Frau Kanzlerin, übernehmen Sie!
Frauenministerin Kristina Schröder profiliert sich weiter als Männerministerin
Die CDU-Frauenministerin setzt den Versuch, sich – mangels anderer Kompetenzen? – als Antifeministin zu profilieren, fort. Der Ressortleiter der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) hat sich mit diversen Publikationen in den letzten Jahren die Wortführerschaft der so genannten Maskulinisten erschrieben, die, in Kürze formuliert, den Hass auf die Emanzipation der Frauen zu ihrem Lebenssinn erkoren haben. Nicht zufällig veröffentlichte Kristina Schröder im Zastrow-Ressort ihre neue Philippika, Titel: „Abschied vom Kampf der Geschlechter“. Die ist allerdings in Sachen Wissen mal wieder so niedrigschwellig und in Sachen Emanzipation so dummdreist, dass der anschwellende Schröder-Spott inzwischen schon unsere Nachbarländer erreicht hat.

- Frauenministerin Schröder profiliert sich weiter als Antifeministin.
So spottet Regula Stämpfli in dem Schweizer Online-Dienst Nachrichten.ch: „Die Einzige, die da für ein falsches Leben im richtigen kämpft, ist Frau Schröder. Feminismus heißt nicht Geschlechterkampf, sondern die ‚Menschwerdung der Frau’ (Mary Wollstonecraft. Wer? wird Familienministerin Schröder jetzt sicher rufen...)."
Und Stämpfli fährt fort: „Stellen wir uns nur eine Minute lang vor, Frau Schröder wäre in den USA Ministerin, u.a. verantwortlich für die Durchsetzung der Rassengleichheit. Stellen wir uns weiter vor, Frau Schröder würde für die Washington Post einen Gastbeitrag verfassen, indem sie die ehemaligen Bürgerrechtler pauschal als 'Altdemokraten’ bezeichnen würde. (Anm.d.Red.: wie Schwarzer als ‚Altfeministin’) - der mediale Aufschrei, sowie der sofortige Rücktritt einer solchen Ministerin wäre sicher.“
Doch nicht nur in der spätemanzipierten Schweiz bricht Kopfschütteln über die deutsche Frauenministerin aus. Selbst dem FAS-Schwesternblatt FAZ wird es langsam zu viel. Da fragt Uta Rasche in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, was das denn bitteschön sein solle, diese von Ministerin Schröder propagierte „Jungenpolitik“. Sie gibt der Ministerin, die zum "Boys’ Day" eine speziell „auf die Bedürfnisse männlicher Kinder und Jugendlicher“ zugeschnittene Politik fordert, den guten Rat, doch einfach dafür zu sorgen, dass die vom männlichen Geschlecht gemiedenen Berufe wie Kinderbetreuung und Pflege höher entlohnt würden, dann kämen die Männer schon. Rasche verweist auch darauf, dass Schröder ausgerechnet die geplante Ausweitung der „Vätermonate“, die zu einem Mentalitätswechsel geführt hätten, von zwei auf vier Monate gestoppt habe.
Es ist zu befürchten, dass die neue Männerministerin trotz mangelnder Eignung nach dem anstehenden Schwangerschaftsurlaub auf ihren Frauenposten zurückkehren wird.
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EMMAonline, 26.4.2011
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