Sexuelle Belästigung: Maries Rache!

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Marie Laguerre (Foto), 22, ist „sehr zufrieden“. Ihrem öffentlichen Protest ist es zu verdanken, dass ihr Belästiger zu einem Jahr Gefängnis (davon nur sechs Monate auf Bewährung!) verurteilt wurde, plus 2.000 €, plus „Sensibilisierungskurs“ auf eigene Kosten.

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Firaz M., 25, hatte am 24. Juli 2018 Marie in Paris auf der Straße verfolgt, sie beleidigend angemacht und ihr, als sie sich das verbat, nicht nur einen Glasaschenbecher nachgeworfen, sondern sie auch noch hart geohrfeigt. (EMMA berichtete) Eine Überwachungskamera hatte einen Teil der Aggressionen aufgezeichnet, Marie veröffentlichte das Video weltweit. Firaz gab alles zu, beteuerte jedoch, es „nicht böse gemeint“ zu haben.

Frauenministerin Marlène Schiappa begrüßte das Urteil, denn hier stünde „die Freiheit der Frauen auf dem Spiel, sich in der Öffentlichkeit zu bewegen“.

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Wir sind alle Marie!

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Sie war auf dem Weg nach Hause, als ihr etwas passierte, was fast alle Frauen auf der Welt kennen: Ein Mann zischelte hinter ihr her und machte erniedrigende und obszöne Bemerkungen. Daraufhin sagte sie: „Halt die Schnauze!“ und setzte ihren Weg fort. Er lief ihr hinterher, warf erst einen Glasaschenbecher nach ihr und schlug ihr dann hart ins Gesicht. Das alles auf offener Straße und vor einem Straßencafé. Ohne diese Öffentlichkeit wäre es wohl noch ganz anders zur Sache gegangen.

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Marie Laguerre, 22, will das nicht hinnehmen. Sie hat nun den Hashtag #NousToutesHarcelement (Wir werden alle belästigt) sowie eine Petition an die Frauenministerin Schiappa gestartet. Jetzt geht es nach der sexuellen Belästigung im Beruf (#MeToo) um die sexistische Belästigung im öffentlichen Raum. Zur Unterstützung der empörten Studentin hat sich inzwischen eine Frauengruppe gebildet. Denn die Reaktionen kommen nicht nur tausendfach aus Frankreich, sondern aus der ganzen Welt, auch aus Japan oder Chile.

„Ich weiß“, schreibt Marie, „dass die Erniedrigung und die Gewalt nicht mein persönliches Problem sind.“ Es ginge diesen Belästigern schließlich nicht um Verführung, sondern um Erniedrigung und Dominanz. „Sie zwingen uns, weniger auszugehen, früher nach Hause zu gehen, Angst zu haben.“

Marie und ihre Unterstützerinnen verlangen vom Staat: mehr Aufklärung gegen den Sexismus in der Schule, eine nationale Kampagne zur Sensibilisierung und – wie in Spanien – eine Milliarde Euro zur Aufklärung von u. a. Lehrern, Polizisten, Richtern.

www.noustoutesharcelement.fr

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