In der aktuellen EMMA

Wanted: Frauen in die Politik!

Britta Costecki (li) und Franziska Krumwiede-Steiner gut gelaunt im Oberhausener Raatssaal.
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EMMA hat mit zwei Frauen gesprochen, die längst drin sind. Die eine sitzt seit 2014 ehrenamtlich für die Grünen im Mülheimer Stadtrat, die andere ist seit 2012 hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte von Oberhausen. Wir treffen Franziska Krumwiede-Steiner und Britta Costecki in Oberhausen, wo sie uns erzählen, wer den Frauen im Rathaus in die Suppe spuckt und was sich verändern muss.

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Sind Frauen in einer Stadt näher am Leben dran?
Costecki Ja! Wer geht denn auf den Kinderspielplatz, zur Kinderärztin? Wer benutzt die öffentlichen Verkehrsmittel?

Krumwiede-Steiner Deshalb macht es ja auch so viel Sinn, dass wir uns in die Kommunalpolitik einbringen.

Was hält die Frauen fern?
Costecki  Männer fördern oftmals vor allem andere Männer. Und das hängt wiederum damit zusammen, dass die Frauen diese verdammte Präsenzkultur nicht so bedienen können wie Männer, weil sie eben immer noch für die Kinder zuständig sind. Plakativ gesagt: Werner schustert Walter den Job ja nicht einfach so zu, sondern deshalb, weil der Walter seit 20 Jahren immer neben ihm am Grillstand steht. Aber die Frau mit Kind, die war auf den letzten beiden Veranstaltungen nicht da. In Oberhausen ist die Kinderbetreuung in den Randzeiten eine Katastrophe.

Was muss passieren?
Krumwiede-Steiner Uns Kommunalpolitikerinnen muss weniger Druck in Sachen Präsenzkultur gemacht werden. Es gibt wichtige Sitzungen, da muss ich auf jeden Fall da sein. Aber wenn es nicht auf eine Stimme ankommt, dann kann man in einer Ratssitzung auch mal fehlen. Ich sage: Zwei Abendveranstaltungen zwischen Montag und Donnerstag sind das Limit. Das ziehe ich durch.

Costecki Was ich außerdem total wichtig finde, sind Frauen als Vorbilder. Um zu sehen: Aha, die kann das doch auch!

Warum die Männer manchmal sauer auf ihre weiblichen Kolleginnen im Stadtrat sind, warum so manche Sitzung Schauplatz für Showkämpfe ist und wie Krumwiede-Steiner und Costecki in ihren Städten trotzdem etwas bewegen – das könnt ihr in der aktuellen September/Oktober-EMMA lesen. Am Kiosk, im Bahnhofsbuchhandel und im EMMA-Shop.

 

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