Holz vor der Hütten...

... oder Brett vorm Kopf? Das fragt sich Monique Knipping aus Eichenau, die uns dieses Foto geschickt hat. Sie schreibt: "Liebe EMMAs, bei einem Radlurlaub den Inn entlang bin ich auf dieses Schild zugefahren. Je näher ich kam, umso wütender wurde ich. Es handelt sich um die Werbung einer Holzhandlung in Schleins Martina, in Graubünden, Schweiz. Ein Paradebeispiel für eure Sexismus-Rubrik!"

Werbung

Kommentare

Ich interpretiere ja gerne Werbung in einem nichtsexistischen Kontext, aber hier geht das nicht. Unfassbar.

Holz vor der Hüttn zu haben, ist ja ein altbekannter bayerischer Ausdruck und wird, wie jeder weiss, scherzhaft verwendet für Frauen, die von der Natur mit reichlich Oberweite ausgestattet wurden. In Bayern wird dieser Spruch auch nicht so bierernst gedeutet. "Wir haben Holz vor der Hütte" als Werbespruch verbunden mit der Abbildung wäre in diesem Kontext für einen Holzhandel zwar reichlich abgedroschen, aber noch irgendwie wegen seiner Doppeldeutigkeit witzig gewesen. Doch wegen dieser nun bestehenden Doppeldeutigkeit ist der untere Halbsatz "...greifen Sie zu" eine absolute Unverschämtheit. Da ist mir doch jetzt wirklich der Mund offen stehen geblieben.

Was mir zudem auffällt: Warum macht eine Schweizer Firma mit Frauen in bayerischen Trachten Werbung?

Den bayrischen Spruch kenne ich ja,aber so wie in dieser Werbung ein offensichtlicher Zusammenhang zum Busengrabschen hergestellt wird,das ist die Höhe! " Greifen Sie zu" ??? Was soll das? Ich bin öffentlich genug begrabscht worden (!!!) Das ist sexistische beleidigende Werbung deren GEWOLLTE Zweideutigkeit JEDEM ins Auge springen SOLL nach dem Willen der Firmenleitung. Nur dass diese Werbung damit eben nicht ihr Holz in die Köpfe pflanzt sondern zu anderen Fantasien auffordert. Als Heimwerkerin oder Bauherrin wäre diese Firma bei mir unten durch und nicht nur bei mir. Wollen die Kunden gewinnen oder verlieren?

Nach einer Stichprobe in meinem Bekanntenkreis wird diese Werbung von der Mehrheit in Gruppe 2 erst nach den Ereignissen in Köln als sexistisch und "No-Go" gedeutet.
Als ich vorher gefragt habe hieß es in Gruppe 1 mehrheitlich: "ist doch lustig, nimm das doch nicht so ernst".
Stimmungswandel extrem sage ich da nur.
Leider ein Beispiel dafür, dass Frauen immer erst weh getan werden muss, natürlich gefolgt vom medialen Aufschrei, bevor der Alltagssexismus sichtbar und ernstgenommen wird.

Ach :) das ist doch dermaßen grotesk. Ich sehe da keine Herabwürdigung, sondern begegne dem mit belustigtem Augenzwinkern.
Zwar weiß ich, dass es dermaßen unterbelichtete Männer gibt, die das wirklich noch als Aufforderung verstehen könnten und erkenne auch, dass unlesbische Frauen implizit ausgeschlossen und somit ohnmächtig unsichtbar gemacht geworden sind. - Aber dennoch: Mir zaubert dieses Plakat ein Lächeln ins Gesicht.

So schrecklich, wie ich diese Werbung finde, was kann man machen, ausser sich zu wundern, zu protestieren? An anderer Stelle fragt eine Kommentatorin, solche Werbungen nicht mehr zu tolerieren, sie aus der Welt zu schaffen, oder zumindest Männer ähnlich zu involvieren. Nun, in etwa dann so? Herren der Schöpfung in Lederhosen, mit einem sich deutlich abzeichnenden Gemächt und der zugehörige Text:" Wir haben richtig lange Latten, greifen Sie zu!" Das würde die sicherlich überwiegend männlichen, heterosexuellen Einkäufer zumindest verwirren.

Den Vorschlag finde ich mal witzig. Natürlich nicht als "Dauerzustand", sondern zur Verwirrung. Passt auch optimal zum Holzthema... Wenn ich ein Sägewerk hätte, wäre der Slogan gekauft.

Vielen Dank. Ja, es wäre zu schön, die verwirrten Gesichter der Käufer zu sehen. Wenn Sie ein Sägewerk hätten, ich würde Ihnen den Slogan umsonst geben:-)
Und Holz gibt es ja wirklich genug in unserer Gesellschaft, nicht nur vor der Hütt'n, oder die ganzen Latten sondern leider auch gerade bei vielen die Bretter vorm Kopf.

Sowas geht auch mir im Kopf herum und ich frage Männer immer gerne mal wie sie solche Welt finden würden,wenn ausschließlich ihre Körper und Körperteile für alle Lächerlichkeit herhalten müssten. Mich würde ein psychologisches Experiment reizen. Nämlich für eine zeitlang der Bevölkerung mal alles umgekehrt darzustellen,überall und überall ohne Entkommen,genau wie es mit dem Frauengeschlecht getan wird.....dann alle Reaktionen sammeln und auswerten. Zumindest einen Kinofilm wäre es wert. Frank´s Spruch ist jedenfalls köstlich amüsant ,er steht hier ja schon ein Weilchen und ich muss jedesmal lachen wenn ich dran denke :)

Seiten

Neuen Kommentar schreiben

Zum Verfassen von Kommentaren bitte Anmelden oder Registrieren.