"Epstein wurde ermordet"

Mikro und Kamera liefen noch, als Robach sprach. Die Aufnahme wurde der Internet-Enthüllungsplattform "Project Veritas" zugespielt.
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Amy Robach ist die Anchor-Woman des amerikanischen TV-Senders ABC News. Sie macht gerade Furore mit einer Sendung, die von ihr eigentlich gar nicht gewollt war. Robach sprach nach einer Live-Sendung mit einer anderen Person über den Fall Jeffrey Epstein in dem Glauben, das Mikro sei abgeschaltet. War es aber nicht. Das Band wurde der Internet-Enthüllungsplattform "Project Veritas" zugespielt – und die packen jetzt aus.

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Amy Robach sagt darin, sie hätte den Fall Epstein schon vor drei Jahren voll recherchiert und sei stinksauer („very pissed“), dass man sie gehindert habe, ihre Erkenntnisse zu veröffentlichen. Wer hat sie gehindert? Das englische Königshaus und weitere gutplatzierte Kräfte. Warum? Weil das, was Robach weiß, sehr, sehr unangenehm werden könnte für so manchen.

"Wir hatten Clinton,
wir hatten alles..."

Robach hatte eine Zeugin, Virginia Roberts (heute Guiffre), aufgetan, die zwölf Jahre lang untergetaucht war; eines der von Epstein missbrauchten und verkauften Mädchen. „Sie hatte Bilder, sie hatte alles, zwölf Jahre lang hatte sie sich versteckt. Wir haben sie überzeugt, rauszukommen und mit uns zu reden. Was wir hatten, war unglaublich. Wir hatten Clinton, wir hatten alles… Dann fand das Königshaus heraus, dass wir Anschuldigungen gegen Prinz Andrew hatten, und bedrohte und auf mannigfaltige Weise.“

Robach weiter: „Epstein war der schlimmste Pädophile, den Amerika je hatte.“ Und er hat bei seinem Geschäft, dem Schachern mit Minderjährigen, seine Kunden nicht nur zahlen lassen, sondern sie dann auch damit erpresst. Robach: „Sein Leben war auf Erpressung aufgebaut.“

Von einem in der Ausstrahlung unsichtbaren Gesprächspartner befragt, antwortet die in den USA sehr bekannte Journalistin: „Ich gehe zu 100 Prozent davon aus, dass Epstein ermordet wurde!“

Das deckt sich mit der Information, die jüngst durch die Medien ging. Der bekannte Pathologe Michael Baden widersprach dem Ergebnis der offiziellen Obduktion des am 10. August 2019 in seiner Gefängniszelle tot aufgefundenen Untersuchungshäftlings. Der 85-jährige Mediziner, der einst auch an den Untersuchungen der Attentate auf Kennedy und Martin Luther King beteiligt war, verwies auf die Knochenbrüche auf beiden Seiten von Epsteins Hals, die typisch für Erwürgen seien. „‘In den vergangenen 50 Jahren habe ich solche Brüche kein einziges Mal bei einem Suizid gesehen‘, sagte Baden, der mehr als 20.000 Obduktionen leitete“, berichtet die FAZ.

Pathologe Baden fand Hinweise auf Erwürgen

Amy Robach spricht auch über Epsteins Freundin Ghislaine Maxwell. „Sie weiß alles“, sagt sie und müsse sich warm anziehen. „Sie ist in Lebensgefahr.“

In den USA sind Robachs Enthüllungen seit dem 5. November Breaking News. Das Projekt Veritas macht daraus jetzt eine regelrechte Kampagne und fordert seine Zuschauer auf, sich zu melden, wenn sie mehr wüssten: Wer hat verhindert, dass die Informationen von Amy Robach an die Öffentlichkeit kamen? Wer hatte einen Nutzen davon? fragt der Sender. Gute Frage.

Die gilt auch für das bisherige Schweigen in Deutschland, wo bisher nur wenige kleine Blätter berichteten.

Wer hat ein Interesse daran, dass Robach schweigen musste? Und wer, dass Epstein nicht mehr reden kann?

 

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Eine mutige Frau enthüllt Epstein!

Journalistin Julie Brown (li) enthüllte den Vertuschungsskandal. Rechts: Jeffrey Epstein. Foto (re): Uma Sangh/Zuma Press/Imago Images
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Der Fall war vor Jahren längst zu den Akten gelegt. Mit einem „Deal“, der Jeffrey Epstein für seinen vielfachen Missbrauch Minderjähriger mit einer lächerlichen Gefängnisstrafe davonkommen ließ.

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Doch Julie Brown, seit 19 Jahren Journalistin beim Miami Herald, wollte sich damit nicht abfinden. Sie wühlte sich durch Berge von Gerichtsakten, flog durch halb Amerika und fand sie: die Opfer des bestens vernetzten Multimillionärs.

Frauen wie Michelle Licata, Virginia Roberts, Jena Lisa Jones oder Courtey Wild (von links oben im Uhrzeigersinn). Sie waren 14 und trugen noch Zahnspangen, als Epstein sie damals in eine seiner Villen bringen ließ. Sie waren Mädchen aus prekären Verhältnissen: Courtneys Mutter war drogenabhängig, Jena lebte in einem Trailerpark, Virginia war vor dem Missbrauch zu Hause geflüchtet und auf der Straße gelandet.

Es liegt nahe, dass Julie Brown dieser Fall auch deshalb so am Herzen liegt, weil sie solche Verhältnisse nur zu gut kennt. Die Tochter einer alleinerziehenden Mutter wurde gemobbt und musste erleben, wie zuhause die Möbel gepfändet wurden, weil die Mutter die Stromrechnung nicht bezahlen konnte. Mit 16 zog Julie aus, schlug sich als Kellnerin durch und finanzierte so ihr Journalismus-Studium.

Julie Brown zeigt, was eine mutige Frau erreichen kann!

Ihre Artikelserie, die schließlich das System Epstein hoch gehen ließ, hat den Titel: „Perversion of Justice“. Darin zeigt Julie, was ein mutiger Mensch, in dem Fall eine mutige Frau, erreichen kann. Ganz wie Ronan Farrow, der Sohn von Woody Allen, der mit seinen Enthüllungen über Weinstein MeToo ins Rollen brachte.

In der aktuellen Ausgabe berichtet EMMAs Amerika-Korrespondentin Christiane Heil über die Abgründe der Affäre Epstein, in die Ex-Präsidenten wie amtierende Präsidenten verwickelt sind - und die hoffentlich eine weltweite Protestbewegung auslöst.

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