Walpurgisnacht: Frauen erobern sich die Nacht zurück!

Hexen -
gestern und heute

In den 1970ern waren sie wieder angesagt: die Hexen. So wurden die neuen Feministinnen gerne tituliert. Das war zwar nicht immer angenehm, aber wenigstens nicht lebensgefährlich wie in früheren Jahrhunderten. Da wurden unbequeme Frauen auch zu Hexen erklärt - und verbrannt oder ertränkt. Millionenfach.

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Tierrechte: Hexenverfolgung und Vivisektion

Die Parallele zwischen Hexenverfolgung und Tierversuchen ist frappierend. In beiden Fällen waren und sind die Täter Männer. Die mittelalterliche Wissenschaft war von der Notwendigkeit der Hexenverfolgung genauso unerschütterlich überzeugt wie die heutige Wissenschaft von der Notwendigkeit der Tierversuche.

Alice Schwarzer: Wir modernen Hexen

1988 schrieb Alice Schwarzer in EMMA über die modernen Hexen, aus gutem Grund: Ihr Ehrentitel lautete: "Die Hexe mit dem stechenden Blick." Hexen allüberall in den frauenbewegten 80er Jahren: von den Feministinnen bis hin zur (vermeintlichen) Kindsmörderin Monika Weimar, "die ahl Hex".

Wenig Grund zum Hexen-Kult

1987 griff EMMA das Thema Hexen erneut auf. Der in Köln verfasste "Hexenhammer" zementierte die Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern. In Deutschland wurde die letzte "Hexe" 1775 verbrannt - in der Schweiz 1793: Anna Göldi, die erst jüngst juristisch rehabilitiert wurde.

Irmtraud Morgner: Amanda - Ein Hexenroman

Weibliche Menschen sind in zwei Hälften gespalten. So wollen es die herrschenden Sitten. Die eine, "brauchbare", ist hinieden, die andere, hexische, im Hörselberg. Nur einmal im Jahr, in der Walpurgisnacht, dürfen sie sich auf dem Blocksberg austoben. Irmtraud Morgners Trobadora Beatriz de Diaz ist wieder auferstanden.

Was hinter der Hexenjagd stand

1977 berichtet EMMA erstmals über die historische Hexenverfolgung, die über fünf Jahrhunderte Millionen Frauen das Leben kostete. Warum? Natürlich hatte es was mit Macht, Geld und Widerstand (der Frauen) zu tun. Und nicht zufällig wurden die neuen Feministinnen Hexen genannt.

Der FrauenMediaTurm

Der FrauenMediaTurm (FMT) ist ein Informationszentrum zur Geschichte der Emanzipation, ein Hort des lebendigen Gedächtnisses. Ohne Geschichte keine Zukunft. Die Bestände sind digital erschlossen und auf mehreren Wegen recherchierbar.