#EMMAistfuermich…

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„EMMA ist für mich restriktiv, bevormundend und rückschrittlich“, postete eine oder einer bei dem Versuch, EMMA-Leserinnen den Mund zu verbieten. „Hat sich das Magazin überlebt?“ fragt dazu das Branchenblatt W&V melodramatisch. „Offenbar fühlt sich die Zielgruppe länger nicht mehr von der Zeitschrift verstanden, wie viele der aktuellen Negativ-Kommentare zeigen“. Damit meint W&V ein paar hundert Internet-Kommentare gegen 25.000 EMMA-AbonnentInnen (plus Kiosk-KäuferInnen). 

Überlebt? Welches Medium in Deutschland hat auf eine so harmlose Image-Kampagne schon so fulminante Reaktionen? Meedia: „Der Schuss ging nach hinten los!“ Der Spiegel (mit einschlägigem Mundwinkelrunterfoto von Schwarzer): „EMMA kriegt ordentlich was ab.“ Taz: „Emanzen, die nackt tanzen.“ Huffington Post: „Shitstorm über peinliche Aktion von Alice-Schwarzer-Blatt EMMA." Kölner Stadtanzeiger: „Twitter-Auruf der EMMA löst Empörung aus“. FAS: Interviewanfrage. Etc. etc. etc.

Danke, liebe KollegInnen. Sowas nennt man eine Bomben-Werbung. Die Klicks auf www.emma.de haben sich vervielfacht – und neue LeserInnen können sich nun selbst eine Meinung machen über das angeblich so reaktionäre Heft.

Und wenn Sie genauer hinsehen als die ShitstormerInnen, merken sie, dass die Netz-Polizistinnen, die EMMA-Leserinnen einschüchtern wollen, ihre Meinung über EMMA zu sagen, ganz einfach unsere politischen GegnerInnen sind: Sie sind pro Prostitution („sex-positiv“ nennen sie das) und pro Burka. Ja, Burka! Das Kopftuch genügt denen nicht mehr (So antwortete z.B. die Netz-Feministin Wizorek auf die Frage des Stern nach ihrer Haltung zur Burka: „Ich finde es immer sehr schwierig, wenn westliche Feministinnen ihre Vorstellung von Befreiung auf Frauen übertragen, von deren Lebensrealität sie wenig wissen… Kleidungsstücke sind eigentlich nicht der Punkt.“)

Wir wollen gerne glauben, dass Wizorek wenig weiß. Wer EMMA liest, weiß mehr.

Vielleicht sollten diese so genannten „Jungfeministinnen“ einfach mal öfter sagen, was sie denken und tun. Statt sich quasi ausschließlich und immer wieder über die Abgrenzung von EMMA & Alice bei den Medien anzubiedern. Ob nun wie einst als Girlies oder Alphamädchen, oder wie jetzt als „Jungfeministinnen“. Denn es fängt an, öde zu werden. Sehr öde. Und wird sehr bald auch schon wieder von gestern sein. Aber dann wird man sich immer noch über EMMA aufregen. Warum wohl?

Den Vogel schoss übrigens die taz ab. Mal wieder. Da findet eine gewisse Margarete Stokowski EMMAs Pro & Kontra zu der Frage, ob Beyoncé und Miley Cyrus nun eigentlich unter „Emanze oder Schlampe“ einzuordnen sind, „rassistisch“. Denn, so die taz: „Wäre EMMA auf dem neuesten Stand feministischer Diskussionen, wüsste sie, dass es Schlaueres gibt, als wenn weiße Frauen women of color sagen, wie sie mit ihrem Körper umzugehen haben.“

Wow. Es darf in einem Pro & Contra also zwar über die Selbstdarstellung von Miley Cyrus debattiert werden, aber nicht über die von Beyoncé – weil die nicht weiß ist? Und das ist der neueste Stand? Dann ist EMMA gerne auf dem alten Stand und denkt noch selber. Und sie denkt sich: Das nennt man Philorassismus, wenn ein schwarzer Mensch wegen seiner Hautfarbe milder behandelt werden soll als ein weißer.

Und übrigens, liebe „Jungfeministinnen“: Das EMMA-Team ist im Schnitt jünger als ihr alle zusammen. Und das nicht nur nach Jahren.

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