Saarland: Frauen wählten

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Es war ein historischer Satz: „Dies war eine Wahl der Frauen“, sagte Jörg Schönenborn in der Tagesschau, als er den Wahlsieg von Ministerpräsidentin Annegret Kamp-Karrenbauer (CDU) im Saarland verkündete. Es war das erste Mal in der Geschichte der Wahlberichterstattung der ARD, dass der so genannte Gender Gap – also die „Geschlechter-Lücke“ beim Wahlverhalten – benannt und auch beziffert wurde: 37 Prozent der Frauen wählten die 49jährige Politikwissenschaftlerin und dreifache Mutter, die im Jahr 2000 erste deutsche Innenministerin wurde - aber nur 33 Prozent der Männer. Bei den Piraten hingegen ist es umgekehrt: Die wurden vor allem von „jungen internetaffinen Männern“ gewählt. Aber auch die Gender Gaps der anderen Parteien sind beachtlich: So wurde die Linke nur von 14 Prozent der Frauen gewählt, aber von 18 Prozent der Männer. Und wenn im Saarland nur Männer gewählt hätten, wären die Grünen gar nicht in den Landtag gekommen. All das ist erstmals im ZDF-Diagramm über die „Wahlentscheidung in den sozialen Gruppen“ nachzulesen. Denn dort sind diesmal nicht nur Alter, Bildungsabschluss und Beruf ein Kriterium, sondern auch – das Geschlecht. Könnte es sein, dass EMMAs beständige Berichterstattung über den Gender Gap und die davon inspirierte Protestaktion der Frauenlisten dazu beigetragen haben?

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