Tausende Frauen demonstrierten gegen Gewalt

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Dass es so viele werden, nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt, das hatte sich Koenen „nicht träumen lassen“. In Neu-Delhi waren es alleine 2.000 Frauen nur vor dem Parlament. Mit pinken Armbinden und weißen T-Shirts, auf denen in großen Lettern das Motto des Tages stand: One Billion Rising. Eine Milliarde Frauen erheben sich. Gegen sexuelle Gewalt und Unterdrückung.

Kein Wunder, dass die InderInnen, die seit Wochen gegen die brutale Gruppenvergewaltigung einer 23-jährigen Studentin demonstrieren, sich diesem weltweiten Frauenprotest besonders enthusiastisch anschlossen – und als Höhepunkt das Patriarchat symbolisch zu Grabe trugen.

Die Bilder und Videos, die im Netz kursieren zeigen: Weltweit haben zehntausende Frauen mit Tänzen, Kunstaktionen und Demonstrationszügen an den Protesten teilgenommen. 5.000 Nonnen, Studentinnen und Schülerinnen tanzten in Reih und Glied in Manila. 2.000 auf dem Fed Square in Melbourne. Kongo, Nigeria, Südafrika, Texas, San Francisco, New York, London. Selbst in Kathmandu, der Hauptstadt von Nepal, zogen hunderte Frauen unter den Strengen Blicken des Militärs durch die Straßen. Ähnliche Bilder aus Afghanistan: Trupps von Soldaten mit Schildern und Schlagstöcken begleiten die friedliche Demonstration der Frauen durch Kabul.

Die US-Feministin Eve Ensler hatte vor einem Jahr das erste Mal zu „One Billion Rising“ aufgerufen. Nachdem sie von einer Reise in ein Trauma-Zentrum für vergewaltigte Frauen im Ost-Kongo zurückgekehrt war, forderte sie im Februar 2012 in der Huffington Post: „Zu Ehren der Frauen im Kongo, die sich im Angesicht des Grauens erheben: V-Day ruft die eine Milliarde Überlebende von Gewalt auf allen Kontinenten dazu auf, sich anzuschließen und aufzustehen.“

In Deutschland kam der Protest genau zum richtigen Zeitpunkt: Das Brüderle-Porträt von der Journalistin Himmelreich im stern und die #aufschrei-Debatte auf Twitter hat eine landesweite Debatte über Sexismus ausgelöst. In Berlin auf dem Alexanderplatz, in Köln, München oder Osnabrück tanzten DemonstrantInnen und protestierten mit Schildern wie: „Statt Rosen lieber kein Veilchen.“ Eine bessere Nachricht kann es auch zum Valentinstag nicht geben.

 

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