Wie repräsentativ ist eine Kopftuch-Mutter?

In der Tat, die Beschimpfungen drei Wochen nach Erscheinen des Heftes – und nach einem Posting über „Altehrwürdige Eltern mit Kopftuch-Cover“ auf dem Blog Politically Incorrect, sind erschreckend. Da schreiben „braune Wirrköpfe" (Lewicki): „Ihr Verbrecher gehört alle an die Wand gestellt! Der Islam gehört euch in euren Schädel geschlagen!“ oder „Euch Arschlöcher sollte man allesamt aus Deutschland mit dieser Kalifa Al Merkel nach Syrien ausfliegen.“ Die Telefonzentrale von Gruner & Jahr wird via Telefon mit arabischer Musik zugedröhnt und Chefredakteurin Lewicki wird als „Schande für das deutsche Volk“ beschimpft, die man „vergasen“ sollte.

Das sind mehr als "braune Wirrköpfe",
das sind echte Rassisten!

Das klingt übel. Sehr übel. Und das sind mehr als „Wirrköpfe“, das sind echte Rassisten. Und dass das widerlich ist, ist selbstverständlich.

Nicht selbstverständlich aber ist, dass eine „muslimische Mutter“ so aussieht, wie Eltern sich das vorstellt. Eine große Studie des Innenministeriums hat vor Jahr und Tag ergeben, dass 70 Prozent aller Musliminnen in Deutschland KEIN Kopftuch tragen. Und dass sogar jede zweite Muslimin, die sich selbst als „streng religiös“ einstuft, noch nie ein Kopftuch getragen hat.

Muslimin = Kopftuchträgerin, diese Gleichung ist also keineswegs Realität – sondern ein Klischee. Ein Klischee, zu dessen Verbreitung die Medien eifrig beitragen.

Verschärfend hinzu kommt: Die sympathische junge Mutter auf dem Eltern-Cover trägt nicht irgendein Kopftuch, sie trägt das islamistische Kopftuch: Das Kopftuch, das jedes einzelne Haar sorgfältig verbirgt und zu dem ein körperverhüllendes Gewand gehört. Die Botschaft dieses Kopftuchs lautet: Die Frau an sich ist sündig. Sie muss ihre „Reize“ (wie Haare und Haut) penibel verhüllen – sonst werden Männer zu Tieren und stürzen sich auf sie.

Was ĂĽbermittelt eine Mutter mit islamistischem Kopftuch?

Dieses Kopftuch ist also weniger ein religöses Gebot und eher eine ideologische Botschaft. Es ist nicht islamisch, sondern islamistisch. Der politisierte Islam hat nach dem Wieder-Aufbruch 1979 einen Siegeszug durch die Welt angetreten – bis hin nach Hamburg, wo man solche Titelbilder macht. Für diesen Islamismus steht die Scharia über dem Gesetz und die Frau unter dem Mann. 

Ob also die sich so inszenierende Mutter auch „das Beste für ihr Kind“ ist, wie das Eltern-Cover verheißt, ist zu bezweifeln. Denn eigentlich ist es wünschenswert, dass dieses Kind, diese Tochter, so frei und unbeschwert aufwächst, wie ihre deutschen Freundinnen – und nicht von klein an ein Frauenbild präsentiert bekommt, nach dem die Frau Sünde ist und sich zu verhüllen und unterzuordnen hat. 

Oder?

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