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Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist.

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Interview im Tagesspiegel am Sonntag am 8. Mai.

Bei "Maybrit Illner" am 5. Mai

Interview mit dem RND am 4. Mai.

Podcast "Die Wochentester" am 4. Mai

 

4.5.22 Ranga Yogeshwar reagiert auf den "Gegenbrief": "Es geht um die Suche nach einem friedlichen Ende"

Ich habe den "Gegen"-Brief gelesen. Ich kenne und schätze viele, die diesen Brief unterzeichnet haben. Hier geht es am Ende nicht um ein Gegeneinander - der Krieg findet in der Ukraine statt und nicht hier -, sondern um eine Suche nach einem friedlichen Ende. In beiden Briefen wird das Unrecht klar formuliert und vieles, was da geschrieben steht, könnte ich genauso unterschreiben. Der Unterschied beruht meines Erachtens auf zwei Punkten:

1. Die Einschätzung einer möglichen nuklearen Eskalation und die Frage, wie wir damit umgehen. Hier kann niemand von uns mit Gewissheit sagen, was wirklich passieren wird, denn diese Entscheidung liegt nicht bei uns. Für mich ist das Risiko sehr ernst und die Gefahr eines Flächenbrandes groß, daher unsere Warnung.

2. Beide Briefe unterscheiden sich in der Einschätzung, wie dieser Krieg beendet wird, und auch hier liegt die Entscheidung nicht bei uns. Vielleicht verkündet Herr Putin am 9. Mai die "Erfüllung seiner militärischen Operation". Wir wissen es nicht. Ich glaube jedenfalls nicht an ein "natürliches" Ende und bin überzeugt, dass am Ende Verhandlungen und ein Friedensabkommen stehen werden. Je früher also diese Option mit Nachdruck von allen Parteien gefordert wird, je schneller das Ende der Zerstörung.

Aus medialer Sicht wird man nun die beiden Briefe und ihre Unterzeichner in den Ring schicken, doch dabei sollten wir uns nicht auf einen "Krieg" in unseren Köpfen, Herzen und Gedanken einlassen. Vielmehr geht es doch darum, dass sich kluge Köpfe engagiert und aufrichtig Gedanken machen, wie diese Katastrophe beendet werden kann. Genau das ist das, worum es geht: eine demokratische Debatte, bei der alle sich zuhören und auch die Argumente der „Gegen"-Seite ausloten. Genau diese Debatte zeigt am Ende die Stärke unserer Kultur.

 

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