Japan gewinnt und Neid bleibt

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Ob der Einzug der Japanerinnen ins WM-Finale und Silvia Neids Entschluss zum Nicht-Rücktritt unmittelbar zusammenhängen, sei dahingestellt. Klar ist aber: Mit dem lässigen 3:1-Sieg über Schweden (das Tor von Nahomi Kawasumi wird als bisher schönster Treffer des Turniers gehandelt) hat das japanische Team definitiv gezeigt, dass es zur Weltspitze gehört und Deutschlands Ausscheiden womöglich doch nicht ganz so schmählich ist wie behauptet. Fest steht auch: Silvia Neid bleibt Trainerin der deutschen Fußball-Frauen, was diese offenbar ebenso begrüßen wie DFB-Präsident Theo Zwanziger. Und vielleicht gehört dieser Umgang mit einer Niederlage zu den Dingen, in denen der Männerfußball etwas vom Frauenfußball lernen kann. Vielleicht muss sich das Trainer-Karussell nicht immer in Lichtgeschwindigkeit drehen, wie auch der Erfolg von Neids Vorgängerin Tina Theune zeigt, die aus der Nationalmannschaft in neun Jahren Amtszeit ein Weltklasse-Team machte. Vielleicht ist die gnadenlose Kopf-ab-Mentalität der Herren, bei der Trainer oft nicht mal eine Saison überleben, nicht immer die zielführende Variante. Wie schön also, dass die bisherige Titel-Garantin und Welttrainerin 2010, Silvia Neid, weitermacht und aus ihren Fehlern lernen will - und darf. WM-Finale Japan gegen USA: Sonntag, 17.7., 20.45 Uhr, ARDmehr

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