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Tanya Tagaq: Stimme der Inuit

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Als Tanya Tagaq in der abgelegenen Siedlung Cambridge Bay, im heutigen Nunavut, aufwuchs, wurde die traditionelle Lebensart der Inuit noch weitgehend unterdrückt. Kinder wie sie mussten ins Internat. „Die Residential Schools haben dieser Stadt das Inuktitut im Namen des Fortschritts und des Anstands mit Prügeln ausgetrieben“, schreibt sie in ihrem Roman „Der Eisfuchs “.

Heute ist die 46-Jährige eine der vernehmbarsten Botschafterinnen der Inuit-Kultur. Als Sängerin feierte sie bereits international Erfolge und kollaborierte mit Stars wie Björk. Bei ihren Performances unterlegt sie ihre Gesänge, die tief aus der Kehle kommen, auch mit Pop- oder Hip-Hop-Sounds. Oft improvisiert sie. Tagaqs Musik geht ins Mark.

So ist es auch bei ihrem belletristischen Debüt „Eisfuchs“, das biografische Züge trägt. Tagaq beschreibt im Roman das Aufwachsen einer namenlosen Ich-Erzählerin in den Siebzigerjahren. Dabei spielt sie mit den Genres: Auf Gedichte folgen Kurzgeschichten, mal aufeinander aufbauend, mal für sich stehend. Die Storys fließen durch das Buch wie Polarlichter in kristallklaren Nächten am Himmel – unberechenbar, immer wieder überraschend anders.

WEITERLESEN: Tanya Tagaq: Eisfuchs. Ü: Anke Caroline Burger (Kunstmann Verlag)

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