint zum ersten Mal die EMMA. Eine ihrer ersten Amtshandlungen ist ein Generalangriff auf die alltägliche Pornografisierung: die Stern-Klage. Gemeinsam mit neun Frauen – darunter Schauspielerin Inge Meysel, Regisseurin Margarete von Trotta und Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich – verklagt Alice Schwarzer im Sommer 1978 das Hamburger Magazin wegen seiner sexistischen Titelbilder, darunter eines, das die nackte Grace Jones mit Fußketten zeigt. Worum es den Klägerinnen geht – nämlich nicht um Nacktheit, sondern um Erniedrigung von Frauen – erklärt Anwältin Gisela Wild in ihrer Klageschrift: „Die Frau wird so dargestellt, als sei sie männlicher sexueller Lust jederzeit verfügbar und unterstehe damit seiner Beherrschung.“ Der Versuch von Stern-Chefredakteur Henri Nannen, die Klage als lächerlich und die Klägerinnen als „frustrierte Grauröcke“ abzutun, scheitert fulminant. Zwar verlieren Schwarzer und ihre Mitstreiterinnen den Prozess juristisch, gewinnen ihn jedoch moralisch. Die ganze Nation diskutiert und Richter Engelschall erklärt in seiner Urteilsbegründung: Es sei ein „berechtigtes Anliegen“, auf eine „der wahren Stellung der Frau in der Gesellschaft angemessene Darstellung des Bildes der Frau in der Öffentlichkeit und insbesondere den Medien hinzuwirken.“ Aber: „Mit einem solchen Anliegen müssten sich die Klägerinnen an den Gesetzgeber wenden.“ Mit anderen Worten: Den Gerichten sind die Hände gebunden, solange es kein Gesetz gegen frauenverachtende Darstellungen in den Medien gibt. Richter Engelschall: „In 20 oder 30 Jahren werden die Klägerinnen vielleicht gewinnen können.“ Seither sind 48 Jahre vergangen.
Diese erste Sexismus-Klage der Bundesrepublik hat Sexualpolitik als zentrales Kernthema auf die Tagesordnung katapultiert: die Brechung und Berherrschung von Frauen durch Sexualität. Die Pornografisierung formt den Sex zur Waffe. Entsprechend gilt der Kampf der Pervertierung der Sexualität.
Jetzt stürmen Feministinnen die aufblühenden Sexshops. „Diese Läden stinken uns schon lange“, erklärt die militante Protestgruppe „Rote Zora“ nachdem sie in Köln mehrere Dr. Müller-Sexshops überfallen und Pornoartikel im Wert von 200.000 Mark geraubt hatte. „Die Frau wird auf ihren Körper reduziert und zur Sexmaschine degradiert. Mit List und Tücke hauen wir die Pornoshops in Stücke!“
Ab Oktober 1987 macht EMMA einen neuen Aufschlag gegen die Pornografie und fordert: PorNO! Es wird die durchschlagendste Kampagne in der Geschichte von EMMA werden, von der bis heute die Rede ist. Auslöser: Eine neue Generation „cooler“ Pornografen in den Medien und der Werbung. „Längst ist die illegale harte Pornografie in legale Billig- und Hochglanzzeitschriften geschwappt“, schreibt Alice Schwarzer in ihrem Kommentar „Die Würde der Frau ist antastbar“ (siehe s. 68). „Denen genügt es nicht mehr, unsere Haut zu Markte zu tragen. Die ziehen uns die Haut ganz vom Leib. Die gefolterte und zerstückelte Frau – das ist seine Antwort auf unsere Emanzipation.“ Gefolterte und ermordete Frauen zieren nun die Cover von Zeitgeist-Magazinen wie Tempo und Wiener. Fotografen wie Helmut Newton oder Nobuyoshi Araki werden für ihre „Modefotos“ von Frauen gefeiert, die gefesselt in Bäumen hängen oder von Hunden penetriert werden.
