Meine Geschichte

Wir brauchen eine Stimme!

Julia mit feministischem Bewusstsein, dank EMMA - und der Stein des Anstoßes.
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Vor kurzem war ich mit meinem Freund auf einem Kurzurlaub an der Ostsee. Auf dem Weg zum Restaurant fiel mir eine Werbung auf, genauso aufgezogen wie Plakate für Puffs. Aber es war ein Fliesenleger, der auf seinem Kleintransporter mit einer nackten Frau warb.

Ich machte aufgebracht ein Foto davon, mein Freund ging weiter: Die Situation war ihm unangenehm. In solchen Momenten seufze ich ganz schwer und denke, dass wir doch alle noch einen weiten Weg zu gehen haben.

Ich finde es auch schlimm, dass ich in Frankfurt immer wieder an Plakaten ähnlicher Machart vorbeilaufen muss. Einer meiner frisch vom Abi kommenden Praktikantinnen musste ich sogar einmal erklären, dass sie besser nicht in den Saunaclub gehen sollte, weil es da nämlich in keinster Weise ums Saunieren gehe. Sie wollte mir nicht glauben, während die Bedeutung für mich eindeutig war.

Frauenrechte & Feminismus kommen im Studium zu kurz!

Meine Mutter hat mir immer nur erzählt, dass „Männer halt Bedürfnisse haben“ und es besser sei, wenn sie dann „zu einer Prosituierten gehen, anstatt Frauen zu vergewaltigen“. Dank EMMA ist mir bewusst geworden, wie schrecklich Prostitution ist, dass es keine „Arbeit wie jede andere“ ist.

Meine Auseinandersetzung mit Frauenrechten und Feminismus steht noch am Anfang (und kam meiner Meinung nach in meinem Studium viel zu kurz), und ich möchte mich bei euch allen bedanken, dass ihr mir mit der EMMA dabei helft. Seit zwei Jahren lese ich jede Ausgabe und bin traurig, wenn ich nach mehreren Stunden „schon“ fertig bin. So viele Fronten, an denen man kämpfen kann; Rechte, die verteidigt, durchgesetzt, verbreitet werden müssen. Und immer wieder kleine Siege, Denkanstöße und Hoffnung.

In diesem Sinne, liebe EMMAs, macht bitte weiter: Junge Frauen wie ich brauchen die laute Stimme, mit der ihr sprecht!

Julia, 29, Frankfurt am Main

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