Pascha des Monats: Eva Herman,

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EMMA September/Oktober 2006

Der Dreh ist uralt, aber neu ist, dass eine breite Front von Frauen sich nicht mehr verarschen lässt. „Quatsch! Blödsinn! Finster!“, höhnte die stellvertretende Chefredakteurin von Bild, Marion Horn, über das neueste Elaborat von Eva Herman, wie schon gewohnt eine Mischung zwischen Mutterkreuz und Steinzeitkeule. Herman, die dafür plädiert, dass Frauen wieder ihren „Schöpfungsauftrag“ wahrnehmen und „die Familie zusammenhalten“, ist 47, zum vierten Mal verheiratet und Mutter eines 8-jährigen Sohnes (war also bis fast 40 kinderlos). Ihr Arbeitspensum lässt auch eine Hardcore-Emanze erbleichen: Sie ist bzw. war Tagesschausprecherin (da musste sie jetzt gehen, wg. „Neutralitätsgebot“ für SprecherInnen), macht eine Talkshow, veröffentlicht Gesang auf CDs und schreibt, so zumindest wird behauptet, auch noch selber Artikel und Bücher. Über die Liebe und das Stillen zum Beispiel. Im Mai machte sie Furore in dem Möchtegern-Intellello-Blatt Cicero mit dem Text ‚Die Emanzipation – ein Irrtum?‘. Es stand nichts drin, was nicht schon Ellen Key vor hundert Jahren (s. S. 49) oder Esther Villar vor 31 Jahren oder Caitlin Flanagan vor einem Jahr geschrieben hätte. Übrigens: Nicht nur die Frauen zucken da gelangweilt die Schultern – Männer sowieso.

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