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Inge Brandenburg (1929-1999) war ein Star, wie es ihn hier selten gab. Sie war die „weiße Deutsche“, die sich im Nachkriegsdeutschland an die „schwarze Musik“ wagte. Mit ihrer tiefen, emotionalen Stimme sang sie den Blues so überzeugend, dass selbst internationale Jazz-Größen anerkennend applaudierten. Das Time Magazine verglich sie mit der großen Billie Holiday. Aber es kam alles anders: Die deutschen Plattenfirmen versuchten, Brandenburg in die Rolle zu drängen, die für Frauen wie sie vorgesehen war: Schlager- und Schnulzensängerin. Brandenburg, die über sich selbst sagte, sie sei nur auf der Bühne glücklich, setzte sich zur Wehr – aber zerbrach doch an den Spannungen. Enttäuschte Freundschaften, enttäuschte Lieben, Alkoholmissbrauch, Krankheit, am Ende Stimmverlust. Zwischenzeitlich war die große Brandenburg in Vergessenheit geraten. In der aktuellen EMMA erinnert die Liedermacherin und Journalistin Joana Emetz, die ihr Vorbild Inge Brandenburg das erste Mal mit 19 Jahren persönlich traf, an die große Sängerin, die heute wieder entdeckt wird. Von Dienstag auf Mittwoch zeigt der NDR um Mitternacht die viel beachtete Dokumentation „Sing! Inge, Sing!“ von Marc Boettcher. Hier geht es zum Trailer

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