Was sagt Schwarzer zu Weidel?

Alice Schwarzer beim "Spiegel-Spitzengespräch" mit Markus Feldenkirchen.
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Am 18. Februar war Alice Schwarzer zu Gast bei Markus Feldenkirchen zum „Spiegel-Spitzengespräch“. Die Stunde steht beim Spiegel online. Eine Passage ist nun schon mit spitzen Fingern aus den 60 Minuten herausgeklaubt worden. Die, in der es um Weidel ging. Hier ist sie im Original:

Markus Feldenkirchen: Wenn Alice Weidel nach Angela Merkel die nächste Bundeskanzlerin würde, wie gut wäre das für die Sache der Frauen?

Alice Schwarzer: Schwierig. Das ist schwierig.

Feldenkirchen: Ich höre da eine gewisse Ambivalenz raus.

Alice Schwarzer: Ja, Sie unterstellen da jetzt ganz viel. Sie wäre Bundeskanzlerin usw. Sie fragen nicht nach der Person an sich. Das wäre sicherlich, hätte trotzalledem vermutlich auch den Effekt, ermutigend für Frauen zu sein. Wahrscheinlich. Unter anderem, ja.

Markus Feldenkirchen: Lassen wir mal so stehen.

Wir sehen, hier geht es um die fiktive Situation, dass Weidel Kanzlerin wäre und um die Frage an Alice Schwarzer, was das für Frauen bedeuten würde. Die Gefragte, eine Freundin der Logik, antwortet, dass das unter diesen Umständen vielleicht „trotzalledem“ eine Ermutigung sein könnte. Ausgehend davon, dass unabhängig von den politischen Inhalten, die Weidel vertritt, jede Frau an der Regierungsspitze ein Signal wäre. Auch wäre anzunehmen, dass Menschen, die Weidel zur Kanzlerin wählen, sie dann auch gut finden.

Darauf eine Sympathie von Alice Schwarzer für Weidel und damit die AfD zu unterstellen ist, mit Verlaub, absurd. Die Position von Schwarzer ist außerdem hinlänglich bekannt. Sie findet die Existenz der AfD eine Katastrophe, aber den Umgang damit ebenso. Sie findet es jedoch falsch, die AfD verbieten zu wollen. „Mit einer unliebsamen Partei und vor allem mit ihren Wählerinnen und Wählern setzt man sich mit Argumenten auseinander und nicht durch Verbote“, sagt sie.

Diese Art von Fake-Erregungen in den sozialen Medien, die jetzt mal wieder so durchsichtig schlechten Willens apropos des Spiegel-Gesprächs produziert wurde, kostet Zeit und Verstand. Es wäre sinnvoller, sich über echte Probleme aufzuregen, findet EMMA.

Hier das ganze Gespräch:

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