Wer sich früher verstohlen ins schmuddelige Porno-Kino schleichen musste, kann sich jetzt die sexualisierte Frauenverachtung ganz einfach und diskret ins Wohnzimmer holen: „Monatlich werden 500.000 Porno-Videos ausgeliehen, 200.000 davon sind ‚besonders gewalttätig‘“, meldet EMMA und erklärt erneut, worum es beim Kampf gegen die Pornografie eigentlich geht: „Pornografie hat nichts mit Sittlichkeit oder sexueller Moral zu tun. Pornografie ist eine Frage der Menschenrechte: der Menschenrechte für Frauen. Denn Pornografie schafft von Frauen ein Bild als Menschen zweiter Klasse, als geborene Opfer: gerade gut genug, benutzt, genommen, vergewaltigt, gefoltert und massakriert zu werden.“ Das hat Folgen, nicht nur für die „Pornodarstellerinnen“, die sich für diese Praktiken zur Verfügung stellen (müssen) und über die EMMA immer wieder berichtet, sondern auf die ganze Gesellschaft. Die Ergebnisse der Wirkungsforschung sind schon damals eindeutig: Pornografie senkt bei den Konsumenten die Hemmschwelle, Gewalt gegen Frauen anzuwenden.
Diese beunruhigende Entwicklung, die auch die Menschen spüren, torpediert die PorNO-Kampagne jetzt an die Öffentlichkeit, die das Thema Pornografie nun in nie gekanntem Ausmaß debattiert, ob im Taxi oder beim Friseur. Als EMMA am 26. November 1987 zur Podiumsdiskussion in die Kölner VHS einlädt, kommen 3.000 (!) ZuschauerInnen. Das sprengt das Fassungsvermögen des Saals, 1.000 müssen draußen bleiben. Auf dem hochkarätig besetzten Podium: Die aus New York eingeflogene Anti-Porno-Aktivistin Andrea Dworkin, deren Klassiker „Pornografie – Männer beherrschen Frauen“ EMMA auf Deutsch herausgebracht hatte; Spiegel-Kulturchef Hellmuth Karasek, Tempo-Chefredakteur Markus Peichl und EMMA-Herausgeberin Alice Schwarzer; sowie drei Politikerinnen: Bundesfrauenministerin Rita Süssmuth (CDU), die Bundestagsabgeordnete und spätere Frauenministerin Renate Schmidt (SPD) und die Grünen-Abgeordnete Verena Krieger.
Auf der Bühne fliegen die Fetzen. Denn kurz zuvor hatte EMMA einen mit der späteren Berliner Justizsenatorin Lore Maria Peschel-Gutzeit entwickelten Gesetzentwurf vorgelegt. Frauen sollen ihre Verletzung durch Pornografie zivilrechtlich einklagen können: „Wer Frauen oder Mädchen durch Herstellung, Verbreitung oder Öffentlichmachung von Pornografie in ihrem Recht auf Würde und Freiheit, körperliche Unversehrtheit oder Leben verletzt, ist zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens und zur Unterlassung verpflichtet.“ Und wie definiert das Gesetz Pornografie? Als „verharmlosende oder verherrlichende, deutlich erniedrigende sexuelle Darstellung von Frauen oder Mädchen“.
Der Generalangriff auf die so selbstverständliche Verbreitung von Pornografie ist so massiv, dass Zeitschriftenhändler, die gut an den Pornoblättern verdienen, sich weigern, die EMMA auszuliefern. Fadenscheinige Begründung für den Auslieferstopp: EMMA (die einige kleine Fotos zur Veranschaulichung gedruckt hatte) verbreite selbst Pornografie! Doch der Einschüchterungsversuch geht nach hinten los und macht die Kampagne, die ohnehin schon eingeschlagen hatte wie eine Bombe, nur noch bekannter. Und es geht weiter: Die SPD veranstaltet mit dem PorNO-Gesetzentwurf ein Hearing zum Thema. Das bleibt zwar folgenlos, die Debatte prägt aber eine ganze Politikerinnen-Generation.
Als 1998 die rot-grüne Regierung nach den Kohl-Jahren die Wahlen gewinnt, kündigt Justizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) im EMMA-Interview noch an: „Ein vernünftiges Gesetz gegen Pornografie gehört in das Gesamtpaket gegen Sexualgewalt. Pornografie ist ein Verstoß gegen die Menschenwürde.“ Der Handel mit und der Konsum von Pornografie müssten geahndet werden. Und die Ministerin geht sogar noch weiter: „Auch die Entschädigung der Opfer von Pornografie ist ein Thema.“ Ihre Nachfolgerin Brigitte Zypries lässt im Schröder/Fischer-Kabinett das Thema wieder in der Versenkung verschwinden. Dennoch: So weit waren wir schon mal in Bonner Zeiten.
In der Berliner Republik herrscht heute in der Politik und bei den Feministinnen Friedhofsruhe. Vom Deutschen Frauenrat, der sich 1978 noch der Stern-Klage angeschlossen hatte, ist zum Thema Pornografie kein Wort zu hören. Dafür ist der Frauenrat bei der Prostitution glühender Gegner der Freierbestrafung. Ganz wie die „sexpositiven“ Queer-Feministinnen (siehe S. 70).
Dabei ist die Lage an der Porno-Front so desaströs wie nie zu vor. Wir haben es nun schon mit der dritten „pornifizierten“ Generation zu tun. Doch noch nie wurden schon Schulkinder so tief von sexualisierter Frauenverachtung geprägt wie heute. Jeder zweite Jugendliche beiderlei Geschlechts glaubt, dass Mädchen „körperlich aggressive Sexpraktiken genießen“. Dass Pornografie Kindern und Jugendlichen unter 18 gar nicht zugänglich gemacht werden darf, läuft dabei ins Leere. Jedes Kind kann auf den „Ich bin über 18“-Button klicken und gelangt so hürdenlos in die weiten Pornowelten. Auf Portalen wie OnlyFans bieten sich Mädchen kinderleicht als Hobby-Pornodarstellerinnen an und die Künstliche Intelligenz erlaubt Männern, sich jede noch so perverse Phantasie selbst zu kreiieren (siehe S. 48).
Gegenwehr? Keine. Zumindest in Deutschland nicht. Das ist in anderen Ländern anders. In England zum Beispiel hat eine bei der Regierung angesiedelte Task-Force gerade eine Anti-Porno-Strategie vorgelegt (siehe S. 56). Die federführende Abgeordnete Gabby Bertin hatte in ihrem gleichnamigen Bericht im März 2025 erschreckende Zahlen vorgelegt. Demnach war jede dritte Frau beim Sex schon gewürgt und zwei von drei waren geschlagen worden.
Doch um die Mädchen und Frauen, die unter durch Pornos brutalisierten Jungen und Männern leiden, geht es bisher nie, zumindest nicht in Deutschland. Die einzigen, die hierzulande Alarm schlagen, sind die erwähnten TherapeutInnen wg. männlicher Pornosucht – und die Krankenkassen, die diese Therapien finanzieren müssen. Die Diagnose lautet: Pornografie-Nutzungsstörung (PNS). Immerhin. Aber wer therapiert die Opfer der Pornografen?
Doch liest man die aktuelle Studie zur Jugendsexualität, die das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, BIÖG (vormals: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), gerade herausgebracht hat, ist eigentlich alles in Butter: „Jugendliche werden immer später sexuell aktiv“, lautet das zentrale Ergebnis. So hatten 2025 nur 40 Prozent der 17-Jährigen schon Sex (im Jahr 2019 waren es noch 61 Prozent gewesen). Das positive Fazit des BIÖG: „Junge Menschen lassen sich heute generell mehr Zeit und treffen bewusste Entscheidungen, wenn es um Sexualität geht.“ Und die Pornografie? Ist es denkbar, dass sich Mädchen beim Anblick dessen, was sie glauben über sich ergehen lassen zu müssen, sagen: Nein danke? Und ist es denkbar, dass Jungen sich in der Pornowelt wohler fühlen als mit realen Mädchen? Wir wissen es nicht. Denn das Bundesinstitut hat den 5.600 Jugendlichen in der Studie viele Fragen gestellt. Nur eine nicht: Wie hältst du es mit der Pornografie? Schade.
CHANTAL LOUIS
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