Hebammen-Protest 2013 f├╝r mehr Lohn. Jetzt k├╝ndigen auch noch die Versicherer. ┬ę campact/CC BY-NC 2.0
Hebammen-Protest 2013 f├╝r mehr Lohn. Jetzt k├╝ndigen auch noch die Versicherer. ┬ę campact/CC BY-NC 2.0

Hebammen vor dem Aus?

F├╝r die Hebammen ist es die endg├╝ltige Hiobsbotschaft: Ab dem 1. Juli 2015 will auch die N├╝rnberger Versicherung den Frauen keine Haftpflicht mehr gew├Ąhren. Eine von zwei Versicherungen, die den Hebammen ├╝berhaupt noch Vertr├Ąge anbieten.

Der Hebammenverband warnt nun vor einem ÔÇ×Zusammenbruch der Versorgung mit GeburtshilfeÔÇť. Denn: Unter diesen Umst├Ąnden k├Ânnen die meist selbstst├Ąndig arbeitenden Hebammen ihren Beruf schlicht nicht mehr aus├╝ben. ÔÇ×Ohne Haftpflichtversicherung d├╝rfen wir weder Geburten zu Hause, im Geburtshaus oder als Eins-zu-Eins-Beleghebamme in der Klinik betreuen, noch Schwangeren- und Wochenbettbetreuung annehmenÔÇť, klagt auch Ruth Pinno, Vorsitzende des ÔÇ×Bundes freiberuflicher HebammenÔÇť.

Es geht also nicht nur um die Betreuung von Hausgeburten, die in Deutschland rund zwei Prozent ausmachen. Hebammen arbeiten als Geburtshelferinnen in Kliniken, auch das oft auf freiberuflicher Basis. Sie k├╝mmern sich um die Vor- und Nachsorge, zum Beispiel die Stillberatung.

F├╝r die 18.000 Hebammen, die in dem Verband organisiert sind, spitzt sich die Situation schon l├Ąnger zu: Die Versicherungsbeitr├Ąge haben sich in den vergangenen Jahren verzehnfacht, warnten sie schon vergangenen Sommer. Zahlte eine Hebamme 2002 noch 453 Euro Pr├Ąmie im Jahr, sind es mittlerweile 4.242 Euro. Im Sommer 2014 soll sie erneut ansteigen, auf ├╝ber 5.000 Euro. Mittlerweile bieten nur noch 3.000 Freiberuflerinnen aktive Geburtenhilfe an. Sie verdienen im Schnitt 7,50 Euro die Stunde.

Dabei hatte sich selbst Kanzlerin Merkel 2012 schon f├╝r die Hebammen stark gemacht: ÔÇ×Ich glaube, dass es gemeinsames Ziel ist, Hebammen als Berufsgruppe zu erhaltenÔÇť, erkl├Ąrte sie damals. Das war kurz vor der hei├čen Wahlkampfphase. Es brauchte trotzdem erst Proteste und die Online-Petition einer K├Âlner Hebamme mit mittlerweile ├╝ber 133.000 UnterzeichnerInnen, um die Anliegen der Hebammen endg├╝ltig im Koalitionsvertrag zu verankern. So steht es nun da: ÔÇ×Sicherstellung einer fl├Ąchendeckenden Versorgung mit Geburtshilfe ist uns wichtig. Wir werden daher die Situation der Geburtshilfe und der Hebammen beobachten und f├╝r eine angemessene Verg├╝tung sorgenÔÇť. Wie das wohl die Versicherungen sehen?

Petition: Lieber Herr Gr├Âhe, retten Sie unsere Hebammen!

 

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