Spahn: So ernst ist Leihmutterschaft

Jens Spahn und sein Ehemann posieren mit gekauftem Kind und haben dieses Privatfoto der BILD-Zeitung zur Verfügung gestellt
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„Uns ist bewusst, dass beim Thema Leihmutterschaft oft Unsicherheit herrscht und auch manches Vorurteil besteht. Aber wie sagte der große Franz Beckenbauer: ‚Der liebe Gott freut sich über jedes Kind.‘“ – Das sagte Daniel Funke, der Ehemann von Jens Spahn, der BILD-Zeitung.

Exklusiv erfuhr das Medium vom neuesten CDU-Kind-Käufer in den USA, Jens Spahn. Georg heißt der Junge, geboren von einer Leihmutter.

Es geht nicht um Elternschaft! Es geht um Menschenhandel, Herr Spahn!

Leihmutterschaft ist in Deutschland gesetzlich verboten – aber das scheint Jens Spahn nicht zu stören. Könnte er sich eigentlich auch eine Niere im Iran kaufen? Dort ist Organhandel auch nicht verboten. Mal konkret: Darf ein deutscher Politiker die deutsche Rechtslage ohne Probleme und mit Rückendeckung seiner Partei, ja vom deutschen Bundeskanzler unterlaufen? Scheinbar ja. Noch dazu darf er sich von der Bild-Zeitung bejubeln lassen. „Gott freut sich über jedes Kind.“ Der Zynismus kennt keine Grenzen!

Da kauft also der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ein Kind. Ausgerechnet ein Mitglied von den Parteien, die sich den Kampf gegen Leihmutterschaft im Koalitionsvertrag ausdrücklich auf die Fahnen geschrieben haben und dafür eintreten, dass Leihmutterschaft in Deutschland verboten bleibt – weil es Menschenhandel ist.

Erst vor wenigen Tagen haben die Vereinten Nationen ein weltweites Verbot jeglicher Form von Leihmutterschaft gefordert.

In 120 Berichten wurde festgestellt: Leihmutterschaft ist von Gewalt und Ausbeutung geprägt, sie instrumentalisiert den weiblichen Körper und beutet Frauen aus marginalisierten Verhältnissen aus.

Laut UN nimmt Leihmutterschaft weltweit zu. Der globale Markt wurde 2023 auf fast 15 Milliarden Dollar geschätzt und soll bis 2033 die 100 Milliarden erreichen. Leihmütter erhalten davon in der Regel zwischen zehn und 25 Prozent der Gesamtzahlung. Die kann in der Ukraine bei 30.000 Euro liegen oder in den USA bei 120.000 Dollar. Der größte Teil des Geldes geht an Agenturen und Anwälte.

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Bei Leihmutterschaft kommt es zu Zwangsabtreibungen, Embryonenreduktionen und weiteren vertraglichen Einschränkungen. Leihmütter verpflichten sich etwa zu Abtreibungen bei Behinderungen des Fötus oder wenn ein Kind nicht das gewünschte Geschlecht hat. Auch können Kaufeltern, die sich trennen und kein Kind mehr wollen, die Abtreibung fordern. Eine Leihmutter hat kein Recht, das Kind zu behalten.

Jens Spahn hatte sich früher zum Thema Leihmutterschaft eher zurückhaltend gezeigt. "Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden", schrieb er im Jahr 2015 in einem Beitrag für das Magazin GQ. Spahn fügte dann aber hinzu: "Zu akzeptieren, dass ich nicht auf natürlichem Weg Vater werde, verlangt ein großes Maß an Demut. Ob ich das aufbringen kann, weiß ich nicht." Scheinbar nicht. Da überwiegen dann die eigenen Gene, die weitergegeben werden sollen.

Spahn und sein Mann ziehen nun die „Homosexuellen-Karte“. „Homosexuelle sind keine schlechteren Eltern als Heterosexuelle“, sagen sie der BILD.

Doch darum geht es nicht. Es geht nicht um schwule Eltern. Es gibt auch Heterosexuelle, die Kinder bei Leihmüttern kaufen.

Es geht nicht um Elternschaft! Es geht darum, dass Frauen und Kinder zur Ware gemacht werden, Herr Spahn! Es geht um Menschen, die bestellt und verkauft werden.

Ein Kinderwunsch ist ein Wunsch. So dringend er auch sein mag. Niemand hat aber ein Recht auf ein Kind. Niemand stirbt, wenn er kein Kind bekommen kann.  

Dass ein deutscher Politiker sein persönliches Glück über das Gesetz stellt – das ist einfach nur beschämend.

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