Unerkannte Heldinnen – Reingehen!

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Wir befinden uns Anfang der 60er Jahre in Atlanta, auf dem Gelände der NASA. Und es ist nur einer amtlichen Frauen-Quote zu verdanken, dass die drei schwarzen Mathematikerinnen überhaupt bei der Weltraumbehörde arbeiten – in einer Unterabteilung im Keller. Für schwarze Frauen gilt das gleiche wie für weiße: knielange Röcke, Pumps und Perlenkette (die schwarzen tragen meist falsche Perlen, weil sie sich echte nicht leisten können). Und noch ist die Rassendiskriminierung offiziell festgeschrieben: Extra-Eingänge für "Colored", im Bus nur die hinteren Plätze, Extra-Toiletten etc.. 

Katherine Johnson zum Beispiel, die genialste unter den drei Genies, darf nicht die Toilette im Forschungszentrum benutzen, weil es da keine Toilette für "Colored" gibt. Sie muss jedes Mal eine halbe Meile hin und eine halbe Meile zurück übers Gelände stöckeln, bis der Chef den Grund ihrer langen Abwesenheit entdeckt und diese krude Rassentrennung abschafft. Zumindest innerhalb der NASA kann man sich nicht erlauben, dass ein Genie so viel Zeit verliert, egal welches Geschlecht und welche Hautfarbe das Genie hat.

Taraji P. Henson als Katherine Johnson
Taraji P. Henson als Katherine Johnson beim genialen Rechnen für die NASA.

Es ist der Höhepunkt des Kalten Krieges. Das Selbstbewusstsein und die Ehre der amerikanischen Nation stehen auf dem Spiel. Denn schließlich hatten die Russen nicht nur einen Hund, sondern 1961 auch schon einen Mann, Juri Alexejewitsch Gagarin, ins All geschickt. Es sind die drei afroamerikanischen Mathematikerinnen, die entscheidend dazu beitragen, dass die Ehre der Nation gerettet und im Mai 1962 dann der erste Amerikaner ins Weltall fliegen wird.

Diese drei „unerkannten Heldinnen“ sind gleichzeitig Mütter – von zwei bis sechs Kindern – lieben das Leben und haben Männer, die sie unterstützen. Es ist die Zeit der beginnenden schwarzen Bürgerbewegung und des steigenden Selbstbewusstseins der AfroamerikanerInnen.

Regisseur Ted Melfi (weiß) erzählt das alles in einem mitreißenden Tempo, mit Sinnlichkeit und Humor. Und mit einem tiefen Respekt vor den Frauen.

20. Februar 1962. John Glenn, der erste amerikanische Astronaut im All, ist auf dem Weg zur Startrampe. Doch er wird nicht einsteigen, bevor auf sein Verlangen hin nicht „die Kleine“, die NASA-Mathematikerin Katherine Johnson, persönlich – und mit Bleistift auf Papier – die Daten nachgerechnet hat, die der IBM-Computer für seinen Flug ausgerechnet hatte.

Die echte Katherine Johnson im Jahr 2015.
Die 97-jährige Katherine Johnson 2015 bei ihrer Ehrung durch Präsident Obama.

Taraji P. Henson spielt Katherine Johnson. Die war schon so früh als so schlau aufgefallen, dass sie ab 15 zur Uni ging. Und sie ist immer noch so schlau. Bei der Vorbereitung ihrer Rolle traf Henson sie und schwärmte über die heute 98-Jährige: „Sie ist brillant. Und was mich vor allem faszinierte, ist diese ruhige Strenge, die sie ausstrahlt. Ihr Hirn arbeitet ununterbrochen, deshalb redet sie nicht so viel – und wenn doch, hat sie was zu sagen." Johnson widmete sich später vorrangig der Förderung von Frauen, über alle Hautfarben hinweg. 2015 verlieh Obama der wiederentdeckten Johnson die „Presidental Medal of Freedom“

Dorothy Vaughn, gespielt von Oscar-Preisträgerin Octavia Spencer, war ganz wie Johnson ein Wunderkind und schloss schon mit 19 ihr Studium in Physik und Mathematik ab. Gegen alle Barrieren wurde sie Leiterin des Computer-Bereichs der NASA. Und Mary Jackson, gespielt von der frauenengagierten Musikerin Janelle Monáe, wurde die erste Raumfahrt-IngenieurIN bei der NASA, ein zentrales NASA-Gebäude trägt heute ihren Namen.

Eines ist klar: Die Mädchen, die diesen Film sehen – egal welcher Hautfarbe – werden sich schlagartig für das Studium der Mathematik interessieren! Und auch die erwachsenen Frauen kriegen verdammt gute Laune. Denn diese drei Heldinnen machen so richtig Mut!

Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen. Jetzt im Kino.

 

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