Manifest: Care-Arbeit bezahlen!

Care-Arbeit bezahlen! - Die MacherInnen und ihr Manifest. Foto: privat
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Care-Arbeit muss von beiden Geschlechtern geleistet werden! Die Wertschöpfung von Care-Arbeit muss deutlich werden! Care-Berufe müssen aufgewertet werden! Soziale Absicherung für Care-ArbeiterInnen! Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern! Das fordern die AktivistInnen des Equal-Care-Days, allen voran Almut Schnerring und Sascha Verlan (EMMA berichtete), nun in einem Manifest. Die beiden hatten 2016 den „Equal-Care-Day“ ins Leben gerufen, um die Sorge-Arbeit, die unbezahlt und vorrangig von Frauen gleistet wird, sichtbar zu machen und um darum zu kämpfen, dass Männer die Häfte der Arbeit übernehmen. "Wirtschaft ist ohne die unentgeltliche Sorge-Leistung überhaupt nicht möglich", betont Konferenz-Initiatorin Almut Schnerring. „Es braucht jemanden, der gekocht, geputzt, gebügelt und versorgt hat, bevor jemand anderes an eine Werkbank oder einen Schreibtisch tritt.“ Die Corona-Krise zeigt nun ganz deutlich, wie unverzichtbar Sorge-Arbeit ist.

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Wir müssen die Wirtschaft umstricken!

Auf der „Equal Care-Konferenz“, die Ende Februar in Bonn stattfand, haben die TeilnehmerInnen Maßnahmen vorgestellt, die ein völliges Umdenken in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bedeuten würden. Jetzt haben sie diese Maßnahmen in ein Manifest gegossen. „Wir müssen diese Ökonomie umstricken und vom Kopf auf die Füße stellen“, erklärt die Haushaltsökonomin Uta Meier-Gräwe bei der Vorstellung des „Equal Care-Manifests“ am Dienstag in Bonn. Die MacherInnen fordern, unbezahlte Sorge-Leistungen ins Bruttoinlandsprodukt (BIP) aufzunehmen. Diese Kennziffer des Wohlstands würde etwa um ein Drittel wachsen, wenn Kochen, Putzen, Kinderbetreuung und die Pflege älterer Angehöriger in Deutschland mit dem Mindestlohn bezahlt würden, wie Berechnungen gezeigt hätten.

Es darf keine Frauenfalle werden!

Außerdem fordern sie mehr Investitionen in die allgemeine Kinderbetreuung, die Betreuung älterer Menschen und die Pflege von Menschen mit Behinderungen. Eine Forderung könnte in der Umsetzung allerdings nach hinten losgehen: Die nach der bezahlten Hausarbeit. Denn die könnte, wie Alice Schwarzer schon 1974 schrieb, zur Frauenfalle werden (Nehmt euch in Acht vor dem Hausfrauenlohn!)

Wenn Frauen Geld dafür bekommen, zuhause zu arbeiten, könnte sie das sehr wohl ans Haus binden und aus der Arbeitswelt verdrängen. „Wir wollen ja, das Care-Arbeit zu gleichen Teilen von Männern und Frauen gemacht", sagt dazu Sascha Verlan. Die Bezahlung von Hausarbeit dürfe keine Frauenfalle, sondern müsse eine Chance für beide Geschlechter sein.

Ihre Forderungen wollen die Manifest-MacherInnen nun an Politik und EntscheiderInnen herantragen.

www.equalcareday.de

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