Emmy für Maria Schrader

Maria Schrader bei den Dreharbeiten für "Unorthodox". - Foto: Anika Molnar/Netflix
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„Das Kommando gebe ich!“ Mit dem Satz steigt die FAS in ein Porträt von Maria Schrader ein. Gesagt hat sie ihn bei den Dreharbeiten zu „Unorthodox“ in Berlin, einer vierteiligen TV-Serie auf Netflix.

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Das Thema war gewagt. Die Verfilmung basiert auf der Lebensgeschichte von Deborah Feldman. Die junge Frau war aus dem sektenartigen Milieu fundamentalistischer Juden in New York und einer traditionellen Ehe geflohen; ihren kleinen Sohn nahm sie mit. Und sie ging ausgerechnet nach Berlin. Ein Phänomen, das heute bei vielen Jüdinnen und Juden dieser Generation zu beobachten ist. Leben sie das Trotzalledem-Heimweh ihrer verjagten oder gar ermordeten Großeltern aus?

Schrader machte die schon als Buch erfolgreiche Autobiografie der jungen Jüdin zu einer tiefgründigen, schwarzen Komödie. Ihre DarstellerInnen waren allesamt Juden, zum Teil selber dem orthodoxen Milieu entflohen. Auf dem Set wurde überwiegend Jiddisch gesprochen. Das Jiddisch ist Schrader keineswegs von Geburt an, sondern erst seit ihrem früheren Leben mit dem Regisseur Dani Levy („Alles auf Zucker“) vertraut.

Heraus kam eine lebendige, ambivalenzfähige Serie, in der Menschen nicht in Schubladen gesteckt werden, sondern einfach Menschen sein dürfen. Auch die Frauen.

Der Regie-Emmy für Maria Schrader ist hochverdient! EMMA gratuliert.
 

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