Die lieben KollegInnen 2005
Die jungen Feministinnen kommen! Und Kekilli ist nur eine von ihnen. Dafür sind die Oldboys weiterhin ganz die Alten.
Frage: Alice Schwarzer nannte Ihre Bild-Kritik die mutigste Tag des Jahres. Sibel Kekilli: Das freut mich. Ich habe Alice Schwarzer immer verehrt, sie ist wirklich die Feministin Nummer Eins für mich. Frage: Sie fühlen sich dem Feminismus verbunden? Kekilli: Ja, auch wenn das vielleicht komisch klingt. Das älteste Frauenhaus in Hamburg soll ja geschlossen werden. Ich habe da angerufen: Wenn sie Unterstützung bräuchten, würde ich gerne helfen. Ich engagiere mich auch für Terre des Femmes. Ich war schon immer emanzipiert, habe zum Beispiel gesagt, dass ich keinen türkischen Mann heirate, den jemand anders für mich aussucht. Und ich habe mich aus Prinzip geweigert, Kochen zu lernen. Ehrlich gesagt, das ärgert mich heute ein bisschen. Schauspielerin Sibel Kekilli im Tagesspiegel-Interview
Das Echte-Kerle-Magazin Men’s Health hat einen großen Schritt in Richtung Verständnis des Mysteriums Frau getan. Die klugen Köpfe dort haben Leserinnen verschiedener Frauenzeitschriften nach ihren sexuellen Vorlieben gefragt. Am aktivsten scheint die Amica-Leserin zu sein. 85 Prozent wollen es einmal die Woche. Von den Brigitte-Anhängerinnen sitzen 62 Prozent gern oben. Von den EMMA-Leserinnen mögen übrigens 23 Prozent ab und an mal einen flotten Dreier. Überraschend dabei, dass die Wunschkonstellation zwei Frauen und ein Mann ist. Wir hätten auf drei Damen getippt. Welt am Sonntag, win
Anm. d. Red.: Den EMMA-Leserinnen ist nie eine Frage nach den sexuellen Vorlieben gestellt worden. Aber das ist ja unerheblich – denn auch die Wahrheit könnte die Klischees gewisser Medien nicht erschüttern.
Sie helfen im Haushalt, räumen den Tisch ab, spülen Geschirr, sind gesprächig, fürsorglich und tröstend, lassen weder Socken noch leere Bierflaschen herumliegen. Klingt nach dem Ergebnis einer repräsentativen Umfrage unter den Stammleserinnen von EMMA zum Stichwort „Der neue Mann“. Es geht aber um den Prototyp einer neuen Maschinengeneration – um Roboter, mit denen das japanische Unternehmen Matsushita 2010 schon 55 Milliarden Yen verdienen will. Roboter der Zukunft werden Softies sein. Stuttgarter Zeitung, Armin Käfer
Dieses Schwachsinns-Pilotprojekt ‚Ampelfrau‘ übersteigt mit Sicherheit meinen gezahlten Solidarabschlag der letzten zehn Jahre. Es wird uns alle noch sehr viel teurer zu stehen kommen, sollte Alice Schwarzer Ihren Bericht gelesen haben. Vermutlich wird sie nicht ruhen, bis alle Ampeln in Deutschland quotengerecht auf Vorderfrau gebracht worden sein werden. Leserbrief von Helmut Lederle, Die Rheinpfalz
Wenn es Alice Schwarzer nicht gäbe, müsste man sie erfinden. Sie schafft es wie keine andere die Missstände zu erfassen und beim Namen zu nennen. Sie erkennt Hintergründe und bringt sie an die Öffentlichkeit und sie wird nicht müde, immer wieder auch gegen die Diskriminierung der Frauen auch im eigenen Land zu kämpfen. Ich fürchte nur, sie wird nicht lange genug leben, bis auch der Letzte verstanden hat, dass Frauenrechte Menschenrechte sind, in Deutschland wie anderswo. Deutsche Welle, Angelika Rimbach
Als echte Deutsche gelten die Kanaken, denen in den letzten Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft verliehen wurde, nur bedingt. Da wird Fereshta Ludin von Alice Schwarzer mal eben zur „Passdeutschen“ erklärt; die Hamburger Polizei kündigte an, in der Kriminalitätsstatistik künftig neben der Staatsbürgerschaft auch die ethnische Zugehörigkeit von Straftätern zu erfassen; und der Innenminister von Brandenburg, Jörg Schönbohm (CDU), nutzt die Ermordung des niederländischen Filmemachers Theo van Gogh dazu, die Ausbürgerung von „Hass- und Gewaltpredigern“ zu verlangen. Jungle World, Deniz Yücel
Nicht umsonst kämpft die gerne belächelte Alice Schwarzer für die Rechte der Frau und will zeigen, dass auch diese etwas drauf haben. Warum sie sich dann mit Verona unterhält, bleibt fraglich. Freilich ist inzwischen das meiste ihrer Arbeit für ihren Ruf und für ihr Privatvermögen und freilich ist sie von ihrem eigentlichen Ziel abgekommen, denn ihr Organ EMMA spielt keine große Rolle bei ihren Showauftritten und große Skandale provoziert das Blatt auch nicht. TV Matrix, Sascha Blättermann
Ja, ich wäre gerne schöner. So, wie George Clooney oder so wäre nett. Aber, es hat nun mal nicht sollen sein und es wär ja auch egal, wenn ich dummerweise nicht manchmal in der Glotze wäre. Sicher, ein Mann ist da privilegierter als eine Frau, skandalöserweise kommt bei vielen weisen Fernsehfrauen irgendwann mal eine unsichtbare Hand, die diese kompetenten und einfach guten Moderatorinnen vom Bildschirm nimmt – die Begründungen, die diese Kolleginnen zu hören kriegen, will ich lieber nicht wissen – Alice Schwarzer, übernehmen Sie! Jörg Kachelmann, T-Online Nachrichten
EMMA März/April 2005
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