Was man gegen Pornos tun kann
Gail, was genau machst du mit deiner Organisation „Culture Reframed“?
Wir sind eine globale Organisation von Fachkräften und Feministinnen, die sich auf die messbaren Schäden von Pornografiekonsum konzentriert und Prävention betreibt. Bei uns kommen Bildung, Forschung und politische Einflussnahme zusammen. Unsere Kern-Mannschaft ist zwar nur ein kleines Team in Boston, aber unser Netzwerk ist international aufgestellt, allein in den USA mit 950 WissenschaftlerInnen, KinderärztInnen, PsychologInnen, ForscherInnen und BeraterInnen, verteilt über 25 Staaten der USA. Gemeinsam konzipieren wir Lehrmedien für Schulen, Behörden und Jugendhilfe-Einrichtungen. Wir wirken an politischen Diskussionen zu Kinderschutz, Medienregulierung und der Gesetzgebung zur Pornografie mit.
Woher kommen deine MitstreiterInnen?
Ich spreche seit 30 Jahren auf Kongressen, Fachtagungen und Weiterbildungen über die Schäden durch Pornografie. Übrigens auch vor RichterInnen, PolizistInnen und MitarbeiterInnen der Gesundheitsbehörden. Ich merke immer wieder, wie wenig die Menschen wissen, insbesondere die RichterInnen, die ja beruflich viel mit Sexualgewalt zu tun haben.
Ihr geht in die Schulen. Wie erreicht ihr die Jugendlichen?
Ja, wir gehen überall in den USA in die High-schools, sprechen vor 15- bis 16-Jährigen. Als erstes entschuldigen wir uns bei ihnen. Denn wir Erwachsenen schützen sie nicht. Dabei haben sie einen gesetzlichen Anspruch darauf. Wir sind verantwortlich dafür, dass sich schon Kinder leichten Zugang zu Hardcore-Pornografie verschaffen können. In den Schulen wird Sexualkunde oft mit Lehrplänen aus vergangenen Zeiten unterrichtet, die völlig ausklammern, wie infiltriert Kinder bereits von der Pornokultur sind. Sie müssen also erstmal verstehen, wie sie selbst geprägt wurden. Wir zeigen ihnen Werbung, Musikvideos, Beispiele aus der pornografisierten Pop-Kultur. Auch die Gaming-Szene ist ja total pornografisiert. Dann sprechen wir über körperliche Unversehrtheit, Schamgrenzen, Privatsphäre und ihre eigenen Erfahrungen. Erst spät reden wir über Pornos und am Ende darüber, was wir dagegen tun können.
Sind denn die Schulen offen für eure Arbeit?
Absolut! Da hat sich in den letzten Jahren der Wind gedreht. Jetzt, wo die Pornos so gewaltvoll geworden und so leicht zu haben sind, erkennen viele Schulen, woher die massiven Probleme rühren. Und es gibt noch einen triftigen Grund.
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