Angelika Mallmann freut sich...

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Ich bin bei EMMA für die Reaktionen von LeserInnen zuständig, unter anderem. Das ist ein Job, der nicht immer, aber meistens Spaß macht. Zur Zeit ist er regelrecht euphorisierend. Denn unsere Kampagne gegen Prostitution hat nicht nur bei (manchen) Medien sowie der Politik offene Türen eingerannt – sie wird von EMMA-LeserInnen und UserInnen von EMMA.de mitgetragen, ja hat sich längst verselbständigt. Sie haben – ihr habt! – die Sache einfach in die Hand genommen.

„Prostitution abschaffen“ heißt zum Beispiel die Dauer-Veranstaltung auf Facebook von „Emma Nze“. Jeden Tag aktualisiert sie die Seite. Jeder Tag ist Kampftag! Und über allem prangt ein fetter Hinweis auf die EMMA-Kampagne gegen Prostitution, samt Aufkleber.

Die Stimmung ist kämpferisch, es werden Demos geplant.

Der Austausch der TeilnehmerInnen ist rege: Da werden Artikel verlinkt („Hier ist was über Freierbestrafung in den USA, und der Zusammenhang zu der fehlenden Empathie mit den Opfern der Prostitution.“); die Argumente der BefürworterInnen der „Prostitution als Beruf wie jeder andere“ widerlegt: „Freier retten manchmal Frauen aus der Prostitution, eine Kriminalisierung würde sie daran hindern… Wieso? Sie könnten sich doch  an Hilfsorganisationen wenden - oder einfach kein Freier mehr sein“, schreibt da zum Beispiel Inge.

Die Stimmung ist kämpferisch, auch in den zahlreichen geheimen – also nicht-öffentlichen - Facebook-Gruppen, die sich nach unserem EMMA-Appell gegründet haben. Da wird weitergedacht, an Texten gefeilt, werden Demos geplant.

In meinen 15 Jahren EMMA- Jahren habe ich das in dieser Intensität und mit der Leidenschaft noch nicht erlebt: Dass eine EMMA-Kampagne nicht nur eine öffentliche Debatte ausgelöst und die Politik beeinflusst hat, sondern auch breit von LeserInnen und SympathisantInnen aufgegriffen wird – und vor allem: immer weitergetragen. Viele viele Frauen und auch Männer haben EMMAs Anliegen – Prostitution abschaffen! - längst zu ihrer eigenen Sache gemacht. Sie sagen: Sogehtsnichtweiter! Und legen selbst los. Sie kämpfen in ihrer Stadt gegen das geplante Bordell, schmieden Bündnisse und planen Veranstaltungen – und das nicht nur lokal, sondern auch weit über Grenzen hinaus: Abolitionistinnen aus Frankreich vernetzen sich mit Studentinnen in Berlin; die Ex-Prostituierte Rachel Moran aus Irland macht mit bei einer Diskussion von Frauenkommunikationszentrum (KOMZ) und LISA in Wiesbaden.

EMMAs Kampagne gegen Prostitution wird weitergetragen.

„Frauen sind keine Ware! Sexkaufverbot jetzt!“ heißt ein gerade eröffneter neuer Blog (http://frauensindkeineware.blogspot.de/): „In Deutschland und weiteren europäischen Ländern tobt eine Debatte über den richtigen Umgang mit Prostitution. Wir wollen als Feminist_innen ganz klar Position beziehen gegen das System Prostitution.“ Klare Worte. Und täglich trudeln auch weiterhin unterschriebene Appelle bei uns ein (exakt 11.746 Unterschriften sind es heute).

Es scheint, als hätte EMMA all den vielen Menschen, die angesichts der deutschen Pro-Prostitutions-Propaganda zwar mit Unbehagen, aber stumm und hilflos da saßen, Kraft gegeben, ja Flügel verliehen. Und das ist auch für eine wie mich, die EMMA macht, sehr, sehr ermutigend.

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