Demo fürs Frauenhaus und für eine verlässliche Finanzierung.
Demo fürs Frauenhaus und für eine verlässliche Finanzierung.

Frauenhäuser: 9.000 Frauen abgewiesen

Die Frauenhäuser schlagen seit Jahren Alarm. Immer wieder müssen sie Frauen und ihre Kinder, die Schutz vor Gewalt suchen,  wegschicken, weil sie aus allen Nähten platzen. 9.000 Frauen fanden 2012 keinen Platz, ergab eine Untersuchung des Bundesfrauenministeriums. Um Weihnachten und Silvester herum dürften wieder besonders viele an die Türen der Frauenhäuser klopfen, denn in diesen Tagen sehen gewalttätige Männer besonders häufig rot. Und wenn die Frau dann – manchmal nach jahrelangem Martyrium - flüchtet, wird es besonders gefährlich.

„Letztendlich zeigt die Erfahrung, dass genau in diesem Trennungsmoment eine unheimliche Gefährdungssituation für die Frau liegt. Das heißt, dort ist der Schutz am wichtigsten. Und machen wir uns nichts vor: Jede Frau, die zu diesem Moment keinen Platz findet, kann am nächsten Tag tot sein“, erklärt Brigitte Altenkirch vom Berliner Frauenhaus dem Team von Report Mainz, das gerade über die skandalöse Lage berichtete. „Wir müssen täglich zwei bis drei Frauen ablehnen“, bedauert auch Margarete Kramer vom Frauenhaus Bonn.

Das Problem: Die Finanzierung der Schutzhäuser ist völlig ungeklärt. Frauenhäuser sind Länder- oder Städtesache, weshalb der Bund seine Hände in Unschuld wäscht. Deshalb fordern die Frauenhäuser seit Jahren, dass 1. der Schutz von Frauen und Kindern vor Häuslicher Gewalt zur gesetzlichen Pflichtaufgabe wird und 2. es eine bundesweit einheitliche und verlässliche Finanzierung gibt.

Genau das hatten CDU und SPD in ihren Wahlprogrammen konkret versprochen. Im Koalitionsvertrag steht nun nur noch eine windelweiche Formulierung: „Wir werden Gewalt an Frauen und Kinder konsequent bekämpfen und Schutz und Hilfe für alle Betroffenen gewährleisten.“

Na dann: Frohes Fest.        

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Report Mainz

 

 

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