Mit Lachen gegen Lachverbot: #direnkahkaha
Mit Lachen gegen Lachverbot: #direnkahkaha

Türkinnen lachen sich kaputt über Lachverbot

Zugegeben, schon die Ansage war eine Lachnummer: Vergangenen Montag verkündete der türkische Vize-Regierungschef Bülent Arinc, Frauen sollten in der Öffentlichkeit weniger lachen und auch nicht mehr so laut sprechen (vor allem nicht „stundenlang“ am Handy). Arinc, 66 Jahre, nostalgisch: „Wo sind unsere Mädchen geblieben, die leicht erröten, ihren Kopf senken und die Augen abwenden, wenn wir in ihre Gesichter schauen. Und die damit zum Symbol der Keuschheit werden?“

Jedenfalls nicht im Internet. Unter dem Hashtag #direnkahkaha (etwa: WiderstandLachen) twittern hunderte Türkinnen Fotos, auf denen sie genau das tun, was Arinc so stört. Sie lachen schallend in die Kamera. Alle voran die türkischen Femen, die sich Smileys und LOL auf ihre Brüste gepinselt haben: laugh out loud, also laut loslachen.

Unter den versendeten Fotos ist eines besonders beliebt: Es zeigt Erdogans fromme Ehefrau Emine (Foto rechts), die auf einer öffentlichen Versammlung vor Begeisterung lachend in die Hände klatscht. Das hat sie wohl nicht selbst verschickt.

Wo sind unsere Mädchen geblieben, die so leicht erröten?

Der komische Streit kommt zum passenden Zeitpunkt: In der Türkei ist der Präsidentschaftswahlkampf in der heißen Phase.

In Deutschland dürfen türkische StaatsbürgerInnen ab diesem Donnerstag bis Sonntag ihre Stimmen abgeben, das erste Mal in der Geschichte. In der Türkei wird am 10. August gewählt.

Auch wenn Erdogans KritikerInnen schallend lachen über das Lachverbot - den Hardlinern im Land dürften die Forderungen nach mehr „Tugendhaftigkeit“ gefallen haben. 

Auch die lachende Ehefrau des Ministerpräsidenten, Emine Erdogan, wurde unter #direnkahkaha getwittert.
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