Kim Thúy: Kulturmittlerin

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Wenn Kim Thúy gefragt wird, ob sie mehr Kanadierin, Québecerin oder Vietnamesin sei, sagt sie: „Das hängt davon ab, mit wem ich spreche. All diese Kulturen bereichern mich.“ Thúy floh als Zehnjährige mit der Familie aus Saigon und wuchs in Kanada auf. Sie arbeitete als Rechtsanwältin, Gastronomin und Kritikerin für Radio und Fernsehen.

In ihren Büchern setzt die Schriftstellerin sich immer wieder mit ihrem multikulturellen Background auseinander. Ihr preisgekröntes, sinnliches Debüt „Der Klang der Fremde“ ist eine autobiografische Verarbeitung ihrer eigenen Reise bis ins vermeintliche Wunderland Kanada, das wie jeder Ort der Welt auch seine Schattenseiten hat. Und doch sagte die Autorin mal im Interview: „Wir kamen nicht als Immigranten. Wir kamen als Adoptivkinder, es war, als wenn eine Familie auf uns wartete. Ich liebte dieses Land vom ersten Moment an.“

Thúy sieht es auch als ihre Verantwortung, eine Stimme für Flüchtlinge und EinwandererInnen zu sein. Ihre Bücher wurden bisher in 29 Sprachen übersetzt. Heute lebt sie mit ihrem Mann und den beiden Kindern in Montréal.

WEITERLESEN: Kim Thúy: Großer Bruder, kleine Schwester. Ü: Brigitte Große (Kunstmann Verlag)
 

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