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Golden Girls: Simone Biles

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Bei Olympia in Tokio hätte Simone Biles Geschichte geschrieben, aber das macht sie auch ohne die Spiele. 12. August 2019, Turn-WM in Stuttgart: Simone Biles ist das beherrschende Thema der Abendnachrichten weltweit. Die beste Turnerin der Welt hat an diesem Tag doppelt gesiegt: Ihr ist der „Triple-Double“ gelungen. Sie dreht sich aus einem Flickflack kommend in atemberaubender Geschwindigkeit mehrfach um die eigene Achse.

Biles gewann vier Mal Olympisches Gold in Rio, war vier Mal Mehrkampf-Weltmeisterin, drei Mal holte sie den WM-Titel mit dem US-Team, zahlreiche nationale Meistertitel. Die erste Afro-Amerikanerin an der Weltspitze des Turnsports. „Making history“ titeln die US-Medien.

Das ist die helle Seite, die dunkle Seite twittert sie unter dem Hashtag MeToo: „Auch ich bin eine der vielen Überlebenden, die Larry Nassar sexuell missbraucht hat.“ Nassar, der Teamarzt, der fast drei Jahrzehnte und bei vier Olympischen Spielen für den US-Verband tätig war, hat über 100 Sportlerinnen sexuell belästigt oder Gewalt angetan. Manchmal waren die Opfer jünger als 13. Wegen des Besitzes von Kinderpornografie wurde Nassar 2018 zu einer Haftstrafe von 60 Jahren verurteilt, dem folgte die Anklage wegen des massenhaften Missbrauchs von Turnerinnen. Biles Bekenntnis hat den Missbrauchsskandal ausgelöst.

Ein Glamour-Leben hatte Simone noch nie. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester wuchs sie bei ihren Großeltern auf, weil die drogensüchtige Mutter nicht für sie sorgen konnte. Aber aus dem Opfer wurde eine Siegerin.

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