Dauerrede für das Recht auf Abtreibung

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Gerade erreichte uns die folgende Nachricht einer Leserin: „Liebe Emmas, vielleicht könnte man ja auch mal die Heldin des Tages oder der Woche einführen? Meine Heldin des Tages ist heute die texanische Demokratin Wendy Davis.“ Davis hat im wahrsten Sinne des Wortes ihre Frau gestanden: Elf Stunden sprach sie im US-Senat, um die Abstimmung über einen Gesetzentwurf der Republikaner zur Einschränkung von Abtreibung in Texas bis Mitternacht hinauszuzögern. 

Dann nämlich lief die Frist ab. „Filibuster“ heißt diese Taktik in den USA. Davis' Filibuster startete gestern um 11.18 Uhr. Ab dann durfte sie sich weder ans Rednerpult lehnen noch setzen oder auf die Toilette gehen, nicht das Thema wechseln und auch nichts essen oder gar eine Pause machen.

Wendy Davis hat das durchgezogen. In Kostüm und pinken Sneakers. Bis die Republikaner ihr einen Formfehler nachweisen konnten und die Politikerin ihre Rede abbrechen musste. Vor Mitternacht. Doch da übernahmen die 400 DemonstrantInnen das Ruder und machten Lärm auf den Rängen. Tausende NetznutzerInnen machten zusätzlich unter #standwithwendy Lärm auf Twitter.

Gegen drei Uhr morgens mussten die Republikaner endgültig ihre Niederlage erklären. Sie hatten gefordert, Schwangerschaftsabbrüche nach dem 20. Monat zu verbieten und die Auflagen für Kliniken zu erhöhen – was schätzungsweise zur Schließung von 37 der 42 Abtreibungskliniken in Texas geführt hätte.

Übrigens: Das ist schon Wendy Davis zweite Aktion dieser Art. 2009, das war ihr erstes Jahr im Senat, hielt die heute 50-Jährige ihre erste Dauerrede - gegen Budgetkürzungen in öffentlichen Schulen. Die politischen Themen der alleinerziehenden Mutter kommen mitten aus dem Leben: Bildung und Frauenrechte.

„Super Frau!“ schreibt unsere Leserin über Davis. Finden wir auch.

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