Psychologie

Die neue Schamlosigkeit

Warum haben sie nicht schon früher geredet? Oder: Sie tun es ja freiwillig! So und ähnlich klingen die Urteile über Frauen, die lange warten, bis sie sagen, dass sie Opfer sexueller Erniedrigung oder Gewalt geworden sind. Oder über Frauen, die sich „freiwillig“ dem herabwürdigenden, taxierenden Blick aussetzen.

Wann ist die Scham vorbei?

Frauen schämen sich für ihren Körper und ihre Gefühle – Männer für mangelnde Leistung in Beruf oder Bett, weiß Günter Seidler. Der Psychiater forschte schon zur Scham, als das Thema in Deutschland noch brach lag. Seidler treibt eine besonders zerstörerische Form der Scham um: die der Opfer sexueller Gewalt.

Angst vor dem Blick der Anderen

Angst, etwas falsch zu machen. Angst, nicht mehr geliebt zu werden. Scham, ein Opfer zu sein. Scham frisst Leben auf. – Und wofür schämen sich eigentlich Frauen?

Die Hatz gegen Traumatologen

Bei sexueller Gewalt werden die Opfer nicht selten zu Täterinnen gemacht. Und alle, die ihnen beistehen, wie die TraumatologInnen, gleich mit. Die aktuelle EMMA enthüllt ein Netzwerk von Psychologen, Anwälten und JournalistInnen, für die Angeklagte (fast) immer unschuldig sind und mutmaßliche Opfer Lügnerinnen.

Die Zeichen stehen auf Gleichheit

Viel zu lange haben wir uns von selbst ernannten Experten erzählen lassen, es gäbe zwei Gehirne: ein männliches und ein weibliches. Neuere Erhebungen zeigen: An gesellschaftlicher Ungleichheit ist nicht die Biologie schuld.

Schweizer Psychiaterin fordert Quote

Auch in der Schweiz sitzt nur eine extreme Minderheit von Frauen am Steuer von Flugzeugen, Bussen und Bahnen. Das muss sich ändern, findet Suizid-Expertin Gabriela Stoppe. Die "Schweiz am Sonntag" zitiert die Vizepräsidentin des Dachverbands für Suizidprävention. Sie warnt vor hohen Selbstmordraten bei Männern.
